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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 08.02.2008

Irène Némirovsky - Jesabel und Der Ball - Verlosung
Sharon Adler

Das Werk der j√ľdischen Autorin wird nun auch in Deutschland postum wiederentdeckt. Die Verfasserin von...
AVIVA-Berlin verlost 3 x den Roman Jesabel



..."Suite française" und "Die Hunde und die Wölfe" war Ende der zwanziger Jahre der Star der Pariser Literaturszene, bis sie 1942 nach Auschwitz deportiert wurde und dort wenige Wochen später starb.

Den Kontrast von Arm und Reich, Aufstieg und Niedergang und den stets schmalen Grat zwischen Akzeptanz und Verrat, den N√©mirovsky selbst erfahren hat, machte sie auch zum gro√üen Thema ihrer Erz√§hlungen. Mit der Ver√∂ffentlichung ihres Romans "David Golder" im Jahr 1929 wurde die 26-J√§hrige √ľber Nacht ber√ľhmt. Als jedoch die Deutschen in Frankreich einmarschierten, wendeten sich ihre Bewunderer von ihr - der J√ľdin - ab. Ihr letztes Werk, "Suite fran√ßaise", war in Anlehnung an eine musikalische Suite als Abfolge von f√ľnf Teilen angelegt. Ir√®ne N√©mirovsky konnte jedoch nur die beiden ersten Teile beenden, bevor sie deportiert wurde.

Nachdem AVIVA-Berlin die Romane "Suite francaise" und "Die Hunde und die Wölfe" vorgestellt hatte, widmen wir uns hier Irène Némirovskys Werken "Jesabel" und "Der Ball".

"Jesabel", ein Roman √ľber die Sucht nach Jugend, Sch√∂nheit und Bewunderung, erz√§hlt von den sorgsam konstruierten Lebensl√ľgen einer √ľberirdisch attraktiven Frau, die ihr Leben lang besessen ist von dem Verlangen, geliebt zu werden. Die der Illusion ewiger Jugend nachjagt und daf√ľr das Gl√ľck der eigenen Tochter opfert. Dieses fr√ľhe Meisterwerk von Ir√®ne N√©mirovsky liegt nun erstmals in deutscher √úbersetzung vor.

An einem Sommertag im Jahre 1935 steht in Paris eine elegante √§ltere Frau vor Gericht. Sie soll ihren 20-j√§hrigen Liebhaber ermordet haben. Die Menge der Schaulustigen ist gro√ü, denn Gladys Eysenach ist keine Unbekannte, sondern eine der sch√∂nsten, reichsten und begehrtesten Frauen ihrer Zeit. Ohne Z√∂gern gesteht sie die Tat. Wie konnte aus dieser kultivierten Dame eine M√∂rderin werden? In der R√ľckschau wird Gladys Eysenachs Leben erz√§hlt: Als dem charmanten, attraktiven und sehr jungen M√§dchen auf einem Ball zum ersten Mal die bewundernden Blicke der M√§nner begegnen, ist sie wie elektrisiert von dem Gef√ľhl der Lust, begehrt zu werden. Schon bald ger√§t sie in einen Sog, der es ihr erlaubt, alle M√§nner erobern zu k√∂nnen, und sie genie√üt die neidischen Blicke der anderen Frauen.

Die M√§nner liegen ihr zu F√ľ√üen, und Gladys Eysenach berauscht sich an dieser Macht! Sie kennt keinen anderen Lebensinhalt als den, zu gefallen. Jahre sp√§ter - Gladys erscheint noch immer jung und sch√∂n - sieht sie besorgt ihre Tochter Marie-Th√©r√®se heranwachsen, f√ľrchtet in ihr die Konkurrentin. Selbstt√§uschungen, Depressionen und Panikattacken bestimmen ihr Denken und Handeln. Den Wunsch ihrer Tochter, heiraten zu d√ľrfen, wehrt Gladys vehement ab, weil dadurch Hinweise auf ihr wahres Alter bekannt werden w√ľrden. Als Marie-Th√©r√®se ihr mitteilt, dass sie schwanger ist, versucht Gladys mit allen Mitteln, die Dem√ľtigung durch die Existenz eines Enkelkinds zu verhindern. Jahre sp√§ter wird sie von einem unbekannten jungen Studenten auf der Stra√üe angesprochen. Dieser spielt eine bedeutende Rolle in einem Teil ihres Lebens, vor dem sie glaubte, fliehen zu k√∂nnen. Ihr bis ins kleinste Detail perfekt gestaltetes Kartenhaus f√§llt unaufhaltsam auseinander.

"Der Ball" spielt im Paris von 1926.

Das Ehepaar Kampf plant einen gro√üen Ball mit zweihundert G√§sten aus Adel und Geldadel, um seinen Anspruch auf einen Platz in der feinen Pariser Gesellschaft zu manifestieren. Seit die Familie durch eine B√∂rsenspekulation des Vaters, eines einst kleinen j√ľdischen Bankangestellten zu Reichtum gekommenen ist, hat die lieblose Madame Kampf ausschlie√ülich ein Ziel: dazu zugeh√∂ren! So legt sie ihr protziges Brillantarmband nur noch zum Baden ab, und ihre halbw√ľchsige Tochter, die lebenshungrige, sensible 14-j√§hrige Antoinette, st√∂rt Madame ganz empfindlich bei den Ausf√ľhrungen ihrer Pl√§ne und darf an dem gro√üen Fest nicht teilnehmen. Antoinette ist verzweifelt, bis sich ihr unversehens die Gelegenheit zur subtilen Rache auftut...

Zur Autorin: Ir√®ne N√©mirovsky wurde 1903 als Tochter eines wohlhabenden russisch-j√ľdischen Bankiers in Kiew geboren. Vor der Oktoberrevolution flieht die Familie nach Paris, wo Ir√®ne franz√∂sische Literatur an der Sorbonne studiert. Sie heiratet den wei√ürussischen Bankier Michel Epstein, bekommt zwei T√∂chter und ver√∂ffentlicht ihren Roman "David Golder", der sie schlagartig ber√ľhmt macht. Weitere Ver√∂ffentlichungen folgen. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht und die Deutschen auf Paris zumarschieren, konvertiert sie und flieht mit ihrem Mann und den T√∂chtern in die Provinz. W√§hrend der deutschen Besetzung erh√§lt sie als J√ľdin Ver√∂ffentlichungsverbot. In dieser Zeit arbeitet sie an einem gro√üen Roman √ľber die Okkupation, bis sie am 13. Juli 1942 verhaftet wird. Verzweifelte Rettungsversuche ihres Mannes sind vergebens - Ir√®ne N√©mirovsky stirbt wenige Wochen sp√§ter in Auschwitz an Typhus. Ihr Ehemann, Michel Epstein, wird sp√§ter ebenfalls zusammen mit seinen zwei Br√ľdern und einer Schwester in Auschwitz ermordet. Ihre T√∂chter Denise und Elisabeth √ľberleben durch die Hilfe einer Katholikin, fliehen bis zur Befreiung von einem Versteck ins andere, das dicke Manuskript, an dem ihre Mutter bis zur Verhaftung schrieb, haben sie immer im Koffer dabei. Ir√®nes √§ltere Tochter Elisabeth Gilles arbeitet sp√§ter als √úbersetzerin und Verlegerin. 1992 verfasst sie die fiktive Biografie ihrer Mutter "Ertr√§umte Erinnerungen". Ihre Schwester Denise Epstein hat das Manuskript ihrer Mutter 1954 zum ersten Mal ge√∂ffnet ‚Äď zu schmerzhaft war die Erinnerung und der Verlust. Au√üerdem glaubte sie bis dahin, dass es nur Stichworte und vorl√§ufige Skizzen enthalten w√ľrde. 2005 begann Denise Epstein, das Manuskript, das ihre Mutter wegen Papier- und Tintenknappheit in winziger Schrift geschrieben hatte, mit der Lupe zu entziffern und abzuschreiben - die "Suite fran√ßaise" war wiederentdeckt und wurde zur literarischen Sensation. Mit "Jesabel", ein Buch √ľber die Sucht nach Jugend und Sch√∂nheit, erschien 2006 N√©mirovskys zweiter Roman im Knaus-Verlag, im August 2007 "Die Hunde und die W√∂lfe", ebenfalls im Knaus-Verlag. Im November 2007 erschien im Btb-Verlag "Der Ball". (Knaus-Verlag, √Čditions Deno√ęl)

AVIVA-Tipp: Ir√®ne N√©mirovskys Erz√§hlungen fesseln nicht nur durch ihre sprachliche Raffinesse und Eleganz, vielmehr ist es die schonungslose, minuti√∂se Entmystifizierung ihrer ProtagonistInnen und der gesch√§rfte Blick auf die Details, die diese Lekt√ľre zur Sucht werden lassen.


AVIVA-Berlin verlost 3 x den Roman Jesabel. Bitte nennen Sie uns einen anderen Romantitel von Irène Némirovsky und senden bis zum 22.02.2008 eine eMail an folgende Adresse: gewinnspiele@aviva-berlin.de



Irène Némirovsky
Der Ball

Originaltitel: Le Bal
Originalverlag: √Čditions Bernard Grasset, Paris
Aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer
btb Verlag, erschienen November 2007
Taschenbuch, 112 Seiten
ISBN: 978-3-442-73578-5
Euro 6,00 [D] | Euro 6,20 [A] | SFr 11,90

Irène Némirovsky
Jesabel

Originaltitel: Jézabel
Originalverlag: √Čditions Albin Michel 1936
Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer
Gebundenes Buch, 224 Seiten
ISBN: 978-3-8135-0282-4
Euro 18,00 [D] | Euro 18,50 [A] | SFr 31,90
Knaus Verlag, erschienen August 2006

Der Ball können Sie online bei merio.de bestellen.
Genauso wie Jesabel

Gewinnspiele Beitrag vom 08.02.2008 Sharon Adler 





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