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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 28.11.2003

Lise Meitner - j├╝dische Wissenschaftlerin und Frau des Jahres 1946
Sabine Grunwald

Sie f├╝hrte ein Leben f├╝r die Wissenschaft. Die Ausstellung vom 7. 11. - 13. 12. 2003 zum 125. Geburtstag in der Berliner Staatsbibliothek dokumentiert ihr Leben



Die ├Âsterreichische Physikerin Lise Meitner (1878-1968) hat alle Fragen zu ihrem pers├Ânlichen Leben stets strikt abgelehnt. Die Berliner Staatsbibliothek stellt nun pers├Ânliche Briefe und Fotografien aus. Diese Zeitdokumente zeigen die Zerrissenheit ihres Lebens.
Die Wienerin und Halbj├╝din begeisterte sich bereits als Jugendliche f├╝r physikalische Ph├Ąnomene. Zusammen mit einer Mitstudentin gelang ihr die Aufnahme an der Wiener Universit├Ąt f├╝r das Studium der Physik.

Durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten verlor die Wissenschaftlerin ihre schwer erk├Ąmpfte wissenschaftliche und finanzielle Grundlage. Sie fl├╝chtete aus dem faschistischen Deutschland und emigrierte nach Schweden, nach Stockholm.
Der Bruch ihrer akademischen Karriere konnte auch durch die zahlreichen Anerkennungen und Ehrungen im In- und Ausland nicht mehr wettgemacht werden. Obwohl sie mehrfach f├╝r die Auszeichnung vorgeschlagen wurde, ging der Nobelpreis an ihren jahrelangen Mitarbeiter Otto Hahn.
Die Ausstellung sensibilisiert die Besucherinnen f├╝r den schweren Lebensweg einer Frau, f├╝r die das Abenteuer der Naturwissenschaften Alles bedeutete.

Elise Meitner, genannt Lise, wird am 7.11.1878 in Wien geboren. Wie schon ihre ├Ąltere Schwester legt sie als Externe das Abitur ab und studiert, gemeinsam mit nur einer weiteren Frau, an der Wiener Universit├Ąt.
Am Kaiser-Wilhelm Institut in Berlin erh├Ąlt sie eine bezahlte Stelle als Mitarbeiterin und arbeitet fortan mit dem Chemiker Otto Hahn zusammen. Nach ihrer Habilitation h├Ąlt Lise Meitner Vortr├Ąge an der Universit├Ąt und wird als kompetente Physikerin zu zahlreichen Vortr├Ągen ins In- und Ausland eingeladen.
Als Halbj├╝din f├Ąllt sie unter das Rassengesetz und fl├╝chtet 1938 nach Stockholm. Im Exil verifiziert sie, im brieflichen Austausch mit Otto Hahn, die Theorie der Kernspaltung.
1946 wird die Physikerin vom Presseclub der Journalistinnen Amerikas zur "Frau des Jahres" gew├Ąhlt.
Die 1946 in Berlin angebotene Doktorenstelle am Max-Planck-Institut lehnt sie ab, da die Wissenschaftlerin die politische Haltung und den Antisemitismus der deutschen Bev├Âlkerung kennen- und f├╝rchten gelernt hat.


Tr├Ąger der Ausstellung: Hahn-Meitner-Institut Berlin gemeinsam mit Humboldt Universit├Ąt zu Berlin, Freie Universit├Ąt Berlin, Max-Planck-Gesellschaft, M├╝nchen
Eintritt 2 Euro, erm├Ą├čigt 1 Euro, Samstag frei
Mo-Fr. 10 - 20 Uhr, Sa 10 - 17 Uhr
Staatsbibliothek zu Berlin - Preu├čischer Kulturbesitz
Potsdamer Stra├če 33, 10785 Berlin-Tiergarten
Katalog: 10 Euro
Vom 10. 11. - 12. 12 bietet der Kurator Dr. Jost Lemmerich f├╝r Schulklassen und Gruppen ab 5 Personen F├╝hrungen an: Dauer ca. 30-40 Min.
Eintritt 2 Euro/1 Euro, F├╝hrung kostenlos
Terminvereinbarung: Elke Schramm, Tel. 030/8062-2051, Hahn-Meitner-Institut
www.staatsbibliothek-berlin.de

Public Affairs Beitrag vom 28.11.2003 Sabine Grunwald 





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