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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2021 - Beitrag vom 07.03.2007


Zusammenfassung der Ergebnisse der Berliner Elternbefragung 2006
AVIVA-Redaktion

"Wie familienfreundlich ist Berlin?" Der 47seitige Bericht zur Befragung ist verfügbar auf der Website des Berliner Bündnis für Familie. Berlin kommt schlecht weg!




Wie familienfreundlich ist Berlin?

Durch eine Befragung von Berliner Eltern wurden jetzt zum ersten Mal die Einstellungen und Erfahrungen zur Lebenssituation von Berliner Familien erhoben. Und in mehreren Workshops haben Eltern ihre Erfahrungen mit besonders familienfreundlichen Gegebenheiten bis hin zu besonders misslungenen Beispielen diskutiert und viele Vorschläge zur Verbesserungerarbeitet.

In den Statistiken zur Situation von Familien mit Kindern spiegelt sich dass bekannte Bild Berlins als einer armen Stadt mit hohem AusländerInnenanteil wider. Im Bundesvergleich wachsen überdurchschnittlich viele Berliner Kinder unter Armutsbedingungen auf sowie in Elternhäusern, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Knapp 16 Prozent aller Berliner leben in relativer Armut (der Bundesdurchschnitt liegt bei 11 Prozent) und der Anteil der Haushalte mit Kindern, in denen niemand einer Erwerbstätigkeit nachgeht, liegt mit knapp 16 Prozent ebenfalls deutlich über dem Bundesdurchschnitt von neun Prozent.

Zentrales Ergebnis der Elternbefragungen und der Workshops ist, dass die Mehrheit der Berliner Eltern ihre Stadt für wenig familienfreundlich hält. So gibt es nach Aussagen der Eltern in Berlin zwar eine beträchtliche Anzahl von positiven Punkten, wie das verglichen mit anderen Städten große Angebot an Kitas, das gute öffentliche Nahverkehrssystem, das breite, auch für Kinder interessante Freizeit- und Kulturangebot sowie die vielen Grünflächen und Spielplätze. In den Einschätzungen überwiegen jedoch die Probleme.

Diese liegen oft weniger in der Quantität der Angebote als vielmehr in der Qualität. So wird z.B. die Zahl der Kitaplätze von der Hälfte der befragten Eltern als ausreichend eingeschätzt, massive Kritik gibt es jedoch beispielsweise an unflexiblen Betreuungszeiten, die nicht mit den Arbeitszeiten übereinstimmen. Qualitätsprobleme gibt es auch beim öffentlichen Nahverkehr. Während das quantitative Angebot als gut angesehen wird, werden im Detail viele Probleme genannt, insbesondere von Eltern mit Kinderwagen.

Besonders positiv werden die Freizeit- und Kulturangebote bewertet. Die Angebote von Kinos, Museen und Bibliotheken und Sporteinrichtungen werden gelobt. Jedoch können sich viele Familien Besuche im Theater, Zoo und Tierpark oder Kunstausstellungen nicht leisten. Bei all der Vielfalt der Angebote fühlen die Berliner Eltern sich nicht ausreichend informiert. Wenn sie tatsächlich Angebote, Hilfen und Unterstützung suchen, wissen sie oft nicht, wo sie nachfragen oder nachschauen könnten. Ein Projekt des Berliner Bündnisses für Familien, das dieses Informationsdefizit verbessern wird, ist der "Berliner Familienatlas", ein neues Internetportal, das familienfreundliche Angebote bezirksspezifisch bereitstellt, zu finden unter: www.familienatlas-berlin.de

Was die Angebote für die Ausbildung von Jugendlichen betrifft, spiegelt sich in den Antworten der Befragten sicherlich nicht nur die Berliner Situation wider, sondern die deutsche insgesamt, die durch mangelnde Ausbildungsplätze gekennzeichnet ist. So werden die Ausbildungsplätze für Jugendliche und die Stellenangebote für BerufsanfängerInnen als sehr unzureichend eingeschätzt. Die Studienmöglichkeiten werden demgegenüber - obwohl auch keineswegs nur positiv - deutlich besser eingeschätzt.

Auch die Wirtschaft schneidet wegen der wenig ausgeprägten Familienfreundlichkeit der Betriebe in der Bewertung der Eltern schlecht ab. Viele der Befragten vermissen Betriebskindergärten und flexiblere Arbeitszeiten insbesondere bei familiären Notfällen.

Die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht bei einer Gewichtung der Gründe für die relativ hohe Kinderlosigkeit der BerlinerInnen zusammen mit ökonomischen Gründen an erster Stelle und nicht - wie häufig vermutet - individuelle Gründe.

Das Berlin-Brandenburg Institut für Sozialforschung und sozialwissenschaftliche Praxis e.V. (BIS) führte die Beefragung im Sommer 2006 unter Berliner Eltern durch. Die Befragung erfolgte im Auftrag des Berliner Bündnis für Familie und wurde gefördert durch die Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin.

Der 47seitige Bericht zur Elternbefragung ist zu finden unter:
www.berliner-buendnis-fuer-familie.de/befragung.htm

Fragen zur Berliner Elternbefragung beantwortet Dr. Eva Schulze vom BIS unter
Telefon: 030-31 00 09 0

Mehr über das Berliner Bündnis für Familie erfahren Sie unter:
www.berliner-buendnis-fuer-familie.de


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Beitrag vom 07.03.2007

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