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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 07.09.2005

Jetzt einmischen - fĂŒr Geschlechterdemokratie
AVIVA-Redaktion

Die UnterzeichnerInnen der Initiative fĂŒr mehr Geschlechergerechtigkeit fordern eine Politik, die den LebensrealitĂ€ten von Frauen und MĂ€nnern gerecht wird.



"Macht und Geld sind noch nicht gleich zwischen Frauen und MĂ€nnern verteilt.
Das ist ein Armutszeugnis fĂŒr die Demokratie in unserem Land", meinen die InitiatorInnen. "Politik darf dieses geschlechterdemokratische Defizit nicht hinnehmen und muss die Gesellschaft entsprechend umgestalten. Dazu brauchen wir eine lebendige und fantasievolle politische Kultur, in der sich die vorhandenen Kenntnisse und vielfĂ€ltigen Erfahrungen von Menschen entfalten können. Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen auf allen Entscheidungsebenen, eine Umverteilung von Erwerbs-, Familien- und ehrenamtlicher Arbeit zwischen Frauen und MĂ€nnern sind wichtige Bestandteile dieser zukĂŒnftigen Demokratie.

Gesellschaftliche Probleme werden nicht gelöst, indem in Zeiten des Umbruchs auf alte Muster und Strukturen zurĂŒckgegriffen wird, um Sicherheit in alt BewĂ€hrtem zu suggerieren. Versuche a la Paul Kirchhof Frauen auf die Arbeit im Haus und MĂ€nner auf die Arbeit im Beruf zu beschrĂ€nken, sind realitĂ€tsfern und wirtschaftlich unsinnig. Die schleichende Abkehr vom Grundsatz "Starke Schultern mĂŒssen mehr tragen" durch Kopfpauschale und flat tax verschlechtert die Lage von Frauen zu Gunsten von MĂ€nnern, da Frauen in der Regel ĂŒber niedrigere Einkommen verfĂŒgen. Eine Politik, die Frauen zurĂŒckdrĂ€ngt in die AbhĂ€ngigkeit von Mann und Staat, lehnen wir ab!"

Eine zukĂŒnftige Bundesregierung soll:

  • es Frauen und MĂ€nnern ermöglichen, ihre Existenz eigenstĂ€ndig zu sichern.

  • die sozialen Sicherungssysteme durch die EinfĂŒhrung einer BĂŒrgerversicherung und einer existenzsichernden Grundsicherung so umbauen, dass auch Menschen mit berufsbiographischen LĂŒcken langfristig abgesichert sind.

  • eine moderne Familienpolitik vorantreiben, die auch die MĂ€nner einbezieht und statt der Ehe das Zusammenleben mit Kindern fördert.

  • Diskriminierung von Frauen entschieden bekĂ€mpfen. HierfĂŒr ist ein Antidiskriminierungsgesetz ein wesentlicher Baustein.

  • die Privatwirtschaft mit einem Gleichstellungsgesetz in die Pflicht nehmen.

  • die Verwirklichung des Grundsatzes "Gleicher Lohn fĂŒr gleichwertige Arbeit" anstreben und Maßnahmen zu seiner Verwirklichung einleiten.

  • eine Infrastruktur schaffen, die hilft partnerschaftliche Modelle von Familie, Erwerbsarbeit und bĂŒrgerschaftlichem Engagement zu vereinbaren.

  • darauf hinwirken, dass die Gesellschaft ihre gemeinsame Verantwortung fĂŒr Kinderbetreuung und Pflege wahrnimmt. Der Ausbau der Kinderbetreuung, auch fĂŒr unter 3-jĂ€hrige, die Förderung verlĂ€sslicher Ganztagsschulen sind wichtige Schritte.

  • den Ansatz des Gender Mainstreaming engagiert weiter entwickeln und umsetzen.


  • Die Weiterentwicklung der politischen Kultur benötigt die Expertise und Ideenvielfalt aus Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft! Damit es am 18. September 2005 nicht zu einem geschlechterpolitischen RĂŒckschritt kommt, rufen wir alle Frauen und MĂ€nner dazu auf, die Parteien sorgfĂ€ltig darauf hin zu prĂŒfen, ob sie die unterschiedlichen Sichtweisen, LebensrealitĂ€ten und BedĂŒrfnisse von Frauen und MĂ€nnern im Blick haben und wie sie diese gestalten wollen.

    Dem Initiativkreis gehören an:
    Elke Ferner, MdB Bundesvorsitzende ASF, Berlin
    Anne Jenter, Leiterin des Vorstandsbereich Frauenpolitik GEW, Berlin
    Katja Husen, Frauenpolitische Sprecherin Bundesvorstand BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Hamburg
    Margret Mönig-Raane, Stellvertretende Bundesvorsitzende Verdi, Berlin
    Dr. Claudia NeusĂŒĂŸ, Politikberaterin, Projektentwicklung, Berlin
    Dr. Inge von Bönninghausen, Journalistin, Berlin
    Dr. Katja von der Bey, Vorstand und GeschĂ€ftsfĂŒhrung WeiberWirtschaft eG, Berlin

    Die Liste der ErstunterzeichnerInnen und weitere Infos im Netz unter www.frauenpolitik-jetzt.de

    Public Affairs Beitrag vom 07.09.2005 AVIVA-Redaktion 





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