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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 29.09.2003


Wir sehen uns bei eBay
Gerlinde Behrendt

Internet VerkäuferInnen der virtuellen Auktionsplattform treffen sich im wirklichen Leben auf der eBay Live! Party am 27.09.2003 im Tempodrom, Berlin




Was waren das noch für traumhafte Zeiten, als die Internet-Euphorie dem Höhepunkt zustrebte...! Philipp Justus, eBay Geschäftsführer, steht ganz allein auf der großen Bühne im Berliner Tempodrom und erzählt mit schwärmerischem Blick von den Anfängen als aufstrebendes Berliner Startup-Unternehmen im Kreuzberger Hinterhof, das später von den Amerikanern übernommen wurde. Jetzt ist natürlich alles ganz anders. Die Krise.... Welche Krise?? Gibt´s bei eBay nicht! Und von den Berliner Partygästen schauten sich einige mit fragender Miene an. Von welchem Startup redet der überhaupt? Das Internet Publikum hat sich geändert! Das Internet ist erwachsener geworden! Vom abgefahrenen Studentenspaß hat es sich zum Mainstream-Medium entwickelt. So ist es nicht verwunderlich, dass die Partygäste eine interessante Mischung aus StudentInnen, den unvermeidlichen JungdynamikerInnen, gesetzteren Mittelstandsgeschäftsleuten, und privaten MünzsammlerInnen geworden ist.

Die Einführung haben wir halbwegs glimpflich überstanden, als Thomas Gottschalk auftritt und einige Powerseller vorstellt. Ein Flugzeug über eBay ersteigern - eindrucksvoll - aber nicht unbedingt das Thema, das uns heute am meisten interessiert. Die FleischerInnen aus Thüringen, die Würste in ganz Europa verkaufen und 10% ihres Umsatzes über eBay machen - könnte was für AVIVA-Leserinnen sein. Eine Frau, die als Buchverkäuferin über die Auktionsplattform ihren Lover in Portugal kennen gelernt hat - sollte das eine Geschichte für Frauen sein? Die AVIVA-Redakteurin wendet sich gelangweilt ab.

Was wollen wir hier eigentlich? In erster Linie was lernen, es soll hier die größte "eBay-University" in Deutschland stattfinden. Da wir noch Anfängerinnen bei eBay sind, gehen wir ins Seminar: "Das erste Mal verkaufen". Marktrecherche zu betreiben ist das aller erste Gebot: Schauen, was die anderen anbieten, wie viel sie fordern und was sie schließlich bekommen. Ein wichtiger Tipp, um von vielen InteressentInnen gefunden zu werden: aussagekräftige Schlagwörter und - fast noch wichtiger - richtig schreiben, denn die eingebaute eBay Suchmaschine findet das Angebot sonst nicht.

Aber das Internet bietet sich auch an, um ein noch größeres Publikum zu finden. Für eine Rolex-Uhr kann man in Deutschland 105, in den USA sogar 145 Euro erzielen. Auch dazu haben wir ein passendes Seminar, mit ein Paar Mausklicks lassen sich Angebote auf einer internationalen eBay Plattform einstellen. Hier gilt wieder: Sich vorher informieren über Preise, BieterInnengewohnheiten, vor allem aber: unterschiedliche Zahlungsvorlieben untersuchen. Wichtig ist noch, sich über Transportkosten zu informieren, denn die zahlt die BieterIn und die wüsste gern vorher, welche Kosten auf sie zukommen.

So, unserem großen Marktauftritt steht nun nichts mehr im Wege. Doch Stop! Vorher noch schnell "geprüftes eBay Mitglied" werden, dann weiß die BieterIn, dass wir zumindest schon mal von einer MitarbeiterIn persönlich in Augenschein genommen wurden. Jetzt existieren wir nicht mehr nur virtuell, sondern auch noch real... Weil wir zum ersten Mal bieten wollen, ist das ziemlich sinnvoll. Frau bekommt nämlich als SellerIn der Auktionsplattform mit jeder Transaktion "Feedback" von den KäuferInnen, jemand, die 100% positive Rückmeldungen hat, gilt als vertrauenswürdig, als AnfängerIn haben wir einen schwereren Stand. Ein "Mitbewerber" mit schwäbischem Akzent kann das nur bestätigen: Seit er als Privatsammler den "geprüft" Button auf seiner Seite hat, verkauft er viel besser. Jetzt will er für seine Geschäftsadresse noch "certified user" werden, um auch international verkaufen zu können.

Was können wir noch tun? Uns amüsieren? Naja, ganz so reibungslos klappt die Organisation hier nicht. Irgendwie sind uns ominöse "Ereigniskarten" zugeschickt worden... Jetzt geht die Kramerei im Rucksack los: Presseausweis, Verzehrbons, Seminarunterlagen, Stempeljägerkarte für ein Gewinnspiel, wo um alles in der Welt ist jetzt nur....? Immer, wenn man was sucht! Mit "Münzen beobachten" können wir ehrlich gesagt nix anfangen, mit den neuen Eye Toy Computern zu spielen, das ist schon eher was. Die Modenschau klingt vielversprechend: jede Frau, jeder Mann, der sich traut, die Outfits anzuziehen und damit auf der Bühne eine Show hin zulegen, kann die Klamotten behalten. Die Moderatorin Sarah Kuttner rollt den "Stars" mit ihren warmen Worten schon fast den roten Teppich aus, aber das Publikum reagiert dann doch zwar freundlich, aber etwas lau. Die AVIVA-Redakteurin beschließt, ihre Kilos lieber nicht da oben auszustellen...

Ooops, schon fünf Uhr? Jetzt schnell noch einen Verzehrbon eingelöst, dann nach Hause und erstmal bei eBay Marktforschung betreiben, um eigene Sachen zu verkaufen. Wir berichten weiter....

Mehr zu eBay unter: www.ebay.de


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Beitrag vom 29.09.2003

Gerlinde Behrendt