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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2021 - Beitrag vom 11.03.2011


Roller Derby - Die Saison ist eröffnet
AVIVA-Redaktion

Beim diesjährigen Saisonstart traten die beiden neuen Berliner Hometeams gegeneinander an: die grün gekleideten "Fantastic 14" und die als Räuberinnenbande maskierten "The Good, The...




... Bad And The Gorgeous". Die Arena war bis zum letzten Platz besetzt, als die rollenden Horden unter dem Jubelgeschrei der treuen Fans ihre Begrüßungsrunden drehten.

Ein eigentlich gar nicht neuer Sport

Bereits 1935 wurde das erste Roller-Derby-Rennen in Chicago veranstaltet. In den frühen 1940er-Jahren bekam der Sport neue Regeln, ein Punktesystem und einen deutlichen Schwerpunkt auf publikumswirksame Rempeleien und Schubsereien. Diese spektakuläre und rasante Art des Roller-Derbys wurde in den darauf folgenden über 40 Jahren in den USA zum Publikumsmagneten. Doch in den 1980er-Jahren geriet der Sport in Vergessenheit und kam erst 1999 wieder zurück. Im Gegensatz zu den früheren Ligen, in denen die Vermarktung einer Show im Vordergrund gestanden hatte, war diese Neugründung von weiblichen Amateurinnen dominiert, von denen viele in Verbindung zur Punk-Bewegung und dem Third-Wave-Feminism standen.

Im Jahr 2006 wurde das erste deutsche Team, die "Stuttgart Valley Rollergirlz", gegründet. 2007 folgte die zweite deutsche Mannschaft, die "Barockcity Rollerderby Girls" aus Ludwigsburg. Ein weiteres Jahr später kamen die "Berlin Bombshells" dazu. Weitere Vereine in Europa finden sich in London, Helsinki, Stockholm, Malmö, Kopenhagen, Aarhus, Amsterdam, Gent, Paris und Zürich. Der erste Bout in Deutschland fand 2007 in Stuttgart statt, im Jahr 2009 der erste europäische Wettkampf, "Roll Britannia", in London, bei dem insgesamt zwölf Teams antraten. Als erste europäische Siegerinnen ging das klar überlegene Team der "London Rollergirls" aus dem Turnier hervor.

Der Wahnsinn hat Methode

Das rasante Gerempel ist anspruchsvoller, als es auf uninformierte ZuschauerInnen wirken mag, folgt es doch komplexen Regeln, deren Einhaltung von den ebenfalls rollenden "Referees" (SchiedsrichterInnen) penibel überwacht wird. In jedem Team spielen:

  • eine "Jammer". Sie startet hinter dem Pack und versucht sich durch den Pulk von Spielerinnen hindurch zu manövrieren. Ab dem zweiten Durchlauf holt sie für jede ohne Foul überholte Gegnerin einen Punkt für ihr Team. Die Jammer ist mit einem Stern auf ihrem Helm gekennzeichnet. Die erste Jammer, die ohne Fouls durch das Pack kommt, wird "Lead Jammer" und kann den Jam vorzeitig abrechen.
  • eine "Pivot". Sie startet an der Spitze des Packs, kontrolliert dessen Geschwindigkeit und koordiniert die Zusammenarbeit untereinander. Sie trägt einen breiten Streifen auf ihrem Helm.
  • drei "Blockers". Sie fahren im Pack, ihre Aufgabe ist es, der eigenen Jammer durch die Reihen hindurch zu helfen und die gegnerische Jammer aufzuhalten – zum Beispiel durch Rempeln, Bodychecks oder "Tripples" (Beinestellen). Schlagen, Treten und Festhalten sind verboten und gelten als Fouls.

    Ein Spiel wird "Bout" genannt, jeder Bout ist in zwei "Periods" zu je 30 Minuten unterteilt. Jede Period besteht aus einer unbegrenzten Anzahl von "Jams", jeder Jam dauert maximal zwei Minuten.

    Ein eindeutiges Match

    Bereits nach wenigen Jams zeigte sich die taktische Überlegenheit der "Fantastic 14". Ihre Blocks waren effektiver, ihr Zusammenspiel routinierter und ihre Jammer manövrierten sich auch durch das widerspenstigste Pack hindurch. Der Beginn der Saison 2011 endete mit verdienten 139:81 für die "Fantastic 14" – und mit immer noch guter Laune auf Seiten der "The Good, The Bad And The Gorgeous", deren Fans sie unverdrossen bis zum Schluss mit lautem "GBG!"-Gebrüll anfeuerten. Gefeiert wurde anschließend ohnehin mit allen zusammen.

    Style and Substance

    Ein markantes Merkmal des Sports sind die provokanten Outfits der Rollergirls. Sowohl Spielerinnen als auch Referees pflegen ihre individuellen und herrlich schrillen Stile: Wilde Mischungen aus Punk, Rockabilly und Grunge, Kriegsbemalung, zerrissene Strümpfe an Spitzenstrapsen, bunt gefärbte Haare, Nietengürtel und martialische KünstlerInnennamen sind allesamt bei Frauen wie auch Männern zu sehen. Die Kombination von femininem Styling und knallhartem Vollkontaktsport überrollt hier genüsslich Geschlechterstereotype jeder Couleur.

    Weitere Informationen finden Sie unter:

    Die Berlin Bombshells auf MySpace: www.myspace.com/berlin_bombshells

    www.bearcityrollerderby.de

    Shelly Calton: Hard Knocks

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    Interview mit Janina alias FoXy Führer

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    Beitrag vom 11.03.2011

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