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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 23.06.2004

Deutscher Werberat tadelt menschenverachtende Werbebilder
AVIVA-Redaktion

Ein nacktes Frauenges├Ą├č wirbt f├╝r eine Maschine, die Schinken presst. Betitelt ist die Anzeige mit der Aussage "Best ham". Der Text darunter: "Jeder Schinken braucht die korrekte Behandlung".



R├╝gen nach Celle, K├Âln und Killwangen/Schweiz

Der Deutsche Werberat hat drei Unternehmen mit einer ├Âffentlichen R├╝ge belegt. Sie hatten Bilder in ihrer Werbung verwandt, denen das erforderliche Ma├č an R├╝cksicht auf Menschenw├╝rde fehlte. Der Werberat orientiert sich bei seinen Entscheidungen in Sachen Menschenw├╝rde an den Grunds├Ątzen zur Herabw├╝rdigung und Diskriminierung von Personen. Sie wurden im Mai 2004 von den 43 im Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) zusammengeschlossenen Verb├Ąnden in ├╝berarbeiteter Fassung festgelegt (kompletter Text: www.werberat.de Verhaltensregeln).

So prangerte das Gremium ├Âffentlich die Schweizer Firma Dorit (Ellwangen) wegen eines in einem deutschen Fachmagazin ver├Âffentlichten Werbemotivs an, das nach seinem Urteil Frauen herabw├╝rdigt.
Das Unternehmen stellt Maschinen f├╝r die Fleischverarbeitung her. In einem Sujet wird eine Maschine gezeigt, die Schinken presst. Unmittelbar neben diesem rundlichen Ger├Ąt streckt sich ein nacktes Frauenges├Ą├č aus dem Bild. ├ťberschrieben ist die Anzeige mit der Aussage "Best ham".
Darunter findet sich der Text "Jeder Schinken braucht die korrekte Behandlung".
Vor zwei Jahren zog die Schweizer Firma das Werbemotiv nach einer R├╝ge durch den Werberat aus dem Verkehr. Zum R├╝ckfall hat das Unternehmen bisher geschwiegen. Erstmals informiert der Werberat daher ├╝ber den Vorgang auch die Presse im Ursprungsland des Maschinenherstellers.

Au├čerdem ger├╝gt wurde ein Studio mit dem Namen "Exclusive Piercing" (Celle) . Es zeigt auf Plakaten den Kopf eines Babys mit Metallschmuck an Unterlippe, Nasenspitze und Nasenwurzel. Angebracht sind Ring und Perlen offenkundig durch Piercing-Methode, also mit Hilfe von Durchstechen der Haut. Au├čerdem ist eine Schulter des Babys t├Ątowiert. Unterhalb des gro├čformatigen Bildmotivs wirbt das Unternehmen mit dem Text "21 Jahre Erfahrung".
Nach Auffassung des Werberats stehe das Foto nicht im Einklang mit der moralischen Grund├╝berzeugung kommerzieller Kommunikation. Piercing sei mit nicht ganz unbetr├Ąchtlichen k├Ârperlichen Eingriffen verbunden, gegen die sich ein Baby nicht wehren k├Ânne. Das Entscheidungsrecht der Eltern d├╝rfe in diesem Zusammenhang keinesfalls als schrankenlos ausgelegt werden. Selbst als Fotomontage gen├╝ge das Bildmotiv nicht den Anspr├╝chen von Menschenw├╝rde durch seinen auffordernden Charakter zur Nachahmung.

├ťbereinstimmend mit den Beschwerdef├╝hrern hat der von Wirtschaft, Medien und Agenturen getragene Werberat die Anzeige des Fahrradh├Ąndlers Cyclewerx (K├Âln) beanstandet. Das Unternehmen warb im Fr├╝hjahr in Zeitungsanzeigen mit dem Gruppenbild von Angeh├Ârigen eines vermutlich afrikanischen Stammes. Die nackten M├Ąnner waren mit ihren extrem vergr├Â├čerten Hodens├Ącken fotografiert. ├ťberschrieben hatte die Firma die Anzeige mit dem Text "Frohe Ostern! Wir haben auch noch ein paar ├ťberraschungen, die von Ostern ├╝brig geblieben sind ...".
Der Werberat begr├╝ndete seine R├╝ge mit der schamlosen kommerziellen Ausbeutung k├Ârperlicher Symbole bei Naturv├Âlkern. Der Fahrradh├Ąndler missbrauche die W├╝rde der M├Ąnner auf nicht ertr├Ągliche Weise.

Mehr Informationen:
Deutscher Werberat
www.werberat.de

Public Affairs Beitrag vom 23.06.2004 AVIVA-Redaktion 





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