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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 22.06.2009


32 A. It´s a girl thing - Regie und Drehbuch von Marian Quinn
Anna-Lena Berscheid

Wenn Mädchen in die Pubertät kommen, zählen nur noch zwei Dinge: Die besten Freundinnen und tolle Jungs. Maeves Welt gerät jedoch aus den Fugen, als sich tatsächlich DER Junge für sie interessiert.




Wir schreiben das Jahr 1979: Maeve (Ailish McCarthy) ist fast 14 und ein großes Ereignis in ihrem Leben steht an: Sie bekommt ihren ersten BH. Damit ist ein wichtiger Schritt getan, denn mit BH, so glauben ihre Freundinnen, steigen die Chancen, bei den Jungs zu landen. Maeve hatte noch keinen festen Freund und ihre Freundinnen Orla (Orla Long) und Ruth (Sophie Jo Wasson) sind davon überzeugt, dass es nun endlich an der Zeit sei. Lediglich die Feministin im Bunde, Claire (Riona Smith), kann sich von der Wirkung eines BHs nicht überzeugen lassen und sträubt sich auch dagegen, mit den anderen vom ersten Freund zu träumen und gleichzeitig die Jungs der Stadt nach ihrer Optik zu bewerten. Eindeutiger Sieger ist dabei der drei Jahre ältere Brian Power (Shane McDaid), der sich gerade erst von seiner Freundin getrennt hat.

Doch Kerle wie Brian sind für Maeve und ihre Freundinnen unerreichbar - bis Maeve ihren großen Bruder Dessie (Jack Kavanagh) von einer Party abholen soll. Dort trifft sie ausgerechnet Brian, mit dem sie den ganzen Abend verbringt. Die beiden tollen herum und verstehen sich blendend - und einige Tage später steht Brian, vom Regen durchnässt, vor Maeves Tür. Sie hat ihr Ziel erreicht, denn er scheint tatsächlich auf sie, die blutjunge schüchterne Schwester seines Freundes Dessie, zu stehen!

Für Maeve beginnt nun eine spannende Zeit - sie hängt mit Brian ab, erlebt ihre ersten Küsse und ist glücklich. Nur ihre Freundinnen scheinen dieses Glück nicht teilen zu wollen und reagieren ablehnend, als Maeve wegen Brian zum ersten Mal die Schule schwänzt. Für die frisch Verliebte wird der Balance-Akt zwischen dem ersten Freund und ihren besten Freundinnen immer schwieriger. Gleichzeitig wird von ihr verlangt, während der Abwesenheit ihrer Mutter (Orla Brady) als älteste Tochter Verantwortung innerhalb der Familie zu übernehmen. Maeve ist von diesem Umschwung in ihrem Leben völlig überfordert, während einer heimlichen Nacht in der In-Discothek der Stadt verliert sie fast völlig die Kontrolle.

Zur Regisseurin: Marian Quinn wurde 1964 in Chicago geboren und wuchs in den USA und Irland auf. Nachdem sie in Dublin studierte, unternahm sie ihre ersten Schauspielversuche im Piven Theater Workshop in Chicago. Sie spielte Theater in New York und war an Filmen wie Heavy (James Mangold), I shot Andy Warhol (Mary Harron) oder The Confession (David Jones) beteiligt. Noch in New York schrieb und realisierte sie ihren ersten Kurzfilm, bevor sie zurück in Irland mit Tommy Weir Janey Pictures gründete.
Zurzeit arbeitet Marian Quinn an der Entwicklung mehrerer Spielfilmprojekte. Für 32 A wurde sie mit dem Tiernan McBride Drehbuchpreis sowie im Jahr 2007 mit dem Galway Film Fleadh Preis ausgezeichnet. Weitere Infos unter: www.janeypictures.com


AVIVA-Tipp: 32 A ist ein typischer Coming of Age Film - Maeve stolpert kopfüber in die Irrungen und Wirrungen der Pubertät und reift an ihren Herausforderungen zur jungen Frau heran. Irritierend ist dabei jedoch, dass von Maeve keinerlei jugendliche Rebellion oder Auflehnung ausgeht. Vielmehr bleibt ihre Rolle blass und passiv - was Maeve tatsächlich bewegt, wie es in ihrem Inneren aussieht, erfährt die Zuschauerin nicht. Deutlich wird nur ihre Faszination für die weibliche Brust. Maeve, die selbst die kleinste Größe (32 A) trägt, nimmt bei ihren Geschlechtsgenossinnen mit prüfendem Blick stets Maß.
Leider bietet der Plot des Films ansonsten nichts Neues – es existieren vermeintlich hunderte Filme, in denen die gleiche Geschichte erzählt wird.
Dennoch weiß 32 A zu unterhalten – denn der Film gibt sehr authentisch jenes Gefühl wieder, welches junge Mädchen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren zum ersten Mal verspüren: Es geht um den Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt, der mit Abenteuer, aber auch mit Unsicherheit verbunden ist. Dieses Gefühl ist vermutlich beständig, unabhängig davon, ob Mädchen im Jahre 1979 oder in der heutigen Zeit davon betroffen sind.

32 A. It´s a girl thing
im Verleih von fugu filmverleih Berlin
Irland / DE 2007
Regie & Drehbuch: Marian Quinn
DarstellerInnen: Ailish McCarthy, Sophie Jo Wasson, Orla Long, Riona Smith, Aidan Quinn, Orla Brady, Jared Harri, Shane McDaid
Filmlänge: 89 Minuten
Filmstart: 25. Juni 2009
www.janeypictures.com


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Beitrag vom 22.06.2009

AVIVA-Redaktion