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AVIVA-BERLIN.de im März 2021 - Beitrag vom 05.07.2002


Führungsfrauen im IT-Medien-Bereich
Sharon Adler

Nur 9 Prozent der Topmanager in Deutschland sind Frauen




Tenor des Meetings: Der IT- und Medien-Bereich ist der Sektor mit den höchsten Wachstumsraten und die Nachfrage nach Spitzenleuten ist groß. Deshalb können es sich Unternehmen nicht leisten, auf die vielfältigen Potentiale von Frauen zu verzichten. Firmen, die es vernachlässigen, weibliche Spitzenkräfte in ihre Führungsebene zu integrieren, verschenken Wettbewerbsvorteile. Chancengleichheit ist laut IHK nicht mehr länger ein sozialpolitisches Anliegen, sondern ein harter betriebswirtschaftlicher Erfolgsfaktor.

Die Situation sei aber immer noch alles andere als zufriedenstellend. "Wo bleiben die Frauen?" fragte Dr. Meister-Scheufelen und betonte die gesellschaftspolitische Brisanz des Themas. Frauen seien zwar in hohem Maße als IT-KonsumentInnen betroffen, doch die Inhalte und die Standards etwa im Internet-Bereich würden meist von Männern bestimmt. Doch es gäbe gute Chancen für Frauen vor allem in Berlin, denn die Hauptstadt sei der attraktivste Standort (neben München) in der IT-Branche, so die StaatssekretärIn. So hätten z.B. 13 Prozent aller deutschen Start-ups und 90 Callcenter ihren Sitz in Berlin. Es gäbe 30.000 offene Stellen, weil Fachkräfte fehlen würden ("Sie werden händeringend gesucht!"). Deshalb seien regelmäßige Veranstaltungen wie der "First Tuesday" auch sehr wichtig.
Einwände aus dem Publikum, dass der Berliner Standort für viele ArbeitnehmerInnen nicht attraktiv ist, weil Berliner Firmen keine anständigen Gehälter zahlen würden, ließ Gisela Meister-Scheufelen nicht gelten: "Berlin ist noch in der Aufholphase. Außerdem sind die Lebenshaltungskosten im Vergleich etwa zu München viel niedriger."

Weitere RednerInnen waren u.a. Uta Menges, AusbildungsleiterIn bei IBM Deutschland und Sabine Klenz, Gleichstellungsbeauftragte der Deutschen Telekom AG. Uta Menges referierte über gezielte Personalprogramme zur Weiterentwicklung von weiblichen Führungskräften ihrer Firma, die z.B. flexible Arbeitszeiten für Mütter oder Mentoring bietet.
Auch das Thema Nachwuchsförderung wurde erörtert. Die besondere Förderung von Mädchen, z.B. durch einen regelmäßigen "girl´s day" sei sehr wichtig, betonte Rita Neise, die IHK-Geschäftsführerin im Bereich Industrie und Dienstleistungen. "Girl´s days" sind Mädchen-Zukunftstage, an denen 10 bis 15 jährige Mädchen von Unternehmen oder Hochschulen eingeladen werden, damit sie Berufswahlmöglichkeiten auch im IT-Bereich kennenlernen. (Mehr dazu erfahren Sie auf der Website http://www.girls-day.de/ ).

  • Die IHK bietet weitere Informationen u.a. zu IT-Berufen wie z.B. Informatikerin oder Kauffrau für audiovisuelle Medien: http://www.berlin.ihk.de/
  • Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend informiert über ein bundesweites Ausbildungsprojekt für Mädchen und junge Frauen in IT - und Medienberufen auf der Internetseite http://www.idee-it.de/


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Beitrag vom 05.07.2002

Sharon Adler