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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 20.07.2005

PISA und die zweite Runde
Brigita Bosotin

Deutschland hat deutlich zugelegt im Vergleich zur ersten PISA-Studie. Bayern lässt alle anderen Bundesländer hinter sich. Die Bildung auf Platz 1 zu setzen, gibt dem Humankapital der BRD mehr Chancen.



Stockte uns anl√§sslich der letzten PISA-Schl√ľsse der Atem, da wir im direkten Vergleich mit anderen L√§ndern schlecht abgeschnitten hatten, k√∂nnen wir jetzt langsam aufatmen. Denn gl√ľcklicherweise hat PISA 2003 bessere Nachrichten f√ľr uns. Deutschland hat anscheinend seine Schulaufgaben im Hinblick auf die miserablen Ergebnisse der einzelnen Bundesl√§nder gemacht. Am 14.07.05 gab das Kultusministerium n√§mlich in einer Pressekonferenz die neuesten Ergebnisse der PISA-Studie bekannt. Demzufolge gibt es leicht verbesserte Resultate der Leistungsmessung. Im Durchschnitt machten alle Bundesl√§nder einen kleinen Sprung nach vorn. Fortschritte gab es bei naturwissenschaftlichen und mathematischen Kompetenzen. Bei der Lesekompetenz sind wir jedoch nach wie vor sehr schwach. Was die Probleml√∂sung angeht, sind die deutschen Sch√ľlerInnen im vorderen Gebiet zu finden.

Erste Anzeichen einer Besserung sind zu bemerken, jedoch kann noch lange keine Rede davon sein, dass die tiefergehenden Probleme beseitigt wurden. Insbesondere im Bereich der Lesekompetenz von Sch√ľlerInnen sind immer noch gro√üe Missst√§nde zu verzeichnen. Darum haben Bund und L√§nder Initiativen ins Leben gerufen, die die Lesekompetenz und die F√§higkeiten im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich verbessern sollen. Die Initiativen f√ľr den mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich sind: SINUS, ChiK und PiKo.
Diese Initiativen sind erfolgreich, betrachtet man die Ergebnisse der Studie.
Zur F√∂rderung der Lesekultur von Kindern wurde ein Aktionsrahmenplan zur F√∂rderung der Lesekompetenz von Sch√ľlerInnen entwickelt, der die Neugier und den Spa√ü am Lesen entdecken soll. Auch f√ľr Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund steht die Sprachf√∂rderung im Fokus. So soll das Leseverst√§ndnis ausl√§ndischer Kinder, deren Eltern keine Hilfestellung beim Erlernen des Lesens geben k√∂nnen, gef√∂rdert werden.

Die zust√§ndigen PolitikerInnen sehen in der BRD trotz erster Erfolge zuk√ľnftig einen dringenden Handlungsbedarf, da die soziale Herkunft, im Vergleich zu anderen europ√§ischen L√§ndern, noch immer einen dramatischen Einfluss auf die sp√§tere Bildung aus√ľbt. Zielsetzung ist darum die Schaffung und Sicherung gleicher Zukunftschancen unabh√§ngig vom sozialen Background.

Die Bundesregierung sieht in Ganztagsschulen eine M√∂glichkeit, dem Problem auf den Grund zu gehen, weil die Lehrkr√§fte dann einen gr√∂√üeren Spielraum f√ľr die F√∂rderung haben. Im besonderen Brennpunkt steht die Unterst√ľtzung von Schulen in sozial schwachen Regionen und Bezirken Deutschlands. Die angepackte Bildungsreform muss konsequent fortgesetzt werden, meint Bildungsministerin Edelgard Buhlmann.

Der Grund, wieso Bayern meistens in den vorderen Regionen zu finden ist, liegt wohl daran, dass die Schulbildung dort viel leistungsorientierter als in anderen Bundesl√§ndern ist. Bayern liegt immer noch um L√§ngen vor anderen Bundesl√§ndern. Und im Bereich der mathematischen Kompetenz ist Bayern in der Gruppe der F√ľhrenden, also Weltspitze, nur knapp hinter Finnland.

Deutschland muss und soll sich auf seine eigentlichen F√§higkeiten zur√ľckbesinnen, da es ein Land ohne viele Rohstoffe ist. Der einzige Rohstoff, der in der BRD nachw√§chst, ist das Humankapital und das sollte man nicht vergessen, sondern pflegen, nicht zuletzt sind wir als das Volk der DichterInnen und DenkerInnen bekannt. Aber auch das st√§ndige Hin und Her in der Rechtschreibreform macht es den Kinder von Heute nicht einfacher, in der Lesekompetenz besser abzuschneiden. Die ReformerInnen sollten langsam zum Ende gelangen und sich f√ľr eine Version entscheiden. Solange die Neuerungen Sinn machen, ist gegen sie nichts einzuwenden, aber sobald sie anfangen, W√∂rter, die sich im deutschen Sprachgebrauch √ľber Jahrzehnte eingeb√ľrgert haben, zu verdeutschen, erscheint die Reform √ľber die Str√§nge zu schlagen. So sind W√∂rter wie Portemonnaie (Portmonee), Chauffeur (Schoff√∂r) oder Portrait (Portr√§t) bis ins unkenntlichste ver√§ndert und angeblich vereinfacht worden. Aber bei soviel Flei√ü fragt sich die aufgeweckte Leserin, wieso so viel Eifer an der falschen Stelle eingebracht wird, wo die Menschen es jahrelang geschafft haben, die W√∂rter richtig zu schreiben. Das geht √ľbers Ziel hinaus und kostet die SteuerzahlerInnen Jahr f√ľr Jahr viel Geld, das eventuell in anderen Bereichen mehr Sinn machen w√ľrde, so z. B. im Gesundheitsbereich. Dennoch w√§re eine reformierte Bildungspolitik, in deren Mittelpunkt die prim√§re F√∂rderung und Schaffung von gleichen Chancen steht, w√ľnschenswert. Nat√ľrlich sollte √ľber die F√∂rderung der Lernschwachen, die Begabtenf√∂rderung nicht vergessen werden.

(Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums)

Public Affairs Beitrag vom 20.07.2005 AVIVA-Redaktion 





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