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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 27.11.2017

Skandalurteil. Kristina H├Ąnel verurteilt - Kampagne f├╝r ein Informationsrecht f├╝r Frauen zum Thema Schwangerschaftsabbruch auf Change.org unterst├╝tzen
AVIVA-Redaktion

Die ├ärztin erm├Âglicht es Interessierten auf ihrer Webseite ├╝ber einen Link, Informationen zu einem legalen Schwangerschaftsabbruch zu erhalten. Laut ┬ž219a StGB ist das verboten. Auf dieser Basis wurde Kristina H├Ąnel von Abtreibungsgegner*innen angezeigt, von der Staatsanwaltschaft angeklagt und am 24. November 2017 vom Amtsgericht Gie├čen zu 40 Tagess├Ątzen ├á 150 ÔéČ verurteilt. Das nimmt sie so nicht hin. N├Ąchster Stopp: Revision am Landgericht Gie├čen.



Das Urteil des Amtsgerichts Gie├čen vom 24. November 2017 gegen die ├ärztin Dr. Kristina H├Ąnel wegen Versto├čes gegen Paragraph 219 ist ein Skandal.

Zum Hintergrund:
Auf ihrer Homepage hatte die Fach├Ąrztin f├╝r Allgemeinmedizin juristische und medizinische Informationen zu Schwangerschaftsabbr├╝chen bereitgestellt und dar├╝ber informiert, dass sie diese auch durchf├╝hren w├╝rde.
Seit mehr als zehn Jahren wurde sie wiederholt von Abtreibungsgegnern, u.a. der "INITIATIVE NIE WIEDER e.V." wegen Werbens f├╝r den Abbruch einer Schwangerschaft (┬ž219a StGB) angezeigt.

Dr. Kristina H├Ąnel arbeitet seit 1981 als approbierte ├ärztin. Auf ihrer Homepage (www.kristinahaenel.de) beschreibt sie ihr Spektrum wie folgt: "Mit gro├čem Engagement und pers├Ânlichem Einsatz besch├Ąftige ich mich mit den Themen Frauengesundheit, Sexualit├Ąt, Familienplanung, Schwangerschaft, Geburt und Schwangerschaftsabbruch. Frauen in Notlagen ad├Ąquate medizinische und psychosoziale Betreuung zu bieten ist meine Berufung. Ich bin engagierte Not├Ąrztin im Rettungsdienst. In der Allgemeinmedizin verfolge ich einen ganzheitlichen Ansatz, der jeden Menschen in seiner k├Ârperlichen, seelischen und sozialen Gesamtheit sieht."

Genau daf├╝r soll sie nun bestraft werden. Abtreibungsgegner*innen haben sie angezeigt und mit ihrer Anzeige Erfolg gehabt. Im Jahr 2017 wird an deutschen Gerichten noch immer Recht gesprochen auf Grundlage von Paragraphen und Gesetzen, die 1933 von Nazis eingef├╝hrt wurden. Und die im absoluten Gegensatz zu Artikel 3 des Grundgesetzes stehen, wonach Frauen und M├Ąnner gleichberechtigt sein sollenÔÇŽ

Frauen, die sich bei einer ungeplanten und unerw├╝nschten Schwangerschaft nicht informieren d├╝rfen, werden wieder einmal in die Grauzone abgeschoben. Die Selbstbestimmung von Frauen ├╝ber den eigenen K├Ârper ist ein Grundrecht, das mit diesem Urteil mit F├╝├čen getreten wurde. Genau 46 Jahre (!) nach der ├Âffentlichen Aktion gegen den Paragraphen 218 "Wir haben abgetrieben!", initiiert von der Feministin und sp├Ąteren Gr├╝nderin der Emma, Alice Schwarzer, scheint es, als seien alle K├Ąmpfe der Frauen umsonst gewesen.

Die Petition

Im Oktober 2017 startete Kristina H├Ąnel ihre Petition auf Change.org. Dazu Campaignerin Annika Heintz, Change.org Deutschland, die Kristina H├Ąnel ins Gericht begleitet hatte:

"Seitdem haben wir sie bei der Mobilisierung unterst├╝tzt, Presseanfragen f├╝r sie verwaltet, Kampagnenvideos gebastelt und nat├╝rlich waren wir auch auf einer pers├Ânlichen Ebene f├╝r sie da.

Die Kampagne h├Ątte mit einem Freispruch schnell vorbei sein k├Ânnen, aber die Verurteilung ist f├╝r uns noch mehr Anlass nicht loszulassen und Kristina bis zum Ende ihrer Kampagne zu begleiten. Wir sind darauf eingestellt, dass es auch Jahre dauern k├Ânnte."


Dr. Kristina H├Ąnel ist dennoch hoffnungsvoll gestimmt: "Dank Change.org und dank diesen jetzt knapp 120.000 Stimmen ist es mir gelungen das Schweigen zu brechen. Und das war der Beginn dessen was jetzt passiert. Wir werden das Informationsrecht f├╝r Frauen erreichen!"

Kristina H├Ąnel weiter: "Ich bin f├╝r das Recht von Frauen, sich im Internet ├╝ber angebotene Leistungen von ├ärzten und ├ärztinnen zum Schwangerschaftsabbruch zu informieren. Informationsrecht ist ein Menschenrecht. Der ┬ž219a behindert dieses Recht.
Bitte unterst├╝tzen Sie meine Petition."


Kristina H├Ąnel bei ihrer Kampagne f├╝r ein "Informationsrecht f├╝r Frauen zum Thema Schwangerschaftsabbruch" auf Change.org unterst├╝tzen:

www.change.org

Kristina H├Ąnel nach dem Urteil:

www.change.org

www.facebook.com


Quellen: Change.org Deutschland, Homepage Kristina H├Ąnel

Public Affairs > Diskriminierend Beitrag vom 27.11.2017 AVIVA-Redaktion 





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