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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 09.01.2008

Mely Kiyak - 10 f├╝r Deutschland - Verlosung
Yvonne de Andr├ęs

Mitwirken, Teilhaben, Partizipieren. MigrantInnen mischen sich in das ├Âffentliche Leben und in die Politik ein. AVIVA-Berlin verlost 3 B├╝cher



Zehn deutsche t├╝rkischsprachige PolitikerInnen fordern gleiche Rechte und Pflichten.

"In den Diskussionen von 1978 bis 1998 wurde Integration immer auch als Assimilation und als Bringschuld von Seiten der Migranten verstanden. Mit dem Regierungswechsel 1998 kam die Einsicht, das Deutschland l├Ąngst ein Einwanderungsland ist und die Integration von der gesamten Gesellschaft geleistet werden muss.", schreibt die deutsche Journalistin t├╝rkisch-kurdischer Abstammung Mely Kiyak. Nur noch die CDU klammert sich im neuen Grundsatzpapier an den Begriff: "Integrationsland" fest. Anpassung an die Mehrheitsgesellschaft ohne die Beibehaltung der eigenen Kultur wird hier gefordert. Diversity ist in puncto MigrantInnen bei der CDU noch nicht angekommen.

Im April 2007 haben sich ca. 50 PolitikerInnen getroffen und das "Netzwerk t├╝rkischst├Ąmmiger Mandatstr├ĄgerInnen" gegr├╝ndet. Melk Kiyak stellt zehn von ihnen in Interviews vor. Die t├╝rkischst├Ąmmigen Frauen und M├Ąnner arbeiten auf der Ebene der Kommune, der Landes-, Bundes- und Europaebene und quer durch alle Parteien "Warum MigrantInnen Politik machen wollen?" In ihrem Verst├Ąndnis lebt die Demokratie von politischer Teilhabe genauso wie die Integration und geh├Ârt daher zusammen. Wenn jedoch diese Option nicht steht, fehlt ein entscheidendes Element. Daher stelle eine andere Herkunft keinen Hinderungsgrund f├╝r ein politisches oder soziales Engagement dar, dies kann bedeuten, dass andere H├╝rden zu bew├Ąltigen sind.

Lale Alg├╝n, Bundestagsabgeordnete, SPD-Mitglied setzt sich f├╝r das neue Staatsangeh├Ârigkeitsrecht ein und kritisiert den Machtanspruch muslimischer M├Ąnner. Ihr Credo lautet: "Jemand, der hier lebt, muss auch irgendwann die M├Âglichkeit haben, Deutscher zu werden und damit auch die Rechte und Pflichten eines Staatsb├╝rgers zu erlangen." Evrim Baba, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, Linksfraktion/ Die Linke.PDS gibt Auskunft dar├╝ber, warum sie f├╝r die Rechte der Frauen in Deutschland k├Ąmpft: "Politik f├╝r Frauen ist mir deshalb wichtig, weil der Kampf f├╝r Frauen immer auch der Einsatz f├╝r die Verbesserung der sozialen Lage aller ist, und zwar unabh├Ąngig vom Geschlecht und der Herkunft." Das Engagement f├╝r Frauen geht deutlich ├╝ber die Themen wie "Zwangsheirat" oder "Ehrenmorde" hinaus." Die Politikerin hat im Fr├╝hling 2007 den Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Patriarchat heftig angeprangert.

Ekin Delig├Âz, Bundestagsabgeordnete, B├╝ndnis 90/ Die Gr├╝nen berichtet ├╝ber ihre Auseinandersetzung zum Thema "Kopftuch". Ihre schlechten Erfahrungen mit Boulevardmedien, die Statements aus dem Zusammenhang rei├čen und die Kampagnen konservativer religi├Âser t├╝rkischer Gruppen, die losgetreten werden, wenn sie kritisiert werden. So hat z. B. die SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Alg├╝n wiederholt Morddrohungen erhalten, so dass heute Personenschutz notwendig ist. Dilek Kolat, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, SPD spricht ├╝ber die Ausbildungschanchen von Berliner MigrantInnen und warum es sich lohnt, daf├╝r Haushaltsmittel zu erk├Ąmpfen.

"Ich habe meine Stimme von den jungen Leuten bekommen, die wissen, dass ich mich stark machen und durchsetzen kann." Nesrin Yilmaz, Stadtratsmitglied in Ingolstadt, CSU spricht ├╝ber ihr konservatives Elternhaus und warum sie den M├Ąnnern ihrer Stadt schon mal den Kopf w├Ąscht. Sie ist Mutter, Unternehmerin und Besitzerin eines Caf├ęs und die T├Ątigkeit im Stadtrat ist ein Ehrenamt. Sie hat sich in Ingolstadt f├╝r die Umsetzung der kleinen Schritte stark gemacht. Eine Brosch├╝re f├╝r Ausl├Ąnder ist entstanden, Deutsch Sprachkurse f├╝r Einwanderer und vieles mehr. Nesrin Yilmaz sagt: "Ich bin deutsche Disziplin und t├╝rkisches Risiko, und ich bin immer mit der T├╝rkei verbunden, denn ich lebe an der Donau, und die m├╝ndet bekanntlich im Schwarzen Meer."

Zur Autorin: Mely Kiyak geboren 1976 in Sulingen (Niedersachsen) als Tochter kurdischer Einwanderer aus der T├╝rkei, lebt als freie Autorin und Journalistin in Berlin. Am "Deutschen Literaturinstitut Leipzig" hat sie in den F├Ąchern Prosa und Neue Medien/Dramatik ihr Diplom abgelegt. F├╝r ihre Abschlussarbeit drehte sie einen Film, in dem sie geb├╝rtige Deutsche ├╝ber ihre Lebenswege reflektieren l├Ąsst. W├Ąhrend ihres Studiums begann sie journalistisch zu arbeiten, u.a. beim Mitteldeutschen Rundfunk und der Leipziger Volkszeitung. Seit 2005 arbeitet sie als Autorin und freie Journalistin in Berlin. Sie schreibt, dreht, rezensiert und kommentiert f├╝r verschiedene Tageszeitungen, Magazine und Institutionen: DIE ZEIT, Frankfurter Rundschau, Goethe Institut, Bundeszentrale f├╝r politische Bildung, das Magazin, Dummy, die Friedrich-Ebert-Stiftung u.a. 2006 erhielt sie ein Stipendium des Senats f├╝r Wissenschaft, Forschung und Kultur f├╝r Berliner Schriftsteller. Ihre Themen sind Migrations- und Integrationspolitik und Kultur. Zuletzt erschienen ist ihr Buch "Zweiheimisch" (2006) ├╝ber bikulturelles Leben in Deutschland.

AVIVA-Tipp: Ein spannendes Buch ├╝ber MigrantInnen mit Mandat. Hier werden MigrantInnen als Vorbilder vorgestellt, um andere MigrantInnen zur politischen Beteiligung zu motivieren. Mely Kiyak stellt das breite Spektrums der engagierten PolitikerInnen vor, von radikal bis konservativ. Trotz der unterschiedlichen biografischen Hintergr├╝nde und politischen Richtungen besteht die Gemeinsamkeit der Interviewten in der Forderung nach politischer Teilhabe f├╝r alle.


AVIVA-Berlin verlost 3 B├╝cher. Bitte sagen Sie uns, in welchen F├Ąchern Mely Kiyak ihr Diplom abgelegt hat und senden bis zum 25.01.2008 eine mail an folgende Adresse: gewinnspiele@aviva-berlin.de



Mely Kiyak
10 f├╝r Deutschland

Gespr├Ąche mit t├╝rkeist├Ąmmigen Abgeordneten.
edition K├Ârber-Stiftung, erschienen Oktober 2007
kartoniert, 257 Seiten, 10 S/W - Abbildungen
ISBN: 9783896840684
14,00 Euro
10 f├╝r Deutschland k├Ânnen Sie online bei merio.de bestellen.

Gewinnspiele Beitrag vom 09.01.2008 Yvonne de Andr├ęs 





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