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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 22.11.2013

Sarah Marrs - Stadtnomadin. Wilde Tage in Chicago, lange N├Ąchte in Berlin. Verlosung
Doreen Heide

Wie performe ich einen "professionell besoffenen" Punkmusikauftritt? Wie organisiere ich das Leben meiner kaufs├╝chtigen und Ehem├Ąnner...AVIVA verlost 2 B├╝cher



...beim Sex mit einem Mann unverhofft von dessen Freundin ├╝berrascht werde? Wie schmuggele ich die Asche des j├╝dischen v├Ąterlichen Freundes aus den USA nach Deutschland und verstreue sie unerlaubterweise auf dem Berliner j├╝dischen Friedhof?
... verschlei├čenden Mutter? Wie reagiere ich souver├Ąn, wenn ich beim Sex mit einem Mann unverhofft von dessen Freundin ├╝berrascht werde? Wie schmuggele ich die Asche des j├╝dischen v├Ąterlichen Freundes aus den USA nach Deutschland und verstreue sie unerlaubterweise auf dem Berliner j├╝dischen Friedhof?
Diese und andere kleine Episoden mit Lehrcharakter aus Sarah Marrs bewegtem Leben als K├╝nstlerin und Musikerin in Berlin einerseits und Familienmanagerin in Chicago andererseits enth├Ąlt "Stadtnomadin".
Im April 1989 zog Sarah Marrs nach Westberlin. Damals war sie 24 und kam frisch von der Kunsthochschule. Nach dem Mauerfall siedelte sie nach Ostberlin ├╝ber und war recht bald in die Berliner Kunst- und Musikszene involviert.

Die versprochenen Schilderungen aus dieser Berliner Zeit sind jedoch sp├Ąrlich. Obwohl die Leserin etwas mehr ├╝ber das Berlin der Wende- und Nachwendezeit wissen wollte, dreht sich der ├╝berwiegende Teil von ┬┤Stadtnomadin┬┤ um Sarah Marrs┬┤ Chicagoer Zeit nach ihrem Leben in Berlin. So erf├Ąhrt sie nun beispielsweise, dass es in ihrer amerikanischen Familie zwar viel Geld f├╝r teure Bekleidung, aber keines f├╝r genug Schlafpl├Ątze und Privatsph├Ąre gibt. Sarah Marrs musste schon fr├╝h die Rolle der Managerin und Ern├Ąhrerin f├╝r ihren weiblichen Familienclan ├╝bernehmen. Oft wird sie aufgrund ihrer Gr├Â├če und tiefen Stimme auch f├╝r einen Mann oder eine Trans*person gehalten. Sarah bietet zudem Einblicke in Sinn und Dramatik amerikanischer Fernseh-Shows, k├Ąmpft gegen die Okkupation ihrer Hinterhauswohnung durch Stadttauben und bekommt Ekelanf├Ąlle bei Sven-dem-Rockstar in Minnesota.

Wenn Sarah Marrs dann im Kapitel bitterfeld 1992: kunst. was soll das zur├╝ck reist in die Zeit Anfang der 90er Jahre, so kann es einer Leserin mit Osterfahrung passieren, dass aus der Perspektive der US-Amerikanerin das einstige zutiefst Vertraute der ostdeutschen Mentalit├Ąt und Lebenswirklichkeit pl├Âtzlich seltsamer und fremdartiger wirkt als der nie gelebte American Way of Life.
Der Alltag in Chicago und ihre sie st├Ąndig beanspruchende Mutter machen Sarah krank. Es zieht sie zur├╝ck nach Berlin und die letzten Kapitel des Buches erz├Ąhlen von ihrer R├╝ckkehr. Ihre Liebe zu Berlin ist dabei von einer Aufrichtigkeit, wie sie wohl nur US-Amerikaner*innen dieser Stadt entgegen bringen k├Ânnen. Oder wer von den in Berlin Geborenen w├╝rde den Wunsch hegen, ein Wir lieben Lebensmittel-T-Shirt der angestammten Edeka-Filiale tragen zu wollen?

Sarah Marrs liebt vor allem das alte Ostberlin, nicht das auf Hochglanz polierte Berlin-Mitte der heutigen Zeit. Sie sehnt sich nach dem Grau und der Trostlosigkeit der Ostberliner Stra├čen, was wohl nur nachvollziehen kann, wer einmal l├Ąngere Zeit im alten Osten gelebt hat.
Aber die Stadt hat sich ge├Ąndert seit den 90er Jahren und so erz├Ąhlen die letzten Kapitel von Stadtnomadin auch eine Geschichte des Vermissens, ohne dass jedoch ausreichend beschrieben wird, was genau vermisst wird. Abgesehen von dem bereits erw├Ąhnten bitterfeld-Kapitel gibt es keine weiteren Erz├Ąhlungen aus den 90er Jahren, so dass das Buch nicht emotional greifbar werden l├Ąsst, was genau Sarah Marrs so in Berlin h├Ąlt und was das Gl├╝ckverhei├čende dieser Stadt f├╝r sie ist.

Stattdessen lernt die Leserin durch Sarah Marrs auch im Berlin der Jetzt-Zeit jede Menge skurriler Gestalten kennen, denn Sarah hat hier wie dort ├╝ber den Ozean ein Herz und Auge f├╝r alle Arten gesellschaftlicher Drop-outs, die in nahezu allen ihren Kurzgeschichten vorkommen. Dabei flie├čen in jeder erdenklichen Situation Mengen diverser Alkoholika.

Im Gegensatz zu manch anderen K├╝nstlerinnen zeigt Sarah Marrs dabei auch viel Verantwortung f├╝r ihre Familie und ├Ąltere Mitmenschen. Es scheint eine deutsche Spezialit├Ąt und Erbe der 68er Zeit zu sein, dass j├╝ngere Generationen sich permanent von den Generationen vor ihnen distanzieren m├╝ssen. Und in der Tat gibt es im amerikanischen K├╝nstler*innen-Umfeld von Sarah Marrs keine Mentalit├Ątsunterschiede zwischen den Generationen. Die "Alten" trinken, rauchen und arbeiten genauso wie die J├╝ngeren, sind genauso ausgeflippt oder sogar noch verr├╝ckter. Diese und andere kulturelle Unterschiede beleuchtet Sarah Marrs in ihrer Rolle als Kulturbotschafterin f├╝r amerikanische Lebensart.

Immer wieder inspirierend ist Sarahs stets kreativer und direkter Umgang mit den Widrigkeiten des Lebens und den Macken der anderen. Hier agiert keine Frau, die sich behutsam und ├╝berlegt im Hintergrund h├Ąlt. Sarah rumpelt sich durch ihr chaotisches Leben, rastet dabei gern auch mal aus und schl├Ągt um sich, wenn ihr etwas stinkt. Peinlichkeiten nimmt sie mit Humor, anstatt sich schamvoll zu verkriechen. Das ist erfrischend und empowernd, wenngleich nicht unbedingt immer geeignet, Sarahs Existenz zu sichern.

AVIVA-Tipp: Auch wenn mensch ├╝ber Sarah Marrs┬┤ Berliner Leben in den 90er Jahren wenig erf├Ąhrt, ist Stadtnomadin aus genau diesen Gr├╝nden lesens- und empfehlenswert. Aber Achtung: das Ende kommt pl├Âtzlich und unvermittelt. Sarah Marrs, immer direkt und unverstellt, macht die T├╝r zu ihrem Leben im Laufe des Buches weit auf - und schl├Ągt sie am Ende ohne Vorwarnung von einer Seite zur n├Ąchsten zu. Tsch├╝ss! Genug zugeschaut! Wer Sarah Marrs im Laufe des Buches etwas n├Ąher kennen lernen durfte, wird sich dar├╝ber aber nicht allzu sehr wundern.

Zur Autorin: Sarah Marrs wurde 1965 in Chicago geboren. 1989 kam sie mit einem Kunstdiplom in der Tasche nach Berlin und lie├č sich in der Ostberliner K├╝nstlerInnenszene als Performerin, Malerin und S├Ąngerin nieder. Wohl am bekanntesten ist ihre Zusammenarbeit mit den Bands Ornament & Verbrechen und Kyborg. Auch heute noch ist Berlin ihre Wahlheimat.

Sarah Marrs
Stadtnomadin. Wilde Tage in Chicago, lange N├Ąchte in Berlin

Edel Germany Verlag, erschienen September 2013
208 Seiten, kartoniert
ISBN 978-3-944296-21-0
14,95 Euro


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Gewinnspiele Beitrag vom 22.11.2013 AVIVA-Redaktion 





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