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AVIVA-BERLIN.de im Februar 2021 - Beitrag vom 15.02.2018


DIE GRUNDSCHULLEHRERIN. Regie und Drehbuch: Hélène Angel. Kinostart: 15.02.2018. Verlosung
AVIVA-Redaktion

Florence (Sara Forestier ) ist Grundschullehrerin aus Leidenschaft. Während sie alles gibt, um ihren SchülerInnen den Weg in eine glückliche und erfolgreiche Zukunft zu ebnen, sieht es privat chaotisch aus: Alleinerziehend, fehlt ihr häufig die Zeit für ihren Sohn, der daher zu seinem Vater ziehen will. Als zudem Sacha, ein Kind aus schwierigen Verhältnissen, neu in ihre Klasse kommt und ihre volle Aufmerksamkeit fordert, muss Florence einen Weg finden, Ordnung in ihr Leben zu bringen. AVIVA verlost 3 x 2 Kinokarten




Sie macht da weiter, wo andere vielleicht längst aufgegeben hätten: Florence, die Heldin von Hélène Angels warmherzigem Film DIE GRUNDSCHULLEHRERIN. Sie zeigt auf ebenso einfühlsame wie dynamische Weise, wie viel Hingabe es erfordert, die Kleinsten in unserer Gesellschaft zu unterrichten und gleichzeitig an das Leben heranzuführen.
Die wunderbare Sara Forestier (DER NAME DER LEUTE) in der Hauptrolle ist eine Klasse für sich: Die zweifache César-Preisträgerin überzeugt als starke Frau, die täglich den Spagat zwischen Arbeit und Privatem meistern muss und dennoch für ihre Überzeugungen und Ideale einsteht. An ihrer Seite: Vincent Elbaz (MADAME MALLORY UND DER DUFT VON CURRY) und eine Schar junger LaiendarstellerInnen, deren große Spielfreude spürbar wird, wenn sie ihren Schulalltag in all seiner dramatischen Verrücktheit auf die Leinwand bringen dürfen.

Das Leben ist eine Baustelle, und in der Grundschule geht es besonders laut, chaotisch und ungefiltert zu. Doch so anstrengend es manchmal auch sein mag, sich jeden Morgen aufs Neue zu motivieren: Für Florence (Sara Forestier), Mitte 30 und Lehrerin aus Leidenschaft, kann es keinen schöneren Beruf geben.

Früher hatte Florence einen Mann, doch die Ehe wurde geschieden, eine neue Beziehung hatte sie länger nicht, und jetzt wohnt sie mit ihrem zehnjährigen Sohn Denis (Alain Cousi) sogar direkt über den Klassenzimmern ihrer Schule. Das ist so praktisch wie fatal. Denn wo die Grenze zwischen Privatem und Job räumlich verschwimmt, ist es nur noch ein kleiner Schritt bis zu dem Punkt, an dem der Beruf einen mit Haut und Haar auffrisst. Und Flo-rence steht kurz davor. Aber noch gibt sie sich selbstbewusst und stark und meistert die Herausforderungen des Alltags scheinbar mühelos.

Die Kinder ihrer Klasse sind ihr Ein und Alles: Wenn sie ihren SchülerInnen auf die Sprünge helfen kann, indem sie ihnen extra Leseunterricht gibt, die Lösung einer Matheaufgabe mit spielerischen Methoden vermittelt oder den Lärmpegel im Klassenzimmer reduziert, indem sie für die eine ein nettes Wort übrig und für den anderen ein offenes Ohr hat, zieht sie daraus ihre Befriedigung. Lieber ein bisschen zu viel als zu wenig tun, ist ihre Devise. Gerne auch nach Feierabend.

Das gilt erst recht, als eines Morgens Sacha (Ghillas Bendjoudi), ein Junge aus einer Parallelklasse, an der Tür klopft und fragt, ob er an ihrem Unterricht teilnehmen dürfe, weil er seine Schwimmsachen vergessen habe. Er setzt sich neben Denis, der in die Klasse seiner Mutter geht und zunehmend darunter leidet, dass Florence ihn nicht nur während der Schulstunden kaum wahrnimmt.

Viel schlimmer ist im Moment allerdings, dass Sacha wie eine Müllkippe stinkt. Angewidert setzt Denis sich weg, doch damit sind die Probleme, die Sacha in die Klasse trägt, nicht aus der Welt geschafft. Im Gegenteil: Der kräftige Junge rastet schnell aus und wird sogar gewalttätig, wenn er das Gefühl hat, sich verteidigen zu müssen. In der Mittagspause ver-liert er schließlich die Nerven, weil die anderen Kinder ihn hänseln, und schlägt wie wild um sich. Erst Florence, die ihn zu Boden ringt, in die Arme nimmt und festhält, gelingt es, Sacha wieder zu beruhigen.

Der Vorfall soll Sachas Mutter gemeldet werden, doch sie ist telefonisch nicht zu erreichen. Als später am Nachmittag die anderen Kinder von ihren Eltern abgeholt werden, steht Sacha allein und verloren im Schulhof herum. Florence will wissen, was bei ihm daheim los ist. Zunächst druckst der Junge herum, rückt dann aber mit der erschreckenden Wahrheit heraus. Seine Mutter, erzählt Sacha, sei schon seit Tagen nicht mehr nach Hause gekommen, habe lediglich genug Geld dagelassen, damit er sich selbst versorgen kann. Florence ahnt, dass das nicht zum ersten Mal passiert.

Die allgemeine Ratlosigkeit in der Schule, was mit Sacha passieren soll, weicht einer gewissen Erleichterung, als plötzlich Mathieu (Vincent Elbaz) auftaucht, ein Exfreund von Sachas Mutter, die ihn wohl ohne sein Wissen als Not-fallkontakt für Sacha angegeben hat. Der chaotische, aber sympathische Sushibote nimmt Sacha mit zu sich nach Hause. Die beiden kennen sich gut, denn Mathieu kümmerte sich jahrelang liebevoll um den Jungen, als er noch mit seiner Ex-Freundin zusammen war, die schon damals alles andere als eine umsichtige Mutter war. Was danach aus dem Jungen werden soll, weiß niemand so recht. Das Jugendamt verständigen? Florence ist der Meinung, dass es eine andere Lösung geben muss. Und als sie am nächsten Tag beobachtet, dass Sacha wieder auf dem Hof herumlungert, beschließt sie, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

An diesem Abend bietet sie Sacha also ein Dach über dem Kopf an. Davon ist Denis jedoch überhaupt nicht begeistert, denn die Aufmerksamkeit, die Florence dem Problemkind schenkt, wünscht er sich natürlich für sich selbst. Weil er diese nicht bekommt, hat er längst für sich entschieden, dass er zu seinem Vater ziehen wird – lieber heute als morgen. Mit ihm möchte Denis ganz weit weg, nach Java, wo der Vater Häuser baut. Florence will von diesem Plan nichts hören und vertieft ungewollt mit ihrer schroffen Art den Graben zwischen sich und ihrem Sohn nur noch mehr.

Dass Denis sie genauso braucht wie die anderen Kindern – wenn nicht mehr –, fällt ihr nicht auf. Sie hat einfach zu viel um die Ohren: die Schule, die aufkeimenden Gefühle für Mathieu, die Sorge um Sacha, der sich permanent mit Denis streitet. Um zu verhindern, dass Sacha ins Heim kommt, macht Florence seine Mutter ausfindig und stellt sie an ihrem Arbeitsplatz, einer Edelboutique, zur Rede. Doch trotz der lautstarken Szene, die sie ihr vor versammelter KundInnenschaft macht, gelingt es Florence nicht, sie zu überzeugen, endlich Verantwortung für ihren Sohn zu übernehmen.

Obwohl sie schon so viele Herausforderungen in ihrem Leben gemeistert hat, meistens im Alleingang, stößt Florence jetzt an ihre Grenzen. Nach einer heftigen Auseinandersetzung mit ihren KollegInnen, die ihr vorwerfen, selbstherrlich ihre Kompetenzen zu überschreiten, dämmert Florence zum ersten Mal, dass ihre Kraft, ihre Energie und Lebensfreude viel-leicht nicht mehr ausreichen, um ihren Idealismus weiter zu befeuern. Plötzlich fühlt sie sich erschöpft und antriebslos. Nach einem Streit mit Mathieu scheint auch diese Beziehung vorbei zu sein, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Denis hat sich durchgesetzt und wird von seinem Vater abgeholt. Und dann fällt Florence siedend heiß ein, dass sich für die nächsten Tage ein Lehrprüfer angemeldet hat…

Hélène Angel (Drehbuch, Regie)

Hélène Angel wurde am 3. Mai 1967 in Nizza geboren und studierte an der Pariser Filmhochschule FEMIS, wo sie etliche Kurzfilme drehte, die zwischen Komödie und sozialem Realismus angesiedelt sind. Mit ihrem dritten Kurzfilm gewann sie beim Filmfestival in Clermont-Ferrand den Großen Publikumspreis. Auch mit ihrem Debütspielfilm PEAU D´HOMME COEUR DE BÊTE aus dem Jahr 1999 sorgte sie sofort für Begeisterung, denn beim renommierten Festival von Locarno wurde Angel mit dem begehrten Goldenen Leoparden ausgezeichnet. Es folgte ein mit Daniel Auteuil und Emmanuelle Devos hochkarätig besetzter Abenteuerfilm, RENCONTRE AVEC UN DRAGON, zu dem sie sich von Jim Jarmusch und Federico Fellini inspirieren ließ, sowie der Thriller PROPRIÉTÉ INTERDITE mit Valérie Bonneton. Neben ihren Kinoprojekten realisierte Hélène Angel für Arte auch den Dokumentarfilm "Hôtel des longues peines" über Frauen, die ihre Männer im Gefängnis besuchen.

Filmographie (Auswahl)

2016:DIE GRUNDSCHULLEHRERIN (Primaire)
2011: PROPRIÉTÉ INTERDITE
2003: RENCONTRE AVEC LE DRAGON
1999: PEAU D´HOMME COEUR DE BÊTE

Sara Forestier (Florence)

Am 4. Oktober 1986 in Kopenhagen geboren, drehte Sara Forestier im Laufe ihrer bislang 16 Jahre währenden Karriere nicht weniger als 38 Filme. Alles begann, als sie im Alter von 13 Jahren eine Freundin zu einem Casting begleitete, entdeckt wurde und ab 2001 kleinere Engagements bei Film und Fernsehen übernahm. Nur vier Jahre später gewann sie den César als beste Nachwuchsdarstellerin in Abdellatif Kechiches L´ESQUIVE, der sich als perfektes Sprungbrett für ihre Karriere erweisen sollte. Denn in den Folgejahren drehte Forestier mit einigen der bedeutendsten französischen Regisseuren, darunter Claude Lelouch, Michel Deville, Alain Resnais und Bertrand Blier. 2010 war eines der wichtigsten Jahre ihrer Laufbahn: Zum einen spielte sie France Gall in Joan Sfars viel beachtetem Debütfilm GAINSBOURG – DER MANN, DER DIE FRAUEN LIEBTE, zum anderen erhielt sie den César als beste Hauptdarstellerin für ihre virtuose Leistung in der politischen Liebeskomödie DER NAME DER LEUTE. Mit gerade mal 24 Jahren gehörte sie damit zu den ganz Großen ihrer Zunft, was sie mit ihren Auftritten in DIE UNERSCHÜTTERLICHE LIEBE DER SUZANNE (hierfür wurde sie erneut für einen César nominiert) und Jacques Doillons LIEBESKÄMPFE unterstrich. Sara Forestier drehte bislang drei eigene Kurzfilme sowie 2017 den abendfüllenden Spielfilm M, EINE UNGEWÖHNLICHE LIEBESGESCHICHTE, in dem sie die weibliche Hauptrolle spielte und auch das Drehbuch verantwortete. Neben ihrer Filmarbeit spielt sie regelmäßig am Theater und spricht Hörbücher ein. Zuletzt stand sie für die Horrorserie "Calls" mit namhaften KollegInnen wie Mathieu Kassovitz und Marina Foïs vor der Kamera.

Filmographie (Auswahl)

2016: DIE GRUNDSCHULLEHRERIN (Primaire), Regie: Hélène Angel
2013: DIE UNERSCHÜTTERLICHE LIEBE DER SUZANNE (Suzanne), Regie: Katell Quillévéré
2013: LIEBESKÄMPFE (Mes séances de lutte), Regie: Jacques Doillon
2010: DER NAME DER LEUTE (Le nom des gens), Regie: Michel Leclerc
2010: GAINSBOURG – DER MANN, DER DIE FRAUEN LIEBTE (Gainsbourg), Regie: Joan Sfar
2009: VORSICHT SEHNSUCHT (Les herbes folles), Regie: Alain Resnais
2006: DAS PARFUM – DIE GESCHICHTE EINES MÖRDERS, Regie: Tom Tykwer
2005: WIE SEHR LIEBST DU MICH? (Combien tu m´aimes?), Regie: Bertrand Blier

DIE GRUNDSCHULLEHRERIN
Land: Frankreich 2016
Regie und Drehbuch: Hélène Angel
BESETZUNG:
Florence: SARA FORESTIER
Mathieu: VINCENT ELBAZ
Denis: ALBERT COUSI
Sacha: GHILLAS BENDJOUDI
Monsieur Sabatier: PATRICK D´ASSUMÇAO
Madame Duru: GUILAINE LONDEZ
Marlène Peillard: OLIVIA COTE
Laure la stagiaire: LUCIE DESCLOZEAUX
STAB
Regie: HÉLÈNE ANGEL
Drehbuch: HÉLÈNE ANGEL, YANN CORIDIAN, AGNÈS DE SACY, OLIVIER GORCE
Kamera: YVES ANGELO
Casting: JULIE NAVARRO
Szenenbild: NICOLAS DE BOISCUILLÉ
Kostüm: CATHERINE RIGAULT
Maske: CHARLOTTE ARGUILLÈRE, LOLA MAILLARD, AURÉLIE RAMEAU
Montage. SYLVIE LAGER, CHRISTOPHE PINEL
Orginalton: ANTOINE-BASILE MERCIER, ARNAUD ROLLAND, OLIVIER DÔ HÙU
Musik: PHILIPPE MILLER
Produktionsleitung: BERNARD BOLZINGER
Produzentin: HÉLÈNE CASES

Kinostart: 15.02.2018
Länge: 105 min
Mehr zu DIE GRUNDSCHULLEHRERIN unter: www.alamodefilm.de



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Beitrag vom 15.02.2018

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