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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 11.01.2011

Ayelet Waldman - B├Âse M├╝tter. Verlosung
Sharon Adler

"Meine m├╝tterlichen S├╝nden, gro├čen und kleinen Katastrophen und Momente des Gl├╝cks", so der Untertitel des Buches, mit dem die ehemalige ...AVIVA verlost 3 B├╝cher



... Strafverteidigerin f├╝r Aufruhr in der M├╝tterwelt sorgte.

Seit sie in der New York Times gestanden hatte, ihr Mann sei ihr wichtiger als ihre Kinder, wurde sie erst in der Oprah Winfrey Show ins Kreuzverh├Âr genommen und dann von der "M├╝tterpolizei", den "Kampfzicken von UrbanBaby.com", wie Waldman sie lapidar nennt, zur b├Âsen Mutter abgestempelt.

Waldmans These war und ist, dass so viele Frauen aus ihrem Bekanntenkreis nicht mehr mit ihren M├Ąnnern schlafen, weil sie m├Âglicherweise ihre Leidenschaft von ihren M├Ąnnern auf die Kinder ├╝bertragen hatten.

In der Folge verteidigt sich selbst und das Recht auf ein Leben, in dem Kinder nicht zwangl├Ąufig die Hauptrolle spielen m├╝ssen. Vor allem aber stellt sie die Frage danach, was es hei├čt, Mutter zu sein und hinterfragt kritisch das Bild von der "guten Mutter".
Landl├Ąufig ist das Bild der guten Mutter mit den Kriterien der st├Ąndigen Verf├╝gbarkeit belegt und damit, das Gl├╝ck der Kinder an allererste Stelle zu setzen. Die gute Mutter bleibt zu Hause oder geht beruflich Kompromisse ein, um mehr f├╝r die Kinder da sein zu k├Ânnen. Tut sie das nicht, f├╝hlt sie sich wie eine "Rabenmutter", und, so Waldman weiter, ihr permanentes schlechtes Gewissen bestraft sie f├╝r die Sehnsucht nach beruflichem Ehrgeiz. Die Autorin und ihre Freundinnen, T├Âchter der sp├Ąten Sechziger und fr├╝hen Siebziger Jahre, hatten Pl├Ąne, die ├╝ber das eigene Zuhause hinaus gingen: "Keine von uns wollte sp├Ąter einmal Ehefrau und Mutter werden. Keine von uns sagte, sie wolle Elternvorsitzende im Kindergarten sein oder den perfekten Kuchen backen oder die Tage damit verbringen, die Kinder vom Hockeytraining zu Musikunterricht zu karren."

Gegen das schlechte Gewissen der M├╝tter

Und doch gibt die Autorin ihren Fulltime-Job als Strafverteidigerin auf, weil sie eifers├╝chtig ist auf ihren Mann, der als Schriftsteller zu Hause arbeitet und "lange, tr├Ąge Stunden mit unserer Tochter verbrachte, ihr die neuen Kleider anzog und sie von der Krabbelgruppe zur B├╝cherei schob."
Auf die Monotonie und das Tabuthema Langeweile ("Eine gute Mutter langweilt sich doch nicht, oder? Es geht ihr gut.") war die selbstgew├Ąhlte Vollzeitmutter jedoch nicht vorbereitet und wurde eigenen Angaben zufolge schon innerhalb einer Woche verr├╝ckt.
Waldman musste feststellen, dass die "gute Mutter" ein unerreichbares Ideal ist und beschreibt in "B├Âse M├╝tter" aus eigener Erfahrung den permanenten Druck und die kritischen Blicke seitens anderer M├╝tter.

Diese Utopie, so argumentiert Waldman eindringlich, resultiert aus der Tatsache der unerf├╝llbar hohen und widerspr├╝chlichen Erwartungen:
" Wenn man nur mit einer 60- oder 70-Stunden-Woche Karriere machen kann, wenn die Kinderbetreuung mehr kostet als man verdient oder wenn das schiere ├ťberleben nur mit einem Zweitjob m├Âglich ist, dann ist das Jonglieren mit Arbeit und Familie pl├Âtzlich keine Herausforderung mehr, sondern ein Ding der Unm├Âglichkeit."

Nicht ohne Humor schildert vierfache Mutter Ayelet Waldman, warum ist es so schwer, eine gute Mutter zu sein und benennt auch den gr├Â├čten Feind der Frauen: all die Frauen, die "nichts Besseres zu tun haben als andere M├╝tter schlecht zu machen".

Ayelet Waldman beschreibt in ihrem Buch keine spezifisch amerikanische Wirklichkeit ÔÇô vielmehr ist die Entscheidung und die damit einhergehenden Identit├Ątskrisen- Kinder oder Karriere, Mutter und Hausfrau oder berufst├Ątig ÔÇô universell.

Zur Autorin: Ayelet Waldman, geboren 1964,war zun├Ąchst Strafverteidigerin, bis sie nach der Geburt ihres ersten Kindes mit dem Schreiben begann. Neben einer Reihe von Krimis schrieb sie den mit Natalie Portman verfilmten Roman "Love and Other Impossibile Pursuits" sowie zahlreiche Essays. Mit ihrem Mann und vier Kindern lebt sie in Berkeley, Kalifornien.

AVIVA-Tipp: Auch wenn Ayelet Waldman ihre Thesen an manchen Stellen nicht weiter ausf├╝hrt, sondern sie in abgewandelter Form wiederholt, so spricht sie doch in "B├Âse M├╝tter" unerschrocken Tabuthemen an und bricht intelligent und am├╝sant mit dem Klischee der heilen M├╝tterwelt.


AVIVA-Berlin verlost 3 B├╝cher. Bitte nennen Sie uns den Titel des mit Natalie Portman verfilmten Romans von Ayelet Waldman und senden bis zum 15.02.2011 eine Email an folgende Adresse: info@aviva-berlin.de


Ayelet Waldman
B├Âse M├╝tter

Meine m├╝tterlichen S├╝nden, gro├čen und kleinen Katastrophen und Momente des Gl├╝cks
Originaltitel: Bad Mother. A Chronical of Maternal Crimes, Minor Calamaties, and Occasional Moments of Grace
Aus dem Englischen von Isabel Bogdan, Lektorat Anne Thiem
Klett Cotta Verlag, 2. Aufl. 2010,
183 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94616-1
17,95 Euro
www.klett-cotta.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

"M├╝tter, euer Feind ist weiblich", von Cornelie Kister

Gewinnspiele Beitrag vom 11.01.2011 Sharon Adler 





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