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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 07.02.2007

Protest
AVIVA-Redaktion

Der DGB hat der Schriftstellerin Esther Dischereit gek├╝ndigt. Der "Offene Brief", der am 16.06.06 dem Bundesvorsitzenden Michael Sommer ├╝bergeben wurde, wurde von zahlreichen...



NEWS 07.02.2007Gericht nennt K├╝ndigung durch DGB unsozial
Das Berliner Arbeitsgericht hat die K├╝ndigung der Gewerkschaftssekret├Ąrin und Schriftstellerin Esther Dischereit durch den DGB aufgehoben.

Am 30. M├Ąrz 2006 hatten DGB-Chef Michael Sommer und Vorstandsmitglied Dietmar Hexel die betriebsbedingte K├╝ndigung der deutsch-j├╝dischen Autorin ("Eine j├╝dische Geschichte", "Mit Eichmann an der B├Ârse") und Mutter zweier unterhaltspflichtiger Kinder unterschrieben. Im Verfahren berief sich der DBG darauf, wegen sinkender Einnahmen sei 2004 eine K├╝rzung der Personalausgaben um drei Prozent beschlossen worden. Man habe entschieden, das Politikfeld Kultur als gewerkschaftliche Querschnittsaufgabe und die Online-Redaktion mit den Schwerpunkten Zivilcourage, Anti-Rassismus und Anti-Diskriminierung zu Neujahr 2006 in Berlin-Brandenburg nicht mehr hauptamtlich wahrnehmen zu lassen. "Die Aufgaben werden nicht mehr verfolgt". F├╝r Veranstaltungen und Ausstellungen wollte man gegebenenfalls Werkvertr├Ąge vergeben.

Das Gericht entschied: Der Hinweis auf Werkvertr├Ąge allein reiche f├╝r die soziale Rechtfertigung nicht aus, es fehle der Nachweis, dass der DGB sie nicht mehr besch├Ąftigen k├Ânne. Die betriebsbedingte K├╝ndigung ist sozial nicht gerechtfertigt, der "vollst├Ąndige Wegfall des Aufgabengebiets" liege nicht vor und der Betriebsrat wurde nicht ordnungsgem├Ą├č informiert.
Der DGB hat inzwischen gegen das Urteil Berufung beim Landesarbeitsgericht eingelegt.

AZ: 48Ca7919/06 Arbeitsgericht Berlin

... Pers├Ânlichkeiten aus Kultur, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft unterschrieben.

Die renommierte Schriftstellerin Esther Dischereit soll mit Ablauf des Monats Juni 2006 arbeitslos werden. Mit der Entlassung der Autorin und Gewerkschaftssekret├Ąrin will der Deutsche Gewerkschaftsbund im Bezirk Berlin-Brandenburg seine Kulturarbeit und die hauptamtliche Betreuung seines Antirassismus-Angebots im Internet www.respekt.dgb.de aufgeben.

Die deutsch-j├╝dische Autorin arbeitete seit 2001 f├╝r den Dachverband der Gewerkschaften in Berlin-Brandenburg. Ihre Arbeit wurde in den Gesch├Ąftsberichten regelm├Ą├čig ausf├╝hrlich gew├╝rdigt und ihre Projekte, darunter Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Kampagnen, erfreuten sich regen Zuspruchs. Auch au├čerhalb der Gewerkschaften wurden ihre Leistungen immer wieder hoch gelobt.

Bid zum 30.06.06 ist die vorausichtlich letzte von Esther Dischereit betreute Ausstellung "Pl├Ątze im Westen - Pl├Ątze im Osten", zu sehen.
Veranstaltungsort ist das DGB-Haus am Wittenbergplatz, Keithstra├če 1-3 in Berlin-Sch├Âneberg.

Der Brief im Wortlaut:
"Esther Dischereit nicht k├╝ndigen!


Liebe Kollegen, sehr geehrte Herren,

wie wir der Presse entnommen haben, will der DGB Bezirk Berlin Brandenburg seine Kulturbeauftragte, die international renommierte deutsch-j├╝dische Schriftstellerin Esther Dischereit, zum 30.06.2006 k├╝ndigen. Ein G├╝tetermin bei Arbeitsgericht ist erfolglos geblieben. Die K├╝ndigung ist vom DGB Bundesvorsitzenden unterschrieben worden.

Esther Dischereit ist im Bezirk Berlin-Brandenburg zust├Ąndig f├╝r die Kulturarbeit und die hauptamtliche Betreuung der Antirassismuswebsite. Wir erachten ihre Arbeit im Zusammenhang mit den rechtsradikalen Umtrieben in Berlin und Brandenburg als v├Âllig unverzichtbar. Es w├Ąre ein falsches Signal, wenn der DGB diese Arbeit einstellt.

Die Kulturarbeit von Esther Dischereit, die viele Denkanst├Â├če gab, hat dem gewerkschaftlichen Dachverband ein hohes Ansehen in Berlin und Brandenburg weit ├╝ber den gewerkschaftlichen Rahmen hinaus erm├Âglicht und damit auch Menschen erreicht, die mit den Gewerkschaften h├Ąufig nicht sympathisieren. Die K├╝ndigung von Esther Dischereit wirkt sehr unbedacht und kann unserer Auffassung nach nicht durch finanzielle Engp├Ąsse legitimiert werden.

Die Arbeit von Esther Dischereit hat nicht nur dazu beigetragen, auf gesellschaftliche Misst├Ąnde aufmerksam zu machen - wie z.B. auf die Zwangsprostitution: www.VerantwortlicherFreier.de - , sondern auch dazu, dass der DGB seine politischen Positionen in der ├ľffentlichkeit pr├Ąsentieren konnte. Wir wollen hier - ein Beispiel unter vielen - an den 50. Jahrestag des Arbeiter- und Volksaufstandes in der DDR vom 17. Juni 1953 im Jahr 2003 erinnern. Esther Dischereit hat f├╝r den DGB die Entstehung eines Denkmals f├╝r diesen Volksaufstand in der Karl-Marx-Allee in Berlin mit bef├Ârdert.

Es gibt heute keine Organisation und Institution mehr, die auf Kulturarbeit und politische Bildung zur Pr├Ąsentation ihrer eigenen Anliegen verzichtet. Es ist daher ein Trugschluss zu glauben, Kultur sei in Zeiten der Krise ├╝berfl├╝ssiger Luxus. In der Krise auf die Vermittlung eigener Anliegen zu verzichten, n├Ąhme de DGB die Chance, in der Gesellschaft f├╝r seine Anliegen, die Anliegen der gro├čen Mehrheit der Arbeitnehmer in der Bundesrepublik, zu werben.

Wahrscheinlich gibt es nicht viele international renommierte Schriftstellerinnen, die beim DGB und seinen Einzelgewerkschaften angestellt sind. Die K├╝ndigung von Esther Dischereit und die Einstellung der gewerkschaftlichen Kulturarbeit in Berlin-Brandenburg schadet dem Ansehen der Organisation und dem Anliegen der Gewerkschaften. Wir bitten Sie daher diesen Schritt noch einmal zu ├╝berdenken und die K├╝ndigung r├╝ckg├Ąngig zu machen.

Berlin, 12.6.2006"


(Quelle: Angelika G├Âdde)

Die UnterzeichnerInnen:

Sharon Adler, Herausgeberin von AVIVA-Berlin.de - Online Magazin f├╝r Frauen, Berlin, Yvonne de Andr├ęs, YDEA-Consulting, Berlin, Ramona Ambs, Schriftstellerin, Heidelberg, Toby Axelrod, Journalistin, Berlin, Gunter Begenau, Referatsleiter Publikationen, Hans B├Âckler Stiftung, D├╝sseldorf, Dr. Christine Berndt, K├╝nstlerin, Berlin, Prof. Dr. Wolfgang Benz, Leiter des Zentrums f├╝r Antisemitismusforschung an der TU-Berlin, Chaja Boebel, Historikerin und p├Ądagogische Mitarbeiterin der IG-Metall Bildungsst├Ątte Berlin, Aleksandra Brnetic, Redakteurin von Radiomultikulti vom Rundfunk Berlin-Brandenburg, Susanne Bressan, Ethnologin und Publizistin, Berlin, Bernd Braun Historiker und Judaist, Berlin, Prof. Dr. Micha Brumlik, Erziehungswissenschaftler an der Johann Wolfgang Goethe Universit├Ąt, Frankfurt a. M., Dr. Sonja Br├╝ndl-Price, Institute of Foreign Languages an der Universit├Ąt Jena, Dr. Tom Cheesman, Germanist, Swansea, Volkmar Deile, Pfr. i. R., Generalsekret├Ąr der deutschen Sektion von amnesty international 1990 - 1999, Berlin, Prof. Dr. Astrid Deuber-Mankowsky, Institut f├╝r Medienwissenschaft der Ruhr-Uni Bochum, Brigitte Disselhoff, Angestellte, Berlin, Thomas Dittberner, Gewerkschaftssekret├Ąr ver.di Bundesverwaltung, Berlin-Stuttgart, Moritz Denis, Filmmusikkomponist, Berlin, Elisabeth Denis, Schauspielerin, Berlin, Chris Eggers, Berlin, Iain Galbraith, Schriftsteller, Wiesbaden, Kati Gausmann, Dipl. Designerin und Bildhauerin, Berlin, Ines Geipel, Schriftstellerin und Professorin an der Hochschule f├╝r Schauspielkunst "Ernst Busch", Berlin, Angelika G├Âdde, Berlin, Ronnie Golz, Teamer bei ver.di, Berlin, Prof. Veruschka G├Âtz, Berlin, Dr. Katharina Hall, Lecturer in German, Department of German, Swansea University, Dr. Frank Heidenreich, Gewerkschaftssekret├Ąr, IG-Metall Bildungsst├Ątte Berlin-Pichelsee, Gabriel Heimler, K├╝nstler, Begr├╝nder der K├╝nstler- und Intellektuellengruppe Meshulash, Berlin, Clemens Heni, Politologe, Berlin, Peter Heu├č, Historiker, Frankfurt a. M., Willi Hajek, freier gewerkschaftlicher Bildungsmitarbeiter, ehemals DGB Bildungswerk Berlin Brandenburg, Dr. Ralf Hartmann, K├╝nstlerischer Leiter Kunstverein Tiergarten Berlin, Michael Jaenecke, Politologe, Berlin, Dr. Martin Jander, Historiker und Journalist, Berlin, Britta J├╝rgs, Verlegerin des AVIVA-Verlags und 1. Vorsitzende der B├╝cherfrauen e. V., Berlin, Katharina Karrenberg, Bildende K├╝nstlerin und Dozentin, Berlin, Magdalena Kemper, Journalistin, Berlin, Judith Kessler, Redakteurin, Berlin, Harald Kielmann, Gewerkschaftssekret├Ąr (ver.di), Mosbach, Dr. Martin Kloke, Mitglied des Cornelsen-Betriebsrates, Berlin, Doris Koch, K├╝nstlerin und Kulturwissenschaftlerin, Berlin, Dr. Mona K├Ârte, Wissenschaftliche Assistentin am Zentrum f├╝r Antisemitismusforschung der TU-Berlin, Harald Kralik, Gewerkschaftssekret├Ąr, Saalfeld (Saale), Sabine Krusen, brunnhilde e. V., frauengeschichtswerkstatt, Grit K├╝mmele, Georgetown University Study Site Director, Berlin, Prof. Dr. Achim Leschinsky, Erziehungswissenschaftler an der HU-Berlin, Doris Liebermann, Autorin, Berlin, Carmen Machwirth-Kolle, Leiterin der ver.di-Bildungsst├Ątte Saalfeld (Saale), Salean A. Maiwald, Autorin und Malerin (Gruppe Meshulash), Berlin, Dr. Michael Maier-Borst, Berlin, Prof. Andrei S. Markovits, Department of Political Sience, The University of Michigan, Ann Arbor (USA), Noel Tovia Matoff, Fotografin, Berlin, Urike Mohr, K├╝nstlerin, Berlin, Vanessa Nebgen, Berlin, Dr. Ehrhart Neubert, Vorsitzender B├╝rgerb├╝ro e. V., Erfurt, Jens Planer Friedrich, B├╝rgerb├╝ro e. V., Berlin, Eva Quistorp, MdEP a. D, Frauen f├╝r Frieden, langj├Ąhriges GEW und ver.di-Mitglied, Berlin, Prof. Dr. Birgit Rommelspacher, Alice Salomon Fachhochschule Berlin, Ernst Rosenberg, Leitender Kriminaldirektor im Ruhestand, D├╝sseldorf, Waltraud Schade, Rat und Tat e.V., Berlin, Irmtraud Schmitz, Berlin, Prof. Dr. Peter Steinbach, wiss. Leiter der Gedenkst├Ątte Deutscher Widerstand in Berlin, Professor f├╝r Neuere und Neueste Geschichte an der Universit├Ąt Karlsruhe, Michael Stognienko, Berlin, Silke Stroh, Literaturwissenschaftlerin, M├╝nster, Lala S├╝sskind, Ehrenpr├Ąsidentin der Women┬┤s International Zionist Organisation (WIZO) - Deutschland, Berlin, Miriam Tayeb, Landau, Wolfgang Templin, Publizist und B├╝rgerrechtler, Berlin, Susanne Wein, Doktorandin an der Universit├Ąt Bremen, Prof. Rhys W. Williams, Swansea, Beate Maria W├Ârz, Bildende K├╝nstlerin, Berlin

Public Affairs Beitrag vom 07.02.2007 AVIVA-Redaktion 





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