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AVIVA-BERLIN.de im April 2021 - Beitrag vom 03.05.2006


Berliner Zeitung erhält Preis der Pressefreiheit
Agnes Winklarz

DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken würdigte das "mutige und engagierte Eintreten der Redaktion gegen die Übernahme des Berliner Verlags durch ein ausländisches Finanzkonsortium".




In einer Feierstunde im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin hat der Deutsche Journalisten-Verband am Nachmittag des 02.05.06 der Redaktion der Berliner Zeitung den DJV-Preis der Pressefreiheit 2006 verliehen.

In seiner Laudatio betonte Bundesinnenminister a.D. Gerhart R. Baum die grundsätzliche Bedeutung der Pressefreiheit: "Sie ist ein Fundamentalrecht, dessen Existenz und Ausübung für eine freiheitlich-demokratische Staatsordnung schlechthin konstituierend ist."
Durch politische Entwicklungen seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 seien die Menschenrechte und damit auch die Pressefreiheit Opfer eines erschreckenden Erosionsprozesses geworden.
Als Beispiele nannte Baum die Aushöhlung des Informantenschutzes und Durchsuchungen von Redaktionsräumen.
Er kritisierte die Verfolgung von JournalistInnen wegen Beihilfe zur Verletzung von
Dienstgeheimnissen und forderte die Streichung dieses Tatbestandes aus dem Gesetz.

Die Pressefreiheit sah der ehemalige Innenminister auch bei der Berliner Zeitung gefährdet. Das Geschäftsmodell der neuen Eigentümer sei so angelegt, dass es die innere Pressefreiheit und die publizistische Unabhängigkeit gefährden könne.
"Die Mitarbeiter der Berliner Zeitung haben Mut bewiesen. Sie haben gegen ihren künftigen und heutigen Arbeitgeber im Interesse einer Sache, die über den Verlag weit hinausgeht, öffentlich ihre Argumente vorgetragen und ein hohes persönliches Risiko auf sich genommen - bis heute", hob er hervor. Seine Laudatio beendete er mit den Worten: "Die journalistische Qualität und das journalistische Profil der Berliner Zeitung müssen erhalten bleiben."

Aus der Redaktion der Berliner Zeitung waren 60 Journalistinnen und Journalisten bei der Preisverleihung anwesend. Stellvertretend für sie nahm Chefredakteur Dr. Uwe Vorkötter den mit 7.500 Euro dotierten Preis aus den Händen des DJV-Vorsitzenden entgegen. Vorkötter sagte: "Ich freue mich für die Kolleginnen und Kollegen der Redaktion sehr über den DJV-Preis der Pressefreiheit. Er ist ein Zeichen der Ermutigung für uns alle."
Vorkötter dankte allen JournalistInnen für die vielfältige Solidarität, die sie im letzten Herbst geübt hätten. "Diese Geschlossenheit hat uns sehr geholfen." Die Redaktion will das Preisgeld einer gemeinnützigen Sozialeinrichtung in Berlin-Neukölln spenden.


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Beitrag vom 03.05.2006

AVIVA-Redaktion 






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