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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 25.02.2009

Dear Reader - Replace Why With Funny - Verlosungsexemplare
Tatjana Zilg

Zwischen zuckerwattens├╝├čem Indie-Pop und tongewaltiger Rockoper bewegen sich die zehn Songs des fulminanten Debuts von Cherilyn McNeil ... AVIVA-Berlin verlost 3 CDs



... und Darryl Torr, die mit einigen Konzerten auch in Deutschland bereits ihren Einstand in der Musikwelt feierten als ein neues Duo, das keineR so schnell wieder vergessen sollte.

Der Weg hierher ist f├╝r die beiden Tont├ĄnzerInnen weiter als f├╝r europ├Ąische Indie-AktivistInnen, denn sie kommen aus einer Stadt, die auf der globalen Indie-Pop-Landkarte noch eher unbeschrieben ist: Johannesburg, die Millionenstadt in S├╝dafrika, die in den letzten Jahrzehnten nach der Beendigung der Apartheid eher als politischer Umbruchsort, weniger als Musikmetropole in den weltweiten Schlagzeilen erschien. Und wenn, dann ├╝berwiegend im World MusicÔÇôKontext oder durch Co-Produktionen von Weltstars wie Sting und Paul Simon.

Davon sind Dear Reader musikalisch meilenweit entfernt, bei ihnen k├Ânnten eher Einfl├╝sse skandinavischer Bands wie El Perro Del Mar oder Brit Pop in seinen besten Variationen vermutet werden. Ihr Sound braucht ohnehin keine Vergleiche und kann allein f├╝r sich stehen. Der innovativer Indie-Pop mit den vielen ├╝berraschenden Raffinessen springt den H├ÂrerInnen von der ersten Sekunde des Albums an in die Ohren und begeistert mit jugendlicher Frische, erwachsenem Charme, nuancenreichen Melodien und pfiffigen Texten.

Dazu gelang es ihnen, ein Layout zu gestalten, das den Inhalt exakt wiederspiegelt. Eine bizarre Comic-Landschaft zwischen Dadaismus und Surrealismus breitet sich auf dem achtseitigen Digipack aus. Irgendwie total niedlich und beim n├Ąchsten Hinschauen erwachsen reif, ein wenig traurig und dadurch anr├╝hrend, sticht die Gestalt auf dem Frontcover ins Auge. Die H├╝gellandschaft, die sich ├╝bers gesamte Paperpack zieht, verbirgt einige weitere Gesichter, die ohne Worte lebenskluge Fabeln zu erz├Ąhlen scheinen. Die hitzigen Orange-Gelb-T├Âne des Horizonts erinnern dann doch leicht an die Weite des afrikanischen Kontinents.
Wer dann neugierig in die Falttaschen greift, auf der Suche nach einem Text-Booklet, wird von seinem Fund ├╝berrascht sein: Keine Texte zum Nachlesen, sondern vier Bilder mit weiteren bizarren Gestalten fallen in die H├Ąnde. Mit einem Aufsteller-Bogen k├Ânnen aus ihnen Paperdolls gebastelt werden, mit denen die Digipack-Landschaft dreidimensional bev├Âlkert werden kann.

Verspielt, originell, selbstbewusst ÔÇô Eigenschaften, die das Duo aus S├╝dafrika insgesamt auszeichnen.
Im urspr├╝nglichen Sinne sind sie jedoch gar kein Duo. Bei ihrem Debut wirkte der Amerikaner Brent Knopf von der Band Menomena mit, bei den Live-Gigs begleitet sie der 21 j├Ąhrige Michael Wright als Schlagzeuger. Im Studio baten sie noch etliche FreundInnen f├╝r das Einspielen der zahlreichen Instrumente hinzu. Violine, Waldh├Ârner, Cello, Trompeten, Piano, Harmonium und die Pop-Rock-Klassiker Gitarre, Bass und Schlagzeug geben sich in den zehn Sound-Perlen die Hand und verschmelzen zu kontrastreichen und doch oft harmonischen Songs.

Dabei d├╝rfen sich die vielseitigen Instrumente mit kurzen Soli immer wieder ganz ins Licht der Aufmerksamkeit stellen, dennoch bleibt die Stimme von der 24 j├Ąhrigen Cherilyn McNeil ganz vorne in der nachhaltigen Erinnerung nach dem Genuss von "Replace Why With Funny". Sie ist von einer einzigartigen Kraft wie die der gro├čen Songwriterinnen des letzten Pop-Jahrzehnts Bj├Ârk, Anna Ternheim, Joanna Newsom und Amanda Palmer. Genau wie die weibliche H├Ąlfte der Dresden Dolls ist sie auch ein ausgesprochenes Ausnahmetalent am Piano. Schon seit langem verdient sie sich als Klavierlehrerin ihr Einkommen. Auch ihr Duo-Gegen├╝ber, der 34j├Ąhrige Darryl Torr, kann l├Ąngst von der Musik allein leben. Seine K├╝che schm├╝ckt bereits ein echter Grammy, der auf seinen K├╝hlschrank steht und den er f├╝r eine Produktion mit dem Soweto Gospel Choir erhalten hat. Hauptberuflich arbeitet er als Tonmeister und Studio-Ingenieur in den Tonstudios der South African Broadcasting Company (SABC), einem staatlichen Radiosender, mitten in Johannesburg gelegen.

Selbst bezeichnet er den Sound von Dear Reader mit leichtem Understatement als "sticky little Melodies". Mit Sicherheit bleiben die Kompositionen der Beiden in den Ohren kleben, bieten zugleich unz├Ąhlige Feinheiten, so dass es bei jedem Wiederh├Âren Neues zu entdecken gibt.

Die Singleauskoppelung "Dearheart" l├Ąuft bereits seit einiger Zeit bei den Radiosendern hierzulande. Mit augenzwinkerndem Drama zieht sie mit einem lauten Beat - verfeinert mit Streichereinlagen, minimalen Glockenspielen und Harmonium-Eins├Ątzen - und dem reizvollen Gesang Cherilyn┬┤s in den Bann. Kennzeichen f├╝r Dear Reader k├Ânnten die gekonnt platzierten Wechsel zwischen Laut und Leise werden, die rockige Ausgelassenheit mit orchestraler Weitschweifigkeit und vergn├╝gten Pop-Spielereien vers├Âhnen. Um hierf├╝r auf dem Geschmack zu kommen, sei auch das Anspielen von "Out Out Out" empfohlen. Mehr von ihrer leisen Seite zeigen sie in dem Akustik-Gitarren-balladesken "Release Me" und im piano-dominierten "Never Goes". Gl├╝cksschwelgend euphorisch dringt "The Same" aus den Boxen.

Dear Reader im Netz: www.dearreadermusic.com und auf Myspace

Player zum Hineinh├Âren in die Songs von "Replace Why With Funny"

Weiterh├Âren: El Perro Del Mar und Taken By Trees

AVIVA-Tipp: Dass die n├Ąchsten Cityslang-Wunderkinder aus S├╝dafrika kommen, h├Ątten sicher nicht viele vermutet. Ab jetzt steht das Land mit der bewegten Vergangenheit nicht nur f├╝r hervorragende World Music, sondern auch f├╝r eine exzellente Bereicherung der Indie-Welt.


AVIVA-Berlin verlost 3 CDs. Bitte nennen Sie uns die Stadt, aus der "Dear Reader" kommen und senden bis zum 10.03.2009 eine Mail an folgende Adresse: gewinnspiele@aviva-berlin.de



Dear Reader
Replace Why With Funny

Label: Cityslang, V├ľ Februar 2009


Gewinnspiele Beitrag vom 25.02.2009 AVIVA-Redaktion 





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