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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 29.09.2005

Vermehrte Prostitution während Fußball-WM 2006
AVIVA-Redaktion

Der Deutsche Frauenrat fordert das DFB-Pr√§sidium auf, die Kampagne "M√§nner sind gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution" w√§hrend der WM 2006 durchzuf√ľhren, und wendet sich an die Spieler.



Erfahrungsgem√§√ü steigt die Nachfrage nach sexuellen Dienstleistungen in der Umgebung der Wettkampfst√§tten sprunghaft an. So zuletzt bei der Olympiade in Athen. Eine Zunahme des Menschenhandels und der Zwangsprostitution wird bef√ľrchtet. Daher hat der Deutsche Frauenrat in einem Brief die Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft gebeten, sich √∂ffentlich gegen diese Menschenrechtsverletzung auszusprechen.

Die Vorsitzende, Brunhilde Raiser schreibt: "Sagen Sie, die in den Augen vieler ‚Äörichtige M√§nner¬ī sind, offen, dass richtige M√§nner gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution sind", in ihrem Brief an die Nationalspieler. Als einziger antwortete bisher Torh√ľter Jens Lehmann. "Ich werde dieses Anliegen an meine Nationalmannschaftskollegen weiter leiten und die Ergebnisse einer eventuellen Diskussion an Sie berichten... Gegebenfalls werde ich auch an meine Kollegen in London herantreten, die voraussichtlich an der WM teilnehmen werden." Die Nationalmannschaft sei sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst, sowohl der Bundestrainer als auch die Nationalmannschaft w√ľrden "Ihrem gut gemeinten Appell aus grunds√§tzlichen Erw√§gungen nicht folgen", lie√ü hingegen der Leiter des B√ľros der Nationalmannschaft mitteilen.

Au√üerdem forderte der Deutsche Frauenrat das DFB-Pr√§sidium auf, die Kampagne "M√§nner sind gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution" w√§hrend der WM 2006 durchzuf√ľhren. Der Ehrenpr√§sident des DFB, Egidius Braun, der Pr√§sident des WM-Organisationskomitees, Franz Beckenbauer, der Bundestrainer, J√ľrgen Klinsmann, der Bundesminister des Inneren, Otto Schily, und die Bundesministerin f√ľr Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt wurden gebeten, eine solche Kampagne zu unterst√ľtzen.

Der bisher eingegangenen Antwort des Vizepräsidenten des DFB, Wolfgang Niersbach, war ein Brief des DFB-Präsidenten Mayer-Vorfelder an die Bundesfrauenministerin Renate Schmidt beigelegt. Daraus geht hervor, dass sich der DFB und das WM-Organisationskomitee mit dieser "leidigen Angelegenheit" nicht befassen werden. Die Entscheidung sei gemeinsam mit der FIFA gefallen, soziale Aktivitäten auf Unicef und die SOS-Kinderdörfer zu konzentrieren. "

√úber den Brief an die Nationalspieler informierte der Deutsche Frauenrat auch die Oberb√ľrgermeisterInnen der Austragungsorte der WM 2006. Sie wurden gebeten, mit all ihren Kr√§ften gegen die zu bef√ľrchtenden Zwangsprostitutionen vorzugehen. Bisher wurde aber nur aus den Antworten der St√§dte Berlin und K√∂ln deutlich, dass sie entsprechende Vorkehrungen treffen wollten.

Brief an die Nationalspieler im Wortlaut (Beispiel Oliver Kahn):
www.frauenrat.de/files/BrfKahn.pdf

Brief an die WM-Organisatoren im Wortlaut (Beispiel Franz Beckenbauer): www.frauenrat.de/files/BrfBeckenbauer.pdf

Weitere Informationen finden Sie unter www.frauenrat.de

Public Affairs Beitrag vom 29.09.2005 AVIVA-Redaktion 





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