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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 02.12.2009

Caché - Ein Film von Michael Haneke mit Juliette Binoche und Daniel Auteuil. DVD-Verlosung
Lisa Erdmann

Der französische Regisseur trifft mit dem Film "Caché" sein Publikum aus einem anonymen Hinterhalt direkt ins Herz. Die ZuschauerInnen sind... AVIVA verlost 3 DVDs



... unfreiwillige VoyeurInnen die zusehen mĂŒssen, wie aus Vertrauen Argwohn wird und der Verlust von PrivatsphĂ€re unaufhaltsam zu einer greifbaren Bedrohung heranwĂ€chst.

Es sind nicht nur furchterregende GerĂ€usche oder erschreckende Szenen, die Angst erzeugen können. Auch die unaufhörliche, bedrĂŒckende Stille kann lĂ€hmen, bestĂŒrzen und ein Grauen auslösen, das sich viel tiefer einnistet, als alles andere. Michael Haneke spielt das Spiel mit der Stille so gekonnt wie kein/e Zweite/r und zieht mit dem Thriller "CachĂ©" seine ZuschauerInnen gnadenlos in seinen Bann.

Ein kleines Haus, irgendwo in Frankreich, mit schmalem Vorgarten, eingezwĂ€ngt zwischen anderen GebĂ€uden, dahinter verschachtelte BausĂŒnden die den Horizont verbergen, davor eine mĂ€ĂŸig befahrene Straße. Es passiert kaum mehr als nichts, nur ein Radfahrer fĂ€hrt vorbei und einige FußgĂ€ngerInnen passieren die Straße. Dann kommt eine Person aus dem Haus, lĂ€uft zu einem Auto. Die ZuschauerInnen denken an Vorstadtidylle, die Bilder könnten als Aufzeichnungen einer Überwachungskamera interpretiert werden. Dann sind Stimmen aus dem Off zu hören, das Band wird zurĂŒckgespult. Das aktuelle Geschehen wird zur jungen Vergangenheit, die vermittelte RealitĂ€t verschwimmt als Illusion, denn es gibt neben dem Publikum noch weitere BeobachterInnen der Staffage.

Die BewohnerInnen des behaglichen Hauses, das Ehepaar Georges (Daniel Auteuil) und Anne (Juliette Binoche) Laurent schauen sich die Szenerie auf ihrem Fernseher an. Die Videokassette mit dem zweistĂŒndigen Film fanden sie in einer PlastiktĂŒte hĂ€ngend am Gittertor vor ihrem Haus. Dass sie und ihr Domizil gefilmt wurden, wussten sie nicht. Die aufgezeichnete, ansehnliche Idylle erhĂ€lt einen bitteren, voyeuristischen Beigeschmack.

Das Paar ist irritiert, verwirrt, versteht nicht, wer ihnen so etwas schicken könnte und erst recht nicht warum. Soll das eine Drohung sein? Will ihnen jemand Angst machen? Unsicher rĂ€tseln sie ĂŒber "TĂ€terIn" und "Motiv" und finden doch keine Antwort. Eindeutig ist nur, dass sie aus dem Verborgenen, heimlich ("cachĂ©") beobachtet wurden und der oder die BeobachterIn sie darĂŒber informieren wollte.

Die Laurents sind ein typisches AkademikerInnen-Paar. Georges ist Moderator einer TV-Literatursendung, Anne ist Lektorin bei einem Verlag. Gemeinsam haben sie den Sohn Pierrot (Lester Makedonsky). Alles liegt ganz im Klischee, alles ist ein klarer Spiegel der Gesellschaft. Doch wenig spÀter tauchen weitere Videokassetten auf und zerstören schleichend die pittoreske Harmonie.

Der Film "CachĂ©" ist ein leiser, aber sehr kluger Psychothriller. Durch die immer wiederkehrende beklemmende Lautlosigkeit kriecht die Handlung bis ins Mark und lĂ€sst dabei fast alle Frage offen. Eine Familie wird durch die Videoaufnahmen einer/eines Fremden sukzessiv zerstört. ZusĂ€tzlich bricht Georges Verschweigen seiner Gedanken, Emotionen und seiner Vergangenheit die Basis der Partnerschaft, das Vertrauen. Der Druck nimmt spĂŒrbar zu und die Angst, durch die Videos könne sein privates und berufliches Leben in Gefahr geraten, pulsiert spĂŒrbar in dem Familienvater. Immer stĂ€rker aus seiner Rolle gedrĂ€ngt, fehlt ihm in seiner zunehmenden Starre der Mut, ĂŒber seine eigene, als Kind begangene Schuld zu sprechen – auch hier ist es wieder das von Haneke inszenierte Schweigen, das zermĂŒrbt und vernichtet.

Wichtig ist am Ende nicht mehr die Entlarvung der VerfasserIn der mysteriösen Videokassetten, sondern vielmehr die psychische Auseinandersetzung mit Schuld und VerdrĂ€ngtem oder Vergessenem, die Aufarbeitung der Vergangenheit. Dabei ist in diesem speziell französischen Hintergrund ebenso die Historie des Algerienkrieges bedeutsam. Auch die politische Debatte des "Überwachungsstaates" kann, aufgrund der scheinbar urheberInnenlosen Aufnahmen, als Spiegel des Zeitgeistes interpretiert werden. Georges hölzerne BetĂ€ubung, von Daniel Auteuil authentisch und ĂŒberzeugend gespielt, reflektiert den Zustand des Großteils der westlichen Gesellschaft, die als Reaktion auf Verunsicherung lieber erstarrt und verstummt, als zu sprechen.

FĂŒr den Film "CachĂ©" wurde Michael Haneke 2005 wĂ€hrend des "Festival De Cannes" der Preis der internationalen Filmkritik (FIPRESCI) und der Preis der ökumenischen Jury verliehen. Einen Tag spĂ€ter wurde Haneke in Cannes als "Bester Regisseur" ausgezeichnet. Ferner wurde "CachĂ©" 2005 beim EuropĂ€ischen Filmpreis 2005 fĂŒnffach ausgezeichnet, darunter als "bester Film" und fĂŒr die "beste Regie".


AVIVA-Tipp: Hanekes Film kann sowohl als Thriller, Melodram, aber auch als politische Allegorie verstanden werden. Der Regisseur drĂŒckt keine festgelegte Meinung, kein Urteil ĂŒber das Geschehen aus, sondern zeigt es nur auf und lĂ€sst den ZuschauerInnen viel Raum fĂŒr eigene Interpretationen. Was jedoch bei allen BeobachterInnen ĂŒbereinstimmen wird, ist der Schock ĂŒber den erzwungenen, unaufhaltsamen Verlust an PrivatsphĂ€re und die ErschĂŒtterung ĂŒber die lautlose Dynamik, die die Handlung immer stĂ€rker vorantreibt. Ein packender Psycho-Thriller, der unter die Haut geht, den Atem anhalten lĂ€sst und noch lange im Kopf nachhallt.



AVIVA-Berlin verlost 3 DVDs. Bitte nennen Sie uns den Titel von Michael Hanekes erstem Kinofilm und senden bis zum 31.01.2010 eine Email an folgende Adresse: gewinnspiele@aviva-berlin.de



Caché
Frankreich, Österreich, Deutschland, Italien 2005
Regie: Michael Haneke
Label: EuroVideo
FSK: ab 12 Jahren
Bildformat: 1,78:1 / 16:9 anamorph
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Sprache: Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch, Französisch
Anzahl Disks: 1
VÖ Verleih: 20. Juli 2006, Verkauf ab: 07. September 2006
Gesamtspieldauer: 119 Minuten
Bonusmaterial: Making of, Interview mit Michael Haneke, Original Trailer


Gewinnspiele Beitrag vom 02.12.2009 Lisa Erdmann 





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