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AVIVA-BERLIN.de im September 2021 - Beitrag vom 16.12.2009


Wo die wilden Kerle wohnen
Jana Muschick

Der kleine Max ist der König der wilden Kerle. Er muss jedoch schnell lernen, dass er die Erwartungen, die an ihn gestellt sind, nicht erfüllen kann. Ein Film von Spike Jonze für Kinder ab 6 Jahren




Max – selbst der wildeste aller Kerle

Zu Anfang ist "Wo die wilden Kerle Wohnen" ist eine typische Jungengeschichte. Der kleine Max – der genauso hyperaktiv wie sensibel ist – fühlt sich von seiner Familie verletzt und missachtet, denn niemand scheint sich Zeit für ihn zu nehmen. Sowohl Mutter als auch Schwester versuchen, sich ihrem Jüngsten anzunähern, prallen aber an einer impulsiven Wand aus Enttäuschung, Wut und zu viel Temperament ab.

Im Land der wilden Kerle

Nach einem Streit zwischen Max und seiner Mutter flieht der kleine Junge in seinem geliebten Wolfskostüm über das große, weite Meer – bis er zum Land der wilden Kerle kommt. Diese unbändigen Wesen führen ein Leben ganz nach Max´ Facon. Sie sind voller Energie, streiten und spielen und gehören doch unzertrennlich zusammen. Als Max sich ihnen nähert, fürchtet er erst, von ihnen aufgefressen zu werden, denn er sieht Menschenknochen neben dem Lagerfeuer der wilden Kerle liegen. Max nimmt darauf hin seinen ganzen Mut zusammen und behauptet von sich selbst, in seiner Welt ein König zu sein. Die wilden Kerle fackeln nicht lange und machen den kleinen Fremdling zu ihrem eigenen Oberhaupt. Sie spielen mit ihm, gehorchen seinen Wünschen und befolgen seine Befehle.

Zu hohe Ansprüche

Max muss jedoch bald feststellen, dass er die Anforderungen, die an ihn als König gestellt werden, nicht erfüllen kann: seine UntertanInnen wollten durch seine Führung glücklich sein, doch das absolute Glück kann er ihnen nicht bieten. Die Zwistigkeiten unter den unberechenbaren, wilden Kerlen führen zu einem riesigen Streit zwischen allen. Vor allem der große Carol, der die wichtigste Beziehung zu Max besitzt, ist sehr enttäuscht davon, dass der kleine Junge ihn angelogen hat und in Wahrheit gar kein König ist. Carol ist für den Jungen eine Art Vaterfigur – doch so, wie Max die Rolle des Königs nicht perfekt beherrscht, misslingt es auch Carol, für Max das zu sein, was sich der Junge so sehnlich wünscht: ein Beschützer, der ihn liebt und behütet; egal, was kommt.

AVIVA-Tipp: Regisseur Spike Jonze sagt über seinen eigenen Film: "Ich wollte keinen Kinderfilm machen, sondern einen Film über die Kindheit." Das ist ihm gelungen.
Jeder einzelne wilde Kerl hat seine eigenen Wünsche und Charakterzüge – gemeinsam sind sie ein unberechenbares Ganzes, zwischen dem sich der kleine Max stets behaupten muss. Der Charakter des Jungen wächst an den Anforderungen, welche diese dynamische Gruppe an ihn stellt. Er lernt, dass zu lieben auch zu verzeihen bedeutet und dass die Akzeptanz der Fehler anderer auch eine Akzeptanz der eigenen Schwächen bewirkt. Ein fantastischer Film, der nicht nur durch seine Kulissen und die spannend gestalteten wilden Kerle unbedingt sehenswert, sondern der auch durch die tiefen Gefühle über die Kindheit und über das Entstehen von Enttäuschung und Vertrauen ein Muss für alle Kleinen und Großen ist.

"Wo die wilden Kerle wohnen"
"Where the Wild Things are"
USA 2009
Buch und Regie: Maurice Sendak (Story), Spike Jonze
DarstellerInnen: Max Records, Catherine Keener, Mark Ruffalo, u.a.
Verleih: Warner Broth. Pictures
Lauflänge: 101 Minuten
Kinostart: 17. Dezember 2009
FSK: ab 6 Jahren
URL: www.wodiewildenkerlewohnen-derfilm.de



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Beitrag vom 16.12.2009

AVIVA-Redaktion