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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 28.09.2006


Aktionswochen gegen Antisemitismus
Sarah Ross

Die Woche rund um den 09. November 2006 wird wieder zum Anlass genommen, antisemitische Vorfälle und aktuelle Erscheinungsformen von Antisemitismus öffentlich zu thematisieren.




Bereits zum dritten Mal finden in mehreren deutschen Gemeinden und Städten die Aktionswochen gegen Antisemitismus statt, an der sich neben zahlreichen anderen Initiativen und Organisationen auch die Amadeu Antonio Stiftung beteiligt. In der Woche rund um den 09. November 2006 versuchen die VeranstalterInnen erneut mit Hilfe von Lesungen, Vorträgen, Filmvorführungen, Ausstellungen, Gedenkveranstaltungen und Diskussionsrunden das Thema Antisemitismus in seinen verschiedenen Erscheinungsformen zu thematisieren und gegen antisemitische Vorfälle in der Bevölkerung vorzugehen. Ziel ist es, einen öffentlichen Meinungsaustausch darüber unter den EinwohnerInnen einzelner Gemeinden und Städte anzuregen.

Dass der Antisemitismus nach wie vor ein zentrales Problem in unserer Gesellschaft darstellt, zeigen Anfeindungen wie "Was Ihr mit Euren Nachbarn macht ist noch eine Nummer größer als der Holocaust!", mit denen der Zentralrat der Juden in Deutschland und andere jüdische Einrichtungen in jüngster Zeit überhäuft wurden. Besonders in den Sommermonaten 2006 erfuhren im Zusammenhang mit dem israelischen Kriegseinsatz im Libanon, jahrhunderte alte antisemitische Stereotype in der deutschen Presse und auf den Friedensdemonstrationen eine makabere Renaissance: So war vom israelischen Kindermord die Rede, vom Blutsauger und von dem hinterhältigen Überfall, den dieser Krieg dargestellt habe.
Begleitet wurden diese Äußerungen von den in Deutschland normal gewordenen antisemitischen Vorfällen: Friedhofsschändungen, antisemitische Schmierereien an Hauswänden und Denkmälern, "du Jude" als Schimpfwort auf Schulhöfen, Übergriffe auf Personen.

Damit auch in diesem Jahr die "Aktionswochen gegen Antisemitismus" wieder ein breites Publikum erreichen, ruft die Amadeu Antonio Stiftung interessierte Initiativen und Vereine vor Ort auf, sich mit vielfältigen Projekten auf lokaler Ebene zu beteiligen. Die Stiftung unterstützt die lokalen Initiativen gerne bei der Ideenfindung, Realisierung und Durchführung der Veranstaltungen. Neben Anregungen zum Programm wird es auch ein gemeinsames Kampagnenplakat, das ab Oktober bei der Stiftung bestellt werden kann, und auf dem die VeranstalterInnen auch genannt werden. Im vergangenen Jahr haben sich in 20 Städten und Gemeinden 50 Organisationen an der Aktionswoche beteiligt.

Die Amadeu Antonio Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, eine zivile Gesellschaft zu fördern, die einer rechtsextremen Alltagskultur entgegentritt. Dafür werden Initiativen und Projekte unterstützt, die kontinuierlich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus vorgehen, sich für eine demokratische Zivilgesellschaft engagieren und für den Schutz von Minderheiten eintreten. Sie ist eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts und steht unter der Schirmherrschaft von Wolfgang Thierse, dem Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages.

Sämtliche Veranstaltungen der Aktionswochen gegen Antisemitismus werden im Internet auf www.projekte-gegen-antisemitismus.de veröffentlicht. Wenn Sie sich an den Aktionswochen beteiligen möchten oder schon Veranstaltungen planen, nehmen Sie bitte Kontakt mit der Stiftung auf.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
www.amadeu-antonio-stiftung.de.



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Beitrag vom 28.09.2006

Sarah Ross 






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