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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 28.09.2006

Aktionswochen gegen Antisemitismus
Sarah Ross

Die Woche rund um den 09. November 2006 wird wieder zum Anlass genommen, antisemitische Vorfälle und aktuelle Erscheinungsformen von Antisemitismus öffentlich zu thematisieren.



Bereits zum dritten Mal finden in mehreren deutschen Gemeinden und St√§dten die Aktionswochen gegen Antisemitismus statt, an der sich neben zahlreichen anderen Initiativen und Organisationen auch die Amadeu Antonio Stiftung beteiligt. In der Woche rund um den 09. November 2006 versuchen die VeranstalterInnen erneut mit Hilfe von Lesungen, Vortr√§gen, Filmvorf√ľhrungen, Ausstellungen, Gedenkveranstaltungen und Diskussionsrunden das Thema Antisemitismus in seinen verschiedenen Erscheinungsformen zu thematisieren und gegen antisemitische Vorf√§lle in der Bev√∂lkerung vorzugehen. Ziel ist es, einen √∂ffentlichen Meinungsaustausch dar√ľber unter den EinwohnerInnen einzelner Gemeinden und St√§dte anzuregen.

Dass der Antisemitismus nach wie vor ein zentrales Problem in unserer Gesellschaft darstellt, zeigen Anfeindungen wie "Was Ihr mit Euren Nachbarn macht ist noch eine Nummer gr√∂√üer als der Holocaust!", mit denen der Zentralrat der Juden in Deutschland und andere j√ľdische Einrichtungen in j√ľngster Zeit √ľberh√§uft wurden. Besonders in den Sommermonaten 2006 erfuhren im Zusammenhang mit dem israelischen Kriegseinsatz im Libanon, jahrhunderte alte antisemitische Stereotype in der deutschen Presse und auf den Friedensdemonstrationen eine makabere Renaissance: So war vom israelischen Kindermord die Rede, vom Blutsauger und von dem hinterh√§ltigen √úberfall, den dieser Krieg dargestellt habe.
Begleitet wurden diese √Ąu√üerungen von den in Deutschland normal gewordenen antisemitischen Vorf√§llen: Friedhofssch√§ndungen, antisemitische Schmierereien an Hausw√§nden und Denkm√§lern, "du Jude" als Schimpfwort auf Schulh√∂fen, √úbergriffe auf Personen.

Damit auch in diesem Jahr die "Aktionswochen gegen Antisemitismus" wieder ein breites Publikum erreichen, ruft die Amadeu Antonio Stiftung interessierte Initiativen und Vereine vor Ort auf, sich mit vielf√§ltigen Projekten auf lokaler Ebene zu beteiligen. Die Stiftung unterst√ľtzt die lokalen Initiativen gerne bei der Ideenfindung, Realisierung und Durchf√ľhrung der Veranstaltungen. Neben Anregungen zum Programm wird es auch ein gemeinsames Kampagnenplakat, das ab Oktober bei der Stiftung bestellt werden kann, und auf dem die VeranstalterInnen auch genannt werden. Im vergangenen Jahr haben sich in 20 St√§dten und Gemeinden 50 Organisationen an der Aktionswoche beteiligt.

Die Amadeu Antonio Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, eine zivile Gesellschaft zu f√∂rdern, die einer rechtsextremen Alltagskultur entgegentritt. Daf√ľr werden Initiativen und Projekte unterst√ľtzt, die kontinuierlich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus vorgehen, sich f√ľr eine demokratische Zivilgesellschaft engagieren und f√ľr den Schutz von Minderheiten eintreten. Sie ist eine gemeinn√ľtzige Stiftung b√ľrgerlichen Rechts und steht unter der Schirmherrschaft von Wolfgang Thierse, dem Vizepr√§sidenten des Deutschen Bundestages.

Sämtliche Veranstaltungen der Aktionswochen gegen Antisemitismus werden im Internet auf www.projekte-gegen-antisemitismus.de veröffentlicht. Wenn Sie sich an den Aktionswochen beteiligen möchten oder schon Veranstaltungen planen, nehmen Sie bitte Kontakt mit der Stiftung auf.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
www.amadeu-antonio-stiftung.de.


Public Affairs Beitrag vom 28.09.2006 Sarah Ross 





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