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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 03.03.2008

Der Hals der Giraffe auf DVD
Tatjana Zilg

Die Beziehung der neunj√§hrigen Mathilde zur Mutter und zum Gro√üvater ist durch ein Familiengeheimnis getr√ľbt. AVIVA-Berlin verlost zum DVD-Start 3 Exemplare



H√©l√®ne (Sandrine Bonnaire) f√§hrt mit ihrer kleinen Tochter Mathilde (Louisa Pili) in ein Altersheim zur Geburtstagsfeier von ihrem Gro√üvater Paul (Claude Rich). Ein freudiger und ein trauriger Anlass zugleich. Zwar f√ľhlt sich der noch recht vitale Mann dort recht wohl und versteht sich gut mit den anderen BewohnerInnen, aber die Heimatmosph√§re pr√§gt jeden Moment des Alltags.
Mathilde nimmt die Widerspr√ľchlichkeit der Situation mit kindlichen, einf√ľhlsamen Augen wahr. Au√üerdem hat sie noch ganz andere Pl√§ne mit ihrem Gro√üvater.
Nachdem Mutter und Tochter in ihre Stadtwohnung zur√ľckgekehrt sind und die Mutter sie ins Bett gebracht hat, steht Mathilde mitten in der Nacht wieder auf, um zu Fu√ü ganz allein den weiten Weg zum Altersheim zur√ľckzulegen.
Im ersten Moment ist Paul nat√ľrlich entsetzt und will sofort H√©l√®ne informieren.
Aber dann versteht er, was seine Enkelin so aufgew√ľhlt hat.
Sie hat die Briefe der Gro√ümutter gefunden, die er f√ľr immer vor seine Familie verbergen wollte. Zu tief war die Kr√§nkung, als ihn seine Frau Madeleine (Monique M√©linand) verlie√ü, um mit seinem besten Freund und Gesch√§ftspartner zu leben. Er hoffte, alles vergessen zu k√∂nnen, indem er mit seiner Tochter fort aus Biaritz, wo er die Buchhandlung "Der Hals der Giraffe" f√ľhrte, nach Paris ging.

Aber nun fordert ihn das j√ľngste Mitglied der Familie vehement und gleichzeitig auf eine sehr unschuldige, naive Weise auf, sich der Vergangenheit zu stellen.
Paul entscheidet sich, sofort aus dem Altersheim zu fliehen - ohne den BetreuerInnen Bescheid zu sagen - und mit Mathilde den verblassenden Spuren seiner Ehefrau zu verfolgen. Doch 30 Jahre sind eine lange Zeit. In Biaritz bleibt ihre Suche erfolglos. Als H√©l√®ne, die ihnen in gro√üer Sorge um Mathilde nachreist, dort eintrifft, entschlie√üt sich Paul, Mutter und Tochter die weitere Suche alleine zu √ľberlassen - denn deren Beziehung war durch das Geheimnis mittlerweile stark belastet und nun k√∂nnen sie durch das gemeinsame Ziel neu zueinander finden. Auch Paul hat durch den Mut, sich den Schatten der Vergangenheit zu stellen, neue Lebensenergie gefunden und zieht in Paris vom Altersheim zur√ľck in seine eigene Wohnung.

Der mutige Versuch eines jungen M√§dchen, die Wunden der Familienvergangenheit aufzusp√ľren und eine Aufl√∂sung herbeizuf√ľhren, wurde von der Regisseurin Safy Nebbou als sensibler und tiefsinniger Roadmovie umgesetzt, bei dem der Humor nicht zu kurz kommt. Insbesondere die Versuche der Altersheim-Mitbewohnerinnen, die Pauls Anwesenheit den Krankenschwestern vort√§uschen, sorgen f√ľr erheiternde Momente, die ein wenig Gewicht von der Schwere der tragischen Geschichte √ľber die langj√§hrige Familienl√ľge nehmen.

Bei der Entwicklung der Storyline konnte sich Safy Nebbou auf eigene Lebenserfahrungen beziehen: "Das Verh√§ltnis unterschiedlicher Generationen interessiert mich sehr. Meine Eltern haben sich scheiden lassen, als ich noch ein Kind war, ich blieb bei meiner Mutter. Meine Gro√ümutter hat sich viel mit mir besch√§ftigt, weil es in der Schule nicht klappte, hat sie mir mit M√§rchenb√ľchern in den gro√üen Ferien das Lesen beigebracht. Ich bin mit ihrer F√ľrsorglichkeit aufgewachsen. Sie ist im Alter von 92 Jahren an Alzheimer gestorben, w√§hrend ich am Drehbuch arbeitete. Es ist viel von ihr in meiner Geschichte. Auch das Thema Familiengeheimnis habe ich aus der Vergangenheit und den verschlungenen Wegen meiner eigenen Familie gesch√∂pft.
Ein anderes wesentliches Element des Szenarios dreht sich um die Wurzeln. Ich bin in Bayonne im Baskenland geboren, meine Mutter ist deutschen Ursprungs und mein Vater stammt vom Volk der Berber aus Algerien. Wer bin ich? Wissen, von wo man kommt, um zu wissen, wohin man geht: dies ist eines der Bed√ľrfnisse, die die Figur von Mathilde tief in sich verwurzelt tr√§gt. Auf ihrer Reise in Richtung ihrer Gro√ümutter geht sie auf die Suche nach den Urspr√ľngen ihrer Familie. Ich glaube, dass wir alle tief in uns die Geschichte von Mathilde, ihre Einsamkeit und ihre Fragen tragen, und auch ihre Kraft. Wir sind heute Kinder von gestern."

AVIVA-Tipp: "Die Suche nach dem verlorenen Sohn" aus umgedrehter Sicht, inszeniert als sanftes Melodram mit kom√∂diantischen Pointen. Die aufgeweckte Mathilde auf der Suche nach ihrer Gro√ümutter zu begleiten, ber√ľhrt das Herz und bewegt die Emotionen.


AVIVA-Berlin verlost 3x die DVD "Der Hals der Giraffe". Bitte beantworten Sie folgende Frage: welche Auszeichnung erhielt die Hauptdarstellerin Sandrine Bonnaire? Senden Sie bis zum 10.04.08 eine eMail an folgende Adresse: gewinnspiel@aviva-berlin.de


Der Hals der Giraffe
Le Cou De La Girafe
Frankreich / Belgien 2004
Regie: Safy Nebbou
Drehbuch: Safy Nebbou, Agnès Yobregat
Schauspieler: Sandrine Bonnaire, Claude Rich, Louisa Pili, Darry Cowl, Philippe Leroy-Beaulieu, Maurice Chevit, Monique Mélinand, Geneviève Rey-Penchenat
DVD-Infos:
Ab 21. März 2008 im Handel erhältlich.
Sprache: Deutsche Synchronisation und Originalversion
Untertitel: Deutsch
FSK: Ohne Altersbeschränkung
Ton: dolby 5.1 und dolby 2.0
Bildformat: 16:9
EAN: 4 0471 7905 3884
Bestell Nr.: DV 905388
Ländercode: 2
Label: Schwarz Weiss Filmverleih
Vertrieb: Indigo


Gewinnspiele Beitrag vom 03.03.2008 AVIVA-Redaktion 





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