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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 21.07.2016

Valeria Luiselli - Die Geschichte meiner ZĂ€hne. Verlosung
Helga Egetenmeier

Die Geschichte der eigenen ZĂ€hne wird meist nur vertraulich erzĂ€hlt. Einen phantastischen Weg geht damit Valeria Luiselli, die Autorin von "Die Schwerelosen", indem sie das Gebiss von Marilyn Monroe dem Auktionator Carretera... AVIVA verlost 3 BĂŒcher



...einsetzt. DafĂŒr kam sie, zusammen mit ihrer Übersetzerin Dagmar Ploetz, auf die Shortlist 2016 fĂŒr den 8. Internationalen Literaturpreis fĂŒr ĂŒbersetzte Gegenwartsliteraturen.

Bei der Preisverleihung am 25.06.2016 im Haus der Kulturen der Welt wurde zwar Shumona Sinha fĂŒr "Erschlagt die Armen!", ĂŒbersetzt von Lena MĂŒller, der erste Preis zugesprochen, eine besondere Auszeichnung fĂŒr dieses ungewöhnliche Leseerlebnis ist es jedoch allemal.

Benannt als "Buch I. Anfang, Mitte, Ende", lĂ€sst die Autorin ihre Hauptfigur Gustavo Sanchez Sanchez, genannt Carretera (dt. "Autobahn") im ersten Kapitel kurz seinen Lebensweg bis zur Weiterbildung als Auktionator skizzieren. Jedoch verweist sie gleich durch ihren ersten Satz auf seine spĂ€tere Leidenschaft, "Ich bin der beste Auktionator der Welt. Das weiß aber keiner, denn ich bin ein zurĂŒckhaltender Mensch". Das Kapitel schließt mit der Entdeckung seiner Faszination fĂŒr die ZĂ€hne von Marilyn Monroe, die er ersteigert und sich einsetzen lĂ€sst.

In den folgenden drei BĂŒchern "Parabolisches", "Hyperbolisches" und "Elliptisches", verlangsamt Luiselli die erzĂ€hlte Zeit. Ihre Beschreibungen der Auktionen und der versteigerten ZĂ€hne werden detaillierter. Kunstvoll verbindet sie dabei Reales und Fiktion durch bekannte Namen, wie Virginia Woolf und Jean-Jaques Rousseau, indem sie deren Gebisse durch den Auktionator mittels geheimnisvoller Geschichten anpreisen lĂ€sst.

Valeria Luiselli schrieb diesen Roman als literarische Auftragsarbeit fĂŒr einen Ausstellungskatalog der Galerie Jumex. GegrĂŒndet vom Erben des gleichnamigen Saftherstellers, befindet sich diese auf dessen FabrikgelĂ€nde in Ecatepec, einem Randviertel von Mexiko-City. Auch der Großteil der Geschichte des Lebens ihrer Hauptfigur lĂ€sst sie in diesem Stadtteil abspielen. Im Nachwort nennt sie ihren Roman "ein Produkt der Zusammenarbeit", mit den ArbeiterInnen der Jumex-Fabrik. Nach dem Vorbild einstiger Tabak-Lesungen in kubanischen Zigarren- und Zigarettenfabriken, schrieb sie fĂŒr die ArbeiterInnen in wöchentlichen Fortsetzungen und band deren Diskussionen in den weiteren Romanablauf mit ein.

Im fĂŒnften Buch "Allegorisches", dem letzten Kapitel zur Lebensgeschichte von Carretera, erscheint als weiterer Ich-ErzĂ€hler der erfolglose Schriftsteller Beto Balser. Der mittlerweile kurz vor seinem Tod stehende Auktionator, beauftragt diesen, seine Biografie zu schreiben. "Vor fast einem Jahr habe ich begonnen, die dentale Autobiografie des grĂ¶ĂŸten Helden unseres Viertels zu schreiben.", lĂ€sst die Autorin Balser beginnen. Durch diesen Perspektivenwechsel erhĂ€lt die FiktionalitĂ€t der Hauptfigur eine weitere kreative Wendung hin zur Frage der Wahrhaftigkeit, die im letzten Buch "Rundgang" durch Fotografien der ArbeiterInnen aus der Umgebung der Saftfabrik in Ecatepec ergĂ€nzt werden.

Zur jungen Generation mexikanischer AutorInnen gehörend, bricht Valeria Luiselli mit der nationalen Bezogenheit, indem sie ihrer Hauptfigur eine lokale Verbundenheit gibt und ihn sonst rund um die Welt reisen lĂ€sst. Auch die geschlechtlichen Eindeutigkeiten verwischt sie mit der Leidenschaft des Mannes fĂŒr die ZĂ€hne der Weiblichkeitsikone Marilyn Monroe und vermischt durch deren Einsetzen die Körper der Geschlechter. Dazu jongliert sie mĂŒhelos mit weltberĂŒhmten literarischen Referenzen, ein KunststĂŒck, das ihr bereits in ihrem 2013 erschienen Roman "Die Schwerelosen" gelang.

AVIVA-Tipp: Erstaunlich leicht zu lesen geht die LektĂŒre dieses komplex kombinierten und dennoch wie spielerisch geschriebenen Romans zur Lebensgeschichte eines ungewöhnlichen Auktionators. Die junge Autorin ĂŒbernimmt detailreich die Stimme des mĂ€nnlichen Ich-ErzĂ€hlers, den sie im Laufe des Buches durch seine ersteigerten und eingesetzten Marilyn Monroe-ZĂ€hne erzĂ€hlen lĂ€sst. Dezent-liebevoller Humor prĂ€gt diesen Text genauso wie die Frage nach dem Wert von Kunst und Leben.

Zur Autorin: Valeria Luiselli, geboren 1983 in Mexiko City, schreibt fĂŒr Magazine und Zeitungen wie Letras Libres und die New York Times. FĂŒr ihr RomandebĂŒt "Die Schwerelosen" erhielt sie den "LA Times Art Seidenbaum Award for First Fiction" und er wurde, ebenso wie ihre Essays, in mehrere Sprachen ĂŒbersetzt. Als Lektorin, Journalistin und Dozentin arbeitend, lebt sie in Mexiko City und New York.
Die Autorin im Netz: twitter.com/valerialuiselli

Zur Übersetzerin: Dagmar Ploetz, geboren 1946 in Herrsching am Ammersee, lebte von 1948 bis 1965 in Argentinien und studierte spĂ€ter in MĂŒnchen Germanistik und Romanistik. TĂ€tig als Verlagslektorin und freie Journalistin, arbeitet sie seit 1984 hauptberuflich als freie Übersetzerin aus dem Spanischen. 2005 erhielt sie den "Jane Scatchered-Preis", 2012 den "ÜbersetzerInnenpreis der Landeshauptstadt MĂŒnchen" und ĂŒbersetzte u.a. Gabriel Garcia Marquez, ĂŒber den sie auch zwei Biografien schrieb.

Valeria Luiselli
Die Geschichte meiner ZĂ€hne

Originaltitel: La historia de mis dientes, 2013
Übersetzerin: Dagmar Ploetz
Verlag: Antje Kunstmann, erschienen MĂ€rz 2016
Hardcover, gebunden mit Schutzumschlag, 192 Seiten
ISBN-13: 978-3956140921
18,95 Euro
www.kunstmann.de


AVIVA-Berlin verlost 3 BĂŒcher. Bitte senden Sie uns dazu den AVIVA-Tipp aus unserer Rezension zu Valeria Luiselli - Die Schwerelosen mit Angabe Ihrer Postadresse bis zum 30.09.2016 per Email an folgende Adresse: info@aviva-berlin.de


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Valeria Luiselli - Die Schwerelosen
Nichts als Gespenster: Mit Transzendenz und Magischem Realismus eroberten lateinamerikanische LiteratInnen schon einmal die Feuilletons und LeserInnen. Die neue Generation öffnet erneut die Pforten zum Geisterhaus, verabschiedet sich jedoch von der exotischen Opulenz ihrer namhaften VorgÀngerInnen. (2013)

Shumona Sinha - Erschlagt die Armen!
Die in Kalkutta geborene und seit 2001 in Frankreich lebende kontrovers diskutierte Autorin trifft mit ihrem lyrischen Roman direkt ins Herz der gegenwĂ€rtigen Asyldebatte, und verschafft uns einen persönlichen Einblick an die Front zwischen den verzweifelten AntragstellerInnen und den abgebrĂŒhten und oft inkompetenten Beamten, die quotenbasierte BĂŒrokratie umsetzen. (2016)

Weitere Infos unter:

Haus der Kulturen der Welt, Shortlist 2016 fĂŒr den Internationalen Literaturpreis mit dem Jurykommentar zur Nominierung von Valeria Luiselli.

Das Museum Jumex in Mexiko City, Stadtteil Nuevo Polanco, zeigt eine der grĂ¶ĂŸten privaten Kunstsammlungen Lateinamerikas und wurde im November 2013 eröffnet. Bereits davor gab es die Galeria Jumex in Ecatepec de Morelos auf dem GelĂ€nde der Fabrik Jumex, dessen Besitzer deren Geldgeber und GrĂŒnder ist.

Gewinnspiele Beitrag vom 21.07.2016 Helga Egetenmeier 





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