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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2021 - Beitrag vom 08.03.2004


Vernachlässigt! Frauen in den Nachrichten der Printmedien
Tatjana Zilg

Eine aktuelle Stichprobenuntersuchung des Journalistinnenbundes zeigte, dass die Präsenz von Frauen in den Printmedien weiterhin zu niedrig ist




Weniger als 20 Prozent der in den Hauptnachrichten deutscher Printmedien genannten Personen sind weiblich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Stichprobenuntersuchung, die der Journalistinnenbund am 2. Februar 2004 durchgeführt hat. Dabei wurden wie in den Vorjahren 13 bundesweite und regionale Tageszeitungen und deren Online-Angebote ausgewertet. Ausgezählt wurde, wie viele Männer und Frauen jeweils als BerichterstatterInnen/FotografInnen namentlich auftraten und wie viele Männer und Frauen als Nachrichtensubjekte namentlich genannt, zitiert und/oder auf einem Foto abgebildet wurden.

Die diesjährige Stichprobe weist gegenüber dem Vorjahr insgesamt einen Anstieg von weiblichen Nennungen um fast fünf Prozent (von 13,4 auf 18,2 Prozent) auf. Im Online-Bereich lag der Frauenanteil sogar bei 20 Prozent. Verglichen jedoch mit den Zahlen der Jahre 2001 und 2002 hat sich keine signifikante Veränderung ergeben.Trotz steigender Präsenz von Frauen in Politik, Führungs- Fachpositionen und im Journalismus, stagniert der Anteil von Frauen in den Hauptnachrichten. Er pendelt seit Jahren (mit Schwankungen von ± 4 Prozent) um die 18 Prozent-Marke herum und stimmt damit mit dem internationalen Durchschnittswert des GMMP 2000 überein.

Am häufigsten wurde über Politikerinnen berichtet, sehr wenig dagegen fand sich über im Kulturbereich tätige Frauen. Umso mehr dominierten Stars in der Unterhaltungsbranche, wie z. B. bei der Verleihung der Goldenen Kamera. Frauen werden auf Online-Seiten mit Zusätzen wie "die attraktive" Schauspielerin oder die "Filmgrazie" versehen. Auffällig ist auch, dass Frauen als Sprecherin, Expertin oder Ärztin oft namenlos bleiben, während Männer in entsprechenden Funktionen mit vollem Namen erwähnt werden.

Die Stichproben bei deutschen Printmedien orientieren sich an zwei weltweiten Medien-Monitoring-Projekten . (GMMP) mit Beteiligung von 70 Ländern in den Jahren 1995 und 2000. Sie vollziehen die internationalen Resultate in den meisten Punkten nach. 2005 wird sich der Journalistinnenbund an einer dritten Runde des GMMP beteiligen.

Darüber hinaus startet der Journalistinnenbund im April 2004, unterstützt vom Bundesfrauenministerium, ihre Initiative
"Der G-Faktor - Geschlechterperspektiven in der journalistischen Aus- und Fortbildung" . Ziel ist es, durch gezielte Gender-Training-Programme die journalistische Qualität langfristig in Hinblick auf Geschlechterdemokratie und Vielfalt zu verbessern. Die Initiative richtet sich im ersten Schritt an Verantwortliche und MultiplikatorInnen der journalistischen Aus- und Weiterbildung.

(Quelle: V.i.S.d.P: Ulrike Helwerth)

Alle Informationen zu den Ergebnissen der Stichprobenuntersuchung, dem GMMP
und der Initiative "Der G-Faktor" im Netz unter:

www.journalistinnen.de



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Beitrag vom 08.03.2004

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