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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 20.04.2006

Antisemitische Schriften auf t├╝rkischer Buchmesse in Berlin
Sarah Ross

Antisemitische Propaganda und Schriften werden meist offener verbreitet als uns bewusst ist. Ein aktuelles Beispiel daf├╝r ist die t├╝rkische Buchmesse (vom 14. April - 01. Mai 2006) in Kreuzberg.



Die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus machte in den vergangenen Tagen die ├ľffentlichkeit darauf aufmerksam, dass mitten unter uns, in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden, antisemitische Hetzschriften im Rahmen der t├╝rkischen Buchmesse verbreitet werden. Schon im letzten Jahr fand die Buchmesse in den R├Ąumen der Mevlana-Moschee am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg statt. Sie bot unter anderem der inzwischen in Deutschland verbotenen islamistischen Tageszeitung "Vakit" die M├Âglichkeit, ihr Medium in der ├ľffentlichkeit zu pr├Ąsentieren.
In diesem Jahr findet bereits die f├╝nfte Berliner Buchmesse unter dem Titel Berlin 5. Kitap Fuari noch bis zum 1. Mai 2006 im Hinterhof der dem t├╝rkisch-islamistischen Milli G├Âr├╝s nahe stehenden Mevlana-Moschee in der Skalitzer Strasse 131-132 statt.

T├╝rkischer Verlage stellen im Rahmen der Buchmesse ihre B├╝cher vor und verkaufen sie. Dabei bilden t├╝rkischsprachige oder ins T├╝rkische ├╝bersetzte antisemitische, rassistische und antidemokratische Hetzschriften keine Ausnahme: Sei es Henry Fords "The international Jew", herausgegeben vom Okumus Adam Verlag, oder die Protokolle der Weisen von Zion, mit einer "Darstellung" der Geschichte des Judentums von Will Durant und Roger Lamberlin, das Spektrum antij├╝discher B├╝cher reicht ins Unermesslich.

Unter den zum Verkauf stehenden B├╝chern finden sich nicht nur ├ťbersetzungen der Schriften des wichtigsten ├Ągyptischen Muslimbruder Seyyid Kutub und popul├Ąre B├╝cher mit antisemitischen verschw├Ârungstheoretischen Inhalten, sondern auch eine antisemitische VCD-Produktion. Die vom staatlichen iranischen TV-Kanal Sahar-1 ausgestrahlten TV-Serie Filistinli Zehra`nin g├Âzleri (Zahras Blaue Augen) ist auf der diesj├Ąhrigen Buchmesse in t├╝rkischer ├ťbersetzung erh├Ąltlich. Die Dokumentation der Serie durch MEMRI f├╝hrte bereits im Februar 2005 in Frankreich und den Niederlanden wegen fremdenfeindlicher Hetze zu einem Verbot der Ausstrahlung des Senders Sahar-1 ├╝ber Satellit. Ausf├╝hrliche Ausschnitte der Serie sind auf der Homepage von MEMRI TV zu finden: www.memritv.org/Search.asp?ACT=S1

Die auf der Buchmesse zu findenden Schriften arbeiten nicht selten mit den klassischen Vorurteilen. So gibt es in dem Buch M├╝sl├╝manlarin M├╝sl├╝manlasmasi (Muslimisierung der Muslime) von Ahmed Kalkan ein Kapitel ├╝ber "unsere verjudeten Menschen und die Merkmale der Verjudung". Darin wird ein angeblicher Abfall der islamischen Identit├Ąt als Yahudilesme (Verjudung) gedeutet und per se alles Schlimme mit dem J├╝dischsein identifiziert. Als Quelle f├╝r die 64 Merkmale der Verjudung dienen dem Autor Zitate aus dem Koran, wie beispielsweise: "Den mit Gott vereinbarten Eid zu brechen, Verwandlung in Affen, Intrige und Zersetzung, die Propheten nicht anzuerkennen und zu t├Âten, das (heilige) Buch zu verf├Ąlschen, geizig sein, Undankbarkeit, Grausamkeit, Verrat, vom Gott verdammt werden, kein Eifersuchtgef├╝hl zu haben: Da sie wie die Schweine leben, werden sie in Schweine verwandelt. (ÔÇŽ)". Dieser Abschnitt endet mit folgender Aussage: "Der Jude in uns ist viel gef├Ąhrlicher als der Jude drau├čen." (Kalkan, 2005, S. 181-188)

Im vergangenen Jahr (2005) wurden unter anderem folgende B├╝cher auf der Buchmesse angeboten:
In einer beachtlich umfangreichen Reihe von B├╝chern des bekannten Holocaustleugners Adnan Oktar alias Harun Yahya befand sich auch das Buch mit dem Titel "Yahudilik ve Masonluk"(das Judentum und die Freimaurerei). In diesem Buch erkl├Ąrt Harun Yahya u.a. im Kapitel "Tevrat┬┤ta Nesiller Boyu Kin, Vahset, Katliam" ("├ťber die Generationen hinweg Hass, Grausamkeit und Massaker in der Torah"), dass der Hass auf alle Nichtjuden im Kontext der Torah-Erziehung gepredigt werde. Dort hei├čt es: "Der bereits in jungen Jahren sehr streng religi├Âs mit der verf├Ąlschten Torah, Kabala und Talmud erzogene Jude nimmt die Gebote dieser B├╝cher kritiklos als obligatorische Pflichten an. Vor diesem Hintergrund begeht er die unbarmherzigsten Massaker ohne das geringste menschliche Gef├╝hl [...]".

Die Werke Harun Yahyas, und die anderer Autoren, arbeiten mit bekannten Vorurteilen: So ist die Rede davon, dass es den Juden "ins Gehirn gebrannt" werde ├╝ber allen anderen Rassen zu stehen, gegen die sie Krieg f├╝hren m├╝ssen, dass Juden die Massaker als ihre religi├Âse Pflicht ansehen, und andere Menschen wie Tiere betrachten und vernichten, wie es in der "verf├Ąlschten" Torah beschrieben sei.
In diesem Zusammenhang ist vor allem von der Massenvernichtung und Vertreibung der Pal├Ąstinenser die Rede (Harun Yahya, Yahudilik ve Masonluk, Seite 107-108).

Um zuk├╝nftig die Verbreitung antisemitischen Gedankenguts auf dieser Basis einzud├Ąmmen, appellieren Aycan Demirel (Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus - KIGA) und Dr. Jochen M├╝ller (Midlle East Media Research Institute - MEMRI) hiermit an die ├ľffentlichkeit, die Verbreitung rassistischer und antidemokratischer Hetzschriften nicht mehr l├Ąnger zu tolerieren.



Kontakt und weitere Informationen
erhalten Sie bei:

Aycan Demirel
Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus

Oranienstr.34
10999 Berlin
030-69565865
mail@kiga-berlin.org

Dr. Jochen M├╝ller
Middle East Media Research Institute

Linienstr. 139
10115 Berlin
030-97893872
www.memri.de

Public Affairs Beitrag vom 20.04.2006 Sarah Ross 





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