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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 18.04.2005

Blauer Dunst ist auch Feinstaub
Brigita Bosotin

RaucherInnen als FeinstaubemittentInnen. MailÀnder Krebsforschungsinstitut fand in einem Experiment heraus, dass Dieselabgase weniger Feinstaub abgeben als Tabakrauch.



Die Medien sind voll davon, die Feinstaub-Diskussion ist entflammt. Aber wieso wird nicht weitsichtiger diskutiert? Der allgegenwĂ€rtige blaue Dunst, der uns in Restaurants, Bars und CafĂ©s entgegen fliegt, wird nicht in die politische Feinstaub-Diskussion aufgenommen. Die Wissenschaft und die Presse haben dies jedoch ihrerseits getan. Es ist nur eine Frage der Zeit bis die Politik diese Thematik auch aufnehmen muss. Aus wissenschaftlicher Sicht ist bewiesen, dass Zigarettenrauch eine hohe Konzentration von umweltschĂ€dlichen feinstaubartigen Giften in Form von Rauch verbreitet, der fĂŒr die Umwelt als auch fĂŒr die Menschen hochgradig schĂ€dlich ist. Zudem besteht ein nachweislicher Zusammenhang zwischen Atemwegs- bzw. gesundheitlichen Beschwerden und Passivrauchen.

Der Raucher als Feinstaubemittent

Das MailĂ€nder Krebsforschungsinstitut (Istituto Europeo di Oncologia) hat in einem wissenschaftlichen Experiment festgestellt, dass derRauch einer Zigarette die gleiche Wirkung aufweist, wie ein russfilterloses Dieselfahrzeug, das 100 Minuten ohne Stopp lĂ€uft. Dieses Experiment wurde in einer 60m3 großen geschlossenen Garage ausgefĂŒhrt, in dem erst die Partikelkonzentration eines Dieselfahrzeugs gemessen wurde und darauf folgend, nach stundenlangem LĂŒften, die Konzentration der Partikel von drei abbrennenden Zigaretten. Das Ergebnis des Experiments ist erschreckend. Die Konzentrationen von feindispersen Schwebestoffen mit 10/ 2,5 und 1”m aerodynamischem Durchmesser (PM10/ PM2,5 und PM1, wobei PM fĂŒr Particulate Matter steht) stieg beim Dieselfahrzeug auf 44, 31 und 13 ”g/pro m3-Atemluft. Dies ist mehr als eine Verdoppelung der Ausgangswerte, die bei 15, 13 und 7 ”g/m3 lagen. Im zweiten Experiment mit den Zigaretten kam es zu einer Konzentration von 343, 319 bzw. 169 ”g/m3-Atemluft. Die Ausgangswerte lagen bei 36, 28 und 14 ”g/m3 und sind bei weitem und in signifikanterweise im Experiment ĂŒberschritten worden. Die festgelegten Immissionsgrenzwerte fĂŒr Feinstaub zum Schutz der menschlichen Gesundheit wurden fĂŒr Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid und Stickstoffoxide, Partikel und Blei in der Luft fĂŒr die Kurzzeitbelastung mit einem ĂŒber 24 Stunden gemittelten Wert von 50 ”g/m3 und bei Langzeitbelastung auf ĂŒber das Kalenderjahr gemittelten Wert von 40 ”g/m3 festgesetzt. Die Immissionsgrenzwerte mĂŒssen ab dem 01.01.2005 eingehalten werden und dĂŒrfen im Verlauf des Jahres nicht hĂ€ufiger als 35 Mal ĂŒberschritten werden. Laut dem Umweltbundesamt wird PM10, Staubpartikel kleiner als 10 ”m = 0,01mm, ĂŒber den Kehlkopf hinaus bis tief in die Lunge eingeatmet. Ebenso verhĂ€lt es sich mit PM2,5 und PM1. Diese Partikel können Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hervorrufen. Unter anderem tragen sie zur Entstehung von Asthma, Allergien und Lungenkrebs bei.

Dem Passivrauchen und somit auch der Feinstaubbelastung setzt man sich im tĂ€glichen Leben in CafĂ©s, Bars oder Restaurants aus. Und ist sich dessen nicht einmal gewahr. Vergleichbar dem, wĂŒrde man sich in eine Garage stellen und alle Dieselfahrzeuge liefen zeitgleich. Die Feinstaubbelastung, die durch den Rauch von Zigaretten entsteht, sollte nicht verharmlost werden. NĂŒtzlich wĂ€re eine Festsetzung eines Immissionsgrenzwertes fĂŒr InnenrĂ€ume, so dass bei Überschreitung die Möglichkeit besteht die Emissionswerte zu drosseln.

Die Diskussion um Feinstaub ist nötig, sollte aber nicht die frappierende Wirkung von Zigarettenrauch außer Acht lassen. Denn in Deutschland alleine sterben 140.000 Menschen an den Folgen von Tabakrauch, ob sie nun aktive oder passive KonsumentInnen waren. Um dies bildlich zu verdeutlichen: Das wĂ€re, als ob tĂ€glich ein Jumbojet abstĂŒrze.

FĂŒr junge Menschen, die ein hohes Maß an Gesundheits- und Umweltbewusstsein haben, könnten die Ergebnisse des Experiments ein Ansporn sein sich weniger den Lockungen des blauen Dunstes hinzugeben, als vielmehr das Bewusstsein fĂŒr die GefĂ€hrlichkeit von Tabakprodukten zu schulen. Um somit die Entwicklung hin zu einer rauchfreien Gesellschaft zu fördern.

Quellen:

  • Pro Rauchfrei e.V.
  • www.scienceticker.info

  • www.umweltbundesamt.de

  • www.bmu.de

  • http://atlas.umwelt.hessen.de

  • www.3sat.de

  • http://feinstaub.adlexikon.de/Feinstaub.shtml

  • http://tc.bmjjournals.com /

  • Public Affairs Beitrag vom 18.04.2005 AVIVA-Redaktion 





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