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AVIVA-BERLIN.de im März 2021 - Beitrag vom 21.12.2007


Der Fuchs und das Mädchen - Film und Buch
Franziska Steier

Nach dem weltweiten Erfolg seiner poetischen Dokumentation "Die Reise der Pinguine" wechselt Regisseur Luc Jacquet ins Spielfilm-Genre und erzählt die Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft.




Eines Morgens im Spätsommer trifft ein Mädchen einen jagenden Fuchs. Fasziniert folgt sie dem scheuen Tier: Nichts möchte es lieber, als ihn kennen zu lernen und zu zähmen, um schließlich mit ihm gemeinsam durch den Wald zu streifen. Mit viel Geduld, die es nicht immer hat, und kleinen Tricks gewinnt es bald sein Vertrauen. Eine erstaunliche Freundschaft beginnt, und an der Seite des Fuchses entdeckt der Mensch eine wilde und geheimnisvolle Natur. Dabei muss das Kind auch eine Lektion lernen, die ihr Verständnis von Tieren verändern wird.

Bereits in "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry kann man dazu lesen: "Zähmen, das ist eine in Vergessenheit geratene Sache", sagte der Fuchs. "Es bedeutet: sich vertraut machen."

Mit der verträumten Musik, einer sagenhaften Landschaft als Kulisse und den Parallelen zum Kleinen Prinzen, zaubert Jacquet ein Märchen auf die Leinwand, das eigentlich gar keines ist. Der Plot beruht auf einer Begegnung, die der Regisseur selbst in jungen Jahren auf einer Lichtung in den Bergen des Départements Ain hatte.

"Jeder meiner Schritte erschien mir wie eine Herausforderung. Umso mehr ich mich ihm näherte, desto mehr fürchtete ich, er würde fliehen. Ich sehe ihn noch genau vor mir und spüre noch heute das Gefühl dieses Augenblicks. Er drehte sich um, schaute mich mit einer Kraft an, die mich erschütterte und lief davon. Das ist die erste Szene im Film", so Jacquet über diesen ersten Moment.

Dreißig Jahre dauerte es, bis dieses Ereignis zu einer Geschichte reifen und erzählt werden konnte. Dies geschieht mit einem vielseitig zusammengesetzten Team, das Erfahrungen aus dem Dokumentarfilm, dem Tierdokumentarfilm und der traditionellen Fiktion einbringen.

Mit dieser ungewöhnlichen Kombination gelang es Jacquet, den Wald zu zeigen, wie er ist. Auf einer Hochebene nahe Natuas´ Plateau du Retord und in den italienischen Abruzzen ist ihm das gelungen. Allerdings war es mit den zahlreichen SchauspielerInnen und den wilden Füchsen des Nationalparks der Abruzzen nicht immer leicht, da die Entscheidungen immer vom Tier abhängig gemacht werden mussten. "Der Fuchs ist ein bisschen wie eine Diva: Wenn er sich entschieden hat, können sie von ihm sonst was verlangen, da passiert dann gar nichts." (Luc Jacquet)

Letzen Endes ging alles gut, und die Hauptdarstellerin Bertille Noel-Bruneau freundete sich mit Titus, Max, Swannie und anderen Vierbeinern an. Sie wirkt mit ihren Sommersprossen und dem Rotschopf fast selbst wie eine kleine Fuchsdame – obwohl das beim Casting ursprünglich gar nicht gesucht wurde.

Zum Regisseur: Luc Jacquet, 1969 in den französischen Rhônes-Alpes geboren, studierte 1991 Zoologie in Lyon. Durch seine Qualifizierung bekam er die Gelegenheit an einer Expedition in die Antarktis teilzunehmen und machte dort seine ersten Filmerfahrungen. Für den Film "Le congrès des pingouins" von H.U. Schlumpf stand er hinter der Kamera und hatte schnell das Bedürfnis eigene Dokumentationen zu drehen. Nach vielen kleinen Projekten erschien 2005 sein erstes großes Werk: "Die Reise der Pinguine".

AVIVA-Tipp: Mit "Der Fuchs und das Mädchen" geht Jacquet einen Schritt weiter als bei seinem ersten Film und verbindet grandiose Tieraufnahmen mit einer rührenden Fabel, die nicht nur TierfreundInnen begeistern wird!

Le renard et l´enfant
Frankreich 2007
Regie: Luc Jacquet
Darstellerin: Bertille Noel-Bruneau
Erzählerin: Isabelle Carré (im Deutschen Esther Schweins)
Drehbuch: Luc Jacquet und Eric Rognard
92 Minuten
FSK: Ab 7 Jahre
Verleih: Kinowelt Filmverleih GmbH
Kinostart: 27.12.2007

Die Film im deutschen Web: www.derfuchsunddasmaedchen.kinowelt.de

Die Film im französischen Web: www.lerenardetlenfant.com

Das Buch zum Film

Darin sind die bewegendsten Momente des Films in Farbfotografien festgehalten, und es erzählt die Geschichte der fabelhaften Freundschaft nach.

Der Fuchs und das Mädchen
Nach dem Film von Luq Jacquet
Gerstenberg Verlag, Dezember 2007
48 Seiten, gebunden, Vierfarbdruck
ISBN: 978-3-8369-5194-4
Preis: 12,90 Euro/ 13,30 (A)
www.gerstenberg-verlag.de


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Beitrag vom 21.12.2007

AVIVA-Redaktion