Der AVIVA-Kulturkalender - Kunst + Kultur in Berlin - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Veranstaltungen in Berlin Kunst + Kultur
 



AVIVA-BERLIN.de im Juli 2024 - Beitrag vom 22.07.2024


Der AVIVA-Kulturkalender - Kunst + Kultur in Berlin
AVIVA-Redaktion

Die AVIVA-Auswahl zu Ausstellungen und Vernisssagen von etablierten, noch unbekannten und unentdeckten oder zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Künstlerinnen in und um Berlin.




Liebe Leser*innen, diese Seite wird regelmäßig aktualisiert, es lohnt sich also, öfter vorbeizuschauen! Zur Info - die Termine sind chronologisch nach dem Beginndatum der jeweiligen Ausstellung geordnet, scrollt/scrollen Sie daher am besten durch diese Seite um zu einem bestimmten Datum zu gelangen.
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  • 6. Oktober 2023 – 6. Oktober 2024
    Läuft. Die Ausstellung zur Menstruation
    Etwa 2 Milliarden Menschen auf der Welt menstruieren. Über 1,5 Milliarden weitere Menschen hatten ihre Periode oder werden sie bekommen. Trotzdem gilt die Menstruation nach wie vor als Tabu-Thema. Die Ausstellung entfaltet über persönliche und museale Objekte, Interviews, Musik, Film und Kunst die Diskurse und Debatten der letzten Jahrzehnte, zeichnet die Entwicklung der Menstruationsprodukte vom späten 19. Jahrhundert bis heute nach und gibt Stimmen von Menstruierenden Raum.
    Das Museum Europäischer Kulturen (MEK) präsentiert mit "Läuft. Die Ausstellung zur Menstruation" eine Geschichte des Pragmatismus und der Utopien, des Erfindungsreichtums und Aktivismus. Dafür versammelt die Ausstellung rund 100 historische und brandneue Menstruationsartikel sowie Werbeanzeigen. Schaubilder, Interviews und Hands-On-Stationen vermitteln den aktuellen Wissensstand. Mit knapp 200 Alltagsgegenständen, Fotos, Grafiken, Zeitungsartikeln und Social-Media-Posts unter Hashtags wie #periodpositivity und #menstruationmatters fächert die Ausstellung die Diskurse auf, die Menstruierende seit Jahrzehnten begleiten: Es geht um Themen wie Leistung, Periodenarmut, Müll, "Normalität", Naturverbundenheit oder Stimmung.
    Im Zentrum stehen die Erfahrungen und Stimmen von Menstruierenden selbst. Zahlreiche Film- und Musikausschnitte sowie Kunstwerke runden die Ausstellung ab. Inhaltliche Schwerpunkte bilden die vier Themenbereiche "Geschichte der Unterwäsche und der Menstruationsprodukte", "Aufklärung und aktuelles Wissen", "Diskurse rund um die Menstruation" sowie "Popkultur und Kunst".
    Der Themenbereich "Geschichte der Unterwäsche und der Menstruationsprodukte" behandelt die Entwicklung und Vermarktung speziell konzipierter Menstruationsprodukte seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Für alle heute verfügbaren Menstruationsartikel gab es bereits vor 100 Jahren Vorläufer; zugleich blieben DIY(Do It Yourself)-Lösungen bis in das späte 20. Jahrhundert weit verbreitet. Ein "Fotostudio" ermöglicht es Besucher*innen, Modelle historischer "Wäsche für besondere Tage" anzuprobieren und so am eigenen Körper zu erfahren, was sich über Jahrzehnte verändert hat.
    Der Themenbereich "Aufklärung und aktuelles Wissen" enthält grundlegende Informationen zum Zyklus und zur Menstruation. Anhand von Schaubildern, Exponaten und Expert*innen-Interviews werden der aktuelle Wissenstand abgebildet, offene Fragen thematisiert und widerlegte Theorien thematisiert.
    Im dritten Themenbereich "Diskurse rund um die Menstruation" lotet die Ausstellung das diskursive Feld aus, das seit dem späten 19. Jahrhundert den Rahmen für das Sprechen über Menstruation bildet. Zusammengefasst werden die fortwährende Neuaushandlung und Neubewertung von Menstruation unter vier großen "Anforderungen", die seit Jahrzehnten in unterschiedlicher Form an Menstruierende gestellt werden: "Mach das (nicht)!", "So sollst du sein!", "Ich blute, also bin ich?" und "Es muss sich was ändern!". Zahlreiche Exponate, riesige Banner mit Werbeanzeigen und Fotos sowie Fundstücke aus Presse und Social Media veranschaulichen die einzelnen Themen eindrücklich.
    Der Themenbereich "Popkultur und Kunst" erörtert den Beitrag von Musik, Comedy, Kunst und Film zur öffentlichen Verhandlung von Menstruation. Die Ausstellungsinhalte werden auch durch zahlreiche Hands-on-Stationen interaktiv vermittelt.
    Die partizipative Ausrichtung soll Besucher*innen multi-perspektivische und sensomotorische Zugänge zum Thema ermöglichen. Besondere Angebote gibt es für Schulklassen und Lehrkräfte.
    Kuratorinnen-Führungen bieten am vierten Sonntag des Monats (Sommerpause: Juli und August 2024) weitere Einblicke in die Ausstellung (15 Uhr). Führungen für Teenies und Erwachsene gibt es ab November 2023 alle 2 Monate, jeweils am zweiten Samstag im Monat (15 Uhr). Ab Februar 2024 lädt das MEK zu drei Thementagen ein: Am 25. Februar 2024 geht es um Menstruationsprodukte, am 26. Mai 2024 anlässlich des Weltmenstruationstags um Dinge, die sich ändern müssen, und zum Abschluss der Ausstellung am 22. September 2024 um das, was bleibt oder in Zukunft noch kommen wird. Jeder dieser Tage bietet ein umfassendes Programm mit Talks mit geladenen Gästen, Möglichkeiten des Austauschs, Workshops und Filmvorführungen.
    Veranstaltungsort: Museum Europäischer Kulturen, Arnimallee 25, 14195 Berlin-Dahlem
    Öffnungszeiten: Di – Fr 10 – 17 Uhr, Sa + So 11 – 18 Uhr
    www.smb.museum/ausstellungen/detail/laeuft-die-ausstellung-zur-menstruation

  • 15. März – 25. August 2024
    Noa Eshkol. No Time to Dance
    Die israelische Tänzerin, Choreografin und Künstlerin Noa Eshkol setzte sich ihr Leben lang mit Bewegung und Komposition auseinander. Das Ergebnis war Tanz ohne Musik und textile Arrangements: Sie schuf minimalistische Choreografien, festgehalten in einer komplexen grafischen Bewegungsnotation und farbintensive Wandteppiche. Zu ihrem 100. Geburtstag widmet das Georg Kolbe Museum ihrem vielseitigen Werk eine umfassende Ausstellung.
    Für Noa Eshkol (1924–2007) war der Tanz eine für sich stehende Kunstform. Er sollte ohne Bühnenbild, Kostüme oder Musik auskommen – die absolute Konzentration auf das Wesentliche war ihr Ziel. Mit einem tiefen Verständnis für Körper und Räumlichkeit entwickelte sie choreografische Werke, in denen Körperteile wie separate Instrumente behandelt wurden. Ihre Choreografien kodierte sie mit einem einzigartigen Notationssystem, das die umfassende Analyse und schriftliche Aufzeichnung von Bewegung des menschlichen Körpers, aber auch von Tier- oder Maschinenbewegungen möglich macht und das sie in den 1950er Jahren gemeinsam mit dem Architekten Abraham Wachmann entwickelte: die Eshkol-Wachmann Bewegungsnotation (EWMN).
    Den Gegenpol zu Eshkols minimalistischen Choreografien, Bewegungsanalysen und grafischen Tanznotationen bilden in der Ausstellung ihre großformatigen und farbintensiven Wandteppiche. Mit Ausbruch des Jom-Kippur-Krieges 1973 begann Eshkol abstrakte textile Kompositionen aus gesammelten und gespendeten Stoffresten zu kreieren. Aus dieser Zeit stammt auch das titelgebende Zitat: "No time to dance" von ihr: Mit Beginn des Krieges wurde ein Tänzer ihres Ensembles eingezogen und sie entschied, dass "dies keine Zeit zum Tanzen" sei. Eshkol verwendete die Stoffreste in ihrer ursprünglichen Form und arrangierte sie zu Textilkompositionen, die sie gemeinsam mit ihren Tänzer*innen zusammennähte.
    Ein weiterer Teil der Ausstellung gehört Werken zeitgenössischer Künstler*innen, die von Eshkols Praxis inspiriert wurden.
    Die von den KW Institute for Contemporary Art produzierte Neupublikation der ersten Eshkol-Wachmann Bewegungsnotation schlägt die Brücke zwischen den Performances Pause: The Noa Eshkol Chamber Dance Group, die im Sommer 2023 in den KW gezeigt wurden und der Ausstellung im Georg Kolbe Museum 2024. Das Buch wird am 17. März 2024 im Rahmen des Eröffnungswochenendes im Georg Kolbe Museum vorgestellt.
    Anlässlich der Ausstellung eröffnet das Georg Kolbe Museum außerdem eine neue thematisch-ausgerichtete Sammlungspräsentation. Sie gibt einen Einblick zum Thema Tanz in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Anknüpfungspunkte und Brüche. Sie zeigt Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien der Sammlung des Museums, sowie Georg Kolbes Verbindungen zu bekannten Tänzer*innen der Zeit wie etwa Gret Palucca, der Lehrerin der Tänzerin Tile Rössler, die nach ihrer Emigration nach Tel Aviv dort auch Noa Eshkol unterrichtete.
    Veranstaltungsort: Georg Kolbe Museum, Sensburger Allee 25, 14055 Berlin
    www.georg-kolbe-museum.de

  • 22. März 2024 bis 22. September 2024
    Naama Tsabar
    Naama Tsabars Kunst überwindet die Grenzen von Skulptur, Musik, Performance und Architektur: Der Hamburger Bahnhof präsentiert die Installations- und Performancekünstlerin mit ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in Deutschland.
    Die Ausstellung umfasst drei Werkkomplexe mit partizipativen Wand- und Bodenarbeiten, die vom Publikum auch als Instrumente klanglich aktiviert werden können. Die für die Ausstellung konzipierte Musikperformance entsteht in Zusammenarbeit mit sich als Frau definierenden oder nicht genderkonformen Musiker*innen aus Berlin und New York. Mit der Verwendung von Filz und Klang bezieht Tsabar sich auf Joseph Beuys, dessen Werke parallel in der Kleihueshalle gezeigt werden. Die Ausstellung ist der Auftakt einer Reihe zeitgenössischer Präsentationen im Dialog mit der Sammlungspräsentation von Beuys Werken.
    Naama Tsabar (geb. 1982, Israel, lebt und arbeitet in New York) erschließt in ihren interaktiven Werken versteckte Räume und Systeme, redefiniert geschlechtsspezifische Narrative und verschiebt das Seh-Erlebnis zu einem Moment aktiver Partizipation. Ihre Skulpturen und Installationen können vom Publikum oder in kollaborativ angelegten Performances als Instrumente bespielt werden. In dem transformatorischen Prozess zwischen Skulptur und Instrument, zwischen Form und Sound, wird das intime, sinnliche, körperliche Potential ihrer Arbeiten erfahrbar. Mit der Zusammenarbeit mit lokalen Gruppen von weiblich oder non-binär definierten Performer*innen öffnet Tsabar neue Räume feministischer und queerer Geschichte.
    Begleitend zur Ausstellung erscheint die vierte Ausgabe der Katalogreihe des Hamburger Bahnhofs, herausgegeben von Silvana Editoriale Milano.
    Die Ausstellung wird kuratiert von Ingrid Buschmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart.
    Veranstaltungsort: Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart
    Invalidenstraße 50-51
    10557 Berlin
    www.smb.museum/ausstellungen/detail/naama-tsabar

  • 25. April – 6. Oktober 2024
    Alexandra Pirici – Attune
    Alexandra Pirici verwandelt die Historische Halle in eine lebendige Landschaft, in der Performer*innen ebenso wie die Besucher*innen inmitten chemischer und physikalischer Reaktionen, Klänge und Bewegungen die Entstehung komplexer Strukturen nachspüren. Diese neue, raumgreifende Ausstellung umfasst neben aktiven skulpturalen Elementen auch Live-Performance mit Musikstücken, die von der Künstlerin choreografiert beziehungsweise komponiert wurde. Elemente des in Zusammenarbeit mit dem Designer Andrei Dinu gestalteten Environments machen physikalische, biochemische, mathematische und gesellschaftliche Prozesse der Selbstorganisation für Besucher*innen erfahrbar – als Anerkennung und Wertschätzung der fortwährenden Beziehung zwischen dem Belebten und dem Unbelebten sowohl als Metapher als auch als wissenschaftliche Tatsache. Die chemischen Reaktionen, Mineralbildungen und physikalischen Phänomene, die in der Ausstellung neben menschlichen Körpern auftreten, laden die Besucher*innen dazu ein, aktive, sich selbst strukturierende Materie zu erkunden und darüber nachzudenken, wie wir einander ähneln, uns wechselseitig beeinflussen und uns aufeinander einstellen.
    Die Wurzeln der Künstlerin Alexandra Pirici (Jahrgang 1982) liegen in der Choreografie. Ihre Werke wurden sowohl bei der Biennale in Venedig – zuletzt 2022 bei der 59. Biennale im zentralen Pavillon und 2013 bei der 55. Biennale im rumänischen Pavillon – als auch 2018 im New Museum in New York, 2017 bei den Skulptur Projekten Münster, 2016 in der Tate Modern London und der Tate Liverpool, 2014 bei der Manifesta 10 St. Petersburg sowie im Centre Pompidou in Paris präsentiert.
    Die Ausstellung bildet den Auftakt fortlaufender künstlerischer Auseinandersetzungen mit der besonderen Architektur der historischen Halle, die ab sofort jährlich vom Hamburger Bahnhof in Auftrag gegeben und präsentiert werden. Die Eröffnung findet im Rahmen des Gallery Weekend Berlin 2024 statt.
    Die Ausstellung wird kuratiert von Catherine Nichols, wissenschaftliche Mitarbeiterin Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart. Begleitend zur Ausstellung erscheint die fünfte Ausgabe der Katalogreihe des Hamburger Bahnhofs, herausgegeben von Silvana Editoriale Milano.
    Veranstaltungsort: Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart
    Invalidenstraße 50/51, 10557 Berlin-Mitte
    www.smb.museum/ausstellungen/detail/alexandra-pirici

  • Laufzeit: 17. Mai bis 6. Oktober 2024
    Sex. Jüdische Positionen
    Die Ausstellung handelt von den unterschiedlichen Auffassungen von Sexualität im Judentum. Gängige Vorstellungen unterstellen Jüdinnen und Juden eine positive Einstellung zur Sexualität: Enthaltsamkeit und Ehelosigkeit sind unerwünscht. Diese Vereinfachung fußt auf dem biblischen Gebot "Seid fruchtbar und mehret euch". Doch auch die gegenteilige Vorstellung scheint verbreitet: Den Umgang der Geschlechter in orthodoxen und ultra-orthodoxen Gruppierungen nimmt die Öffentlichkeit als streng reguliert wahr. Die Spannbreite dieser Positionen, die im Kanon der rabbinischen Literatur seit Jahrhunderten diskutiert werden, zeigt die Ausstellung mit moderner und zeitgenössischer Kunst, traditionellen Artefakten, mit Film und Social Media auf.
    Nur selten spricht das Judentum mit einer Stimme und Sexualität bildet hier keine Ausnahme: Ob talmudische Gelehrte oder zeitgenössische Künstler*innen, ob mittelalterliche Philosophen oder moderne Sexualtherapeut*innen, ob mystische Denker*innen oder TikTok-Kommentator*innen – sie alle vertreten unterschiedliche Auffassungen von Sexualität und kommen in der Ausstellung zu Wort. Von der zentralen Bedeutung von Ehe und Zeugung, über Begehren, Tabus und Infragestellung sozialer Normen bis hin zur Erotik der Spiritualität präsentiert die Ausstellung das Spektrum jüdischer Haltungen und zeigt die Aktualität traditioneller Debatten in heutigen jüdischen Positionen zur Sexualität.
    Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Joods Museum Amsterdam. Im Hirmer Verlag erscheint ein Katalog in deutscher und englischer Ausgabe.
    Veranstaltungsort: Jüdisches Museum Berlin, Lindenstraße 9–14, 10969 Berlin, Altbau, 1. OG
    Eintritt: 10 € / erm. 4 €
    www.jmberlin.de/ausstellung-sex-juedische-positionen

  • 26. Mai 2024 – 13. Oktober 2024
    Hoda Tawakol. ROOTS
    Die Arbeit der in Hamburg lebenden französisch-ägyptischen Künstlerin Hoda Tawakol (*1968, in London, Großbritannien) schafft anknüpfend an biografische Erfahrungen Verbindungen zwischen Traditionen und Ritualen, unterschiedlichen Kulturen und Formen aus Flora und Fauna. Hoda Tawakol vereint in ihren Werken nicht nur vielfältige Fragen zu Umwelt- und Naturthematiken, sondern darüber hinaus zu Geschlechtspolitiken und Körperkulturen, die auch in der Materialität ihres künstlerischen Werkes verankert sind. Mit ihrem Werk fragt sie nach der Rolle von Pflanzen unserer Umgebung für die Identitätsbildung. Wo beginnt Kultur, wo hört Natur auf und wo – aber auch wie – verorten wir uns als Menschen in diesem theoretischen Konstrukt? Tawakols künstlerische Praxis lädt die Besucher*innen ein, über diese Fragen nachzudenken und fordert sie auf einer sinnlichen und intellektuellen Ebene heraus.
    Hoda Tawakol entwickelt eine neue ortsspezifische Arbeit für den Garten des Georg Kolbe Museums. Mit ihrem textilen Außenwerk schafft sie dabei Räume der Auseinandersetzung: mit heimischen und nicht-heimischen Pflanzen, mit der eigenen und anderen Identitäten, ebenso wie die Sinne ansprechende, aber auch Gedanken anregende Erfahrungen und Herausforderungen. In Hoda Tawakols Werken kommen unterschiedlichste Textilien zum Einsatz, doch auch Harz, Papier, Haar oder Holz sind wiederkehrende Materialien.
    Veranstaltungsort: Georg Kolbe Museum, Sensburger Allee 25, 14055, Berlin
    georg-kolbe-museum.de/programm/ausstellungen/hoda-tawakol

  • 14. Juni – 25. August 2024
    f³ – freiraum für fotografie zeigt LIKE A WHIRLWIND – Die Genderplays von Marie Høeg & Bolette Berg
    Die Ausstellung LIKE A WHIRLWIND – Die Genderplays von Marie Høeg & Bolette Berg präsentiert einzigartige Crossdressing-Aufnahmen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
    Die Fotografinnen Bolette Berg und Marie Høeg gründeten 1894 das Fotostudio Berg & Høeg in der südnorwegischen Stadt Horten. Das Paar verbrachte sein gesamtes Erwachsenenleben damit, zusammen zu arbeiten und zu leben. Ihre recht konventionellen Portrait- und Landschaftsfotografien veröffentlichten sie als Postkarten. Zu internationalem Ruhm gelangten die Norwegerinnen posthum durch ihre frühen fotografischen Experimente mit Geschlechterrollen, die wohl zurecht als erste so komplexe fotografische Auseinandersetzung mit dem Thema Crossdressing gelten.
    Bei der Versteigerung ihres Nachlasses in den 1970er Jahren erwarb der norwegische Sammler Leif Preus die Glasnegative der beiden Fotografinnen. Neben Aufnahmen von Landschaften und Reproduktionen von Kunstwerken befanden sich zwei Kisten, die mit dem Hinweis "privat" versehen waren und Marie Høeg, Bolette Berg sowie ihre Geschwister und Freund*innen beim Posieren vor der Kamera zeigen. Mit traditioneller Portraitfotografie hatten diese Aufnahmen nichts gemein. Die spielerisch, humorvoll und voller Lebensfreude komponierten Fotografien stellen die Weiblichkeitsideale des 19. und frühen 20. Jahrhunderts sowie die Geschlechterrollen der damaligen Zeit radikal und frech in Frage. Erstaunlich ist die Aktualität der Bildsprache und die visuelle Auseinandersetzung mit dem Thema, die mit zeitgenössischer künstlerischer Praxis vergleichbar ist. Witzig und frisch nehmen die beiden Fotografinnen Stereotype auf und verwandeln sie mithilfe von Requisiten und Kostümen in frivole Fotografien.
    Die moderne Herangehensweise der Fotograf*innen zeugt von Selbstbewusstsein, von einer spielerischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Normen; gleichzeitig macht der Nachlass deutlich, dass die Aufnahmen zu ihren Lebzeiten nur für den Privatgebrauch, nicht für die Öffentlichkeit, bestimmt waren. Das fotografische Atelier war der Safe Space, der sichere Ort, an dem sich die Protagonist*innen der Bilder selbstbestimmt präsentieren konnten.
    Das Preus Museum, das norwegische Nationalmuseum für Fotografie, verwaltet den Nachlass von Marie Høeg und Bolette Berg und besitzt die Original-Glasnegative in seiner Sammlung. Die Ausstellung im f³ – freiraum für fotografie zeigt digitale Reproduktionen dieses einzigartigen Materials, das in Deutschland so erstmalig zu sehen sein wird.
    Veranstaltungsort: f3 – freiraum für fotografie
    Waldemarstraße 17 | 10179 Berlin
    www.fhochdrei.org

  • Ausstellung, 19. Juni – 25. August 2024. Preisverleihung und Ausstellungseröffnung Dienstag, 18. Juni 2024, 19 Uhr
    Das Rauschen des Kosmos. Sandra Vásquez de la Horra. Käthe-Kollwitz-Preis 2023
    Die in Deutschland lebende chilenische Künstlerin Sandra Vásquez de la Horra thematisiert in ihren Werken Konflikte, die unsere gegenwärtige Gesellschaft weltweit beschäftigen: Fragen zu Geschlechterordnung und Sexualität, interkulturelle Reflexionen und spirituelle Praktiken verbinden sich mit Archetypen unseres kollektiven Bewusstseins und gesellschaftlichen Tabus. Die Künstlerin formt aus Träumen, Unbewusstem und Erinnerungen eine poetische Bildwelt, in deren Zentrum das menschliche Dasein – explizit die Frau und der weibliche Körper – steht. Die Geschichte Chiles hat ihr Werk genauso geprägt wie die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte, mit Mythologien der indigenen Bevölkerung sowie der Kolonialherrschaft europäischer Länder in Mittel- und Südamerika.
    Sandra Vásquez de la Horras groß- und kleinformatige Zeichnungen auf Papier und Karton leben von Genauigkeit, Verdichtung und Farbigkeit. Einen Teil ihrer mit Grafit, Gouache und Bleistift gezeichneten Arbeiten fixiert sie im Wachsbad und verleiht ihnen so Materialität und Körperlichkeit. Die Installation El Manto de Obatalá, ausgewählte Zeichnungen, Fotografien und Objekte der Künstlerin werden in einer ortsspezifischen Installation präsentiert.
    Sandra Vásquez de la Horra, geboren 1967 in Viña Del Mar in Chile, studierte dort visuelle Kommunikation und im Anschluss an der Düsseldorfer Kunstakademie erst bei Jannis Kounellis, später bei Rosemarie Trockel freie Kunst. An der Kunsthochschule für Medien Köln bildete sie sich in den Bereichen Fotografie, Film und neue Medien weiter. 1995 siedelte sie nach Deutschland über. 2022 war sie Teilnehmerin der 59. Biennale di Venezia. Sandra Vásquez de la Horra wird aktuell im Denver Art Museum und im Jahr 2025 im Haus der Kunst in München mit umfangreichen Einzelausstellungen geehrt.
    Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Publikation.
    Veranstaltungsort: Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
    www.adk.de

  • 5. Juli - 8. September 2024
    NICHT SIE ALLEIN – Frauen im Widerstand
    Claudia Balsters und Hannah Goldstein

    Die Künstlerinnen Claudia Balsters und Hannah Goldstein beleuchten in der Ausstellung "NICHT SIE ALLEIN – Frauen im Widerstand" die Rolle der Frau im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Sie erinnern im Willy-Brandt-Haus insbesondere an die Berliner Widerstandskämpferin Annedore Leber. Sie war die Witwe von Julius Leber, einem von den Nationalsozialisten hingerichteten SPD-Politiker und Widerstandskämpfer, dessen Verhaftung sich am 5. Juli zum 80. Mal jährt.
    "Können Archivlücken zum weiblichen Widerstand nicht durch Kunstwerke gefüllt werden?", fragt Kuratorin Conny Becker und führt aus: "Claudia Balsters und Hannah Goldstein eignen sich vergangene Situationen aus dem Leben von Widerstandskämpferinnen gegen das NS-Regime an und reinszenieren zu wenig bekannte Frauen in einer zeitgenössischen Bildsprache. Es entsteht ein Dialog über die Zeit hinweg, um die gängige Definition des Widerstands zu hinterfragen und das kollektive Gedächtnis egalitärer zu machen."
    Der Hauptfokus der Ausstellung liegt auf den Werken, die die Künstlerinnen zu Ehren der Journalistin, Verlegerin und Politikerin Annedore Leber geschaffen haben. In großformatigen Fotografien und Collagen erinnern Balsters und Goldstein an Situationen aus dem Leben Lebers und ehren zwei Bücher, die Annedore Leber zusammen mit Willy Brandt und Karl Dietrich Bracher über die deutschen Widerstandskämpfer:innen herausgegeben hat.
    Die Künstlerinnen stellen Annedore Leber die französische Widerstandskämpferin Yvonne Oddon an die Seite, welche die Widerstandsgruppe des Musée de l´Homme in Paris mitinitiierte, und zeigen mittels inszenierter Fotografie, Collage, Installation und Video Möglichkeiten eines weiblichen Widerstands auf: eine Hommage an alle Frauen, die ohne Waffen in verschiedenen Rollen gekämpft, Verbindungen geknüpft, die Strategie unterstützt und das tägliche Leben gesichert haben.
    Die Laufzeit der Ausstellung ist um den 20. Juli herum datiert, so dass parallel zum 80. Jahrestag des (bekanntesten) Attentats auf Adolf Hitler auch der weibliche Widerstand thematisiert wird. Anders als historische Ausstellungen bietet "NICHT SIE ALLEIN – Frauen im Widerstand" einen Blick auf die Geschichte durch das Prisma einer zeitgenössischen Bildsprache, mit einer feministischen Perspektive und einer persönlichen, sensiblen Herangehensweise.
    Veranstaltungsort: Willy-Brandt-Haus
    Stresemannstr. 28
    10963 Berlin
    www.fkwbh.de

  • 10. Juli bis 22. September 2024
    Future breeze. Ausstellung von Alona Harpaz
    Die international tätige Künstlerin und Kuratorin Alona Harpaz wurde 1971 in Israel geboren, studierte Malerei in Jerusalem, Fotografie in New York und schloss 1999 ihr Studium als Kunstlehrerin ab.
    Seit den 1990er Jahren konzentriert sie sich auf das Genre Malerei, erweiterte ihr künstlerisches Schaffen um Installationen und produzierte die Kurzfilm-Trilogie "Salt".
    2013 gründete sie Circle1, eine Plattform für zeitgenössische, israelische und internationale Kunst in Berlin.
    Veranstaltungsort: Kurt Mühlenhaupt Museum
    Fidicinstraße 40
    10965 Berlin
    www.muehlenhaupt.de/aktuelles/future-breeze
    alona-harpaz.com

  • Vernissage: Sonntag, 4. August 2024, 15:00 Uhr
    Ausstellung: 4. August 2024 bis 23. September 2024

    "Sprich. Mit. Mir." Ausstellung mit Werken von L. R. Tesch und Tina von Schmöckwitz
    L. R. Tesch zeigt Frauenbilder in ihren bearbeiteten Holz-, Linolschnitten und Radierungen, die sich an Realität reiben, diese aufbrechen und in Frage stellen.
    Ihre kraftvollen, wie fragilen Bilder thematisieren hier im Besonderen weibliche Sprachlosigkeit und Erschöpfung in einer von Männern dominierten Welt.
    Die Diplom-Kulturwissenschaftlerin L. R. Tesch widmet sich seit Jahrzehnten der Kunst, ihr Motto: "Es gibt kein Scheitern, sondern nur ein Erkennen."
    Tina von Schmöckwitz präsentiert eine Auswahl ihrer Serie aus 2024 "Die Chancen sind ungleich verteilt". Die Werke (Collagen) setzen sich auf politische Weise mit der Stellung der Frau in der Gesellschaft auseinander.
    Mit großer Symbolkraft und satirischer Überzeichnung zeigt die Künstlerin ihre Protagonistinnen in verwobenen, verwickelten Situationen, aus denen es gilt, sich selbst zu befreien. Die meist spielerische Oberfläche der Bilder verführt mit geschickt inszenierter Harmlosigkeit zum Blick auf soziale und gesellschaftliche Abgründe. Die Klarheit von Motiven und Farben unterstützt den Zugang zu einer intensiven, doppelbödigen Bilderwelt.
    Tina von Schmöckwitz meint: "Es ist überfällig, ernsthaft mit und nicht über Frauen zu sprechen. Eine Gleichstellung u.a. in Bezahlung (Equal Pay Day), Selbstbestimmung über den eigenen Körper (straffreie Abtreibung), wahrnehmenden Sprachgebrauch wären wichtige Zeichen einer zeitgemäßen Ergänzung des im Grundgesetz verankerten Begriffes der Gleichberechtigung."
    Tina von Schmöckwitz (TINA) gehörte zum Ende der DDR zu den bekanntesten Pop-Sängerinnen und erhielt dafür zahlreiche Preise. Neben Musik und Texten gilt ihre Liebe der Kunst. Mit ihren Fotografien und bildhauerischen Arbeiten war sie bislang in vielen Ausstellungen im In- und Ausland vertreten.
    Veranstaltungsort: BEGiNE - Treffpunkt und Kultur für Frauen e.V.
    Potsdamer Str. 139, 10783 Berlin-Schöneberg
    www.begine.de

  • 12.-22. September 2024
    37. Jüdische Kulturtage Berlin
    "Licht" – Hebräisch "אוֹר", gesprochen "Or", ist das hoffnungsvolle, nach vorn weisende Motto der diesjährigen Jüdischen Kulturtage Berlin. Ursprünglich einem religiösen Kontext – in der Tora heißt es über die Schöpfung: "Und Gott sah, dass das Licht gut war." – entstammend, hat sich das Licht emanzipiert. Und doch ist eine spirituelle Dimension in schwierigen Zeiten geblieben. "There is a crack, a crack in everything. That´s how the light gets in", sang einst Leonard Cohen. Was wären Kunst und Kultur ohne das Licht? Die 37. Jüdischen Kulturtage Berlin feiern es und beleuchten das jüdische Leben auch 2024 in seiner Farbigkeit, Vielseitigkeit und Strahlkraft.
    Veranstaltungsort: Berlin
    www.juedische-kulturtage.org

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