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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 20.06.2005

Im Schatten des Bruders - Fanny Hensel
Ruth Niehaus

Anhand des Briefwechsels mit ihrem Bruder Felix sowie 11 Liedern entstand ein wundervolles Portrait der au├čergew├Âhnlichen Musikerin und Komponistin AVIVA verlost 3 CDs.



In diesem Jahr j├Ąhrt sich der Geburtstag von Fanny Hensel, bestenfalls bekannt als Schwester des gro├čen Felix Mendelssohn Bartholdy, zum 200. Mal. Neben Robert Schumann und Carl Maria von Weber gilt sie als ebenb├╝rtige Sch├Âpferin des romantischen Kunstliedes: ├ťber 300 Lieder und gr├Â├čere Kammermusikwerke und Kantaten hat sie in ihrem nur 41j├Ąhrigen Leben komponiert.
Sie habe mit ihrem Bruder auch die Schwesternschaft des Talents geteilt, und in der Musik einen Grad der Ausbildung erreicht, dessen sich nicht viele K├╝nstler, denen die Kunst ausschlie├člicher Lebensberuf ist, r├╝hmen d├╝rften, urteilte ein zeitgen├Âssischer Musikkritiker in einem Nachruf auf Hensel.

1805 als erstes von vier Kinder und Enkelin des Philosophen Moses Mendelssohn geboren, wird sie ganz im Sinne einer ├Ąu├čerst bildungsfreundlichen Familientradition erzogen. Vater Abraham, ein erfolgreicher Bankier, den die antisemitische Gesetzgebung in den Kaufmannsberuf gezwungen hatte, und Mutter Lea verwirklichten ihr Bildungsideal nunmehr in der F├Ârderung ihrer Kinder. Bachsche Fugenfinger habe das M├Ądchen, freute sich Frau Mendelsohn, selbst eine begnadete Pianistin, ├╝ber ihr Erstgeborenes. Die musikalische Ausbildung und F├Ârderung erfolgt zun├Ąchst ungeachtet des Geschlechts - der vier Jahre j├╝ngere Felix und Fanny haben Unterricht bei denselben Lehrern.

Doch bald muss Fanny erkennen, dass sie sich als Frau in ihrer Arbeit nur begrenzt entfalten darf. Die Musik zu ihrem Beruf zu machen erscheint dem Vater wie dem Bruder undenkbar. Nur Zierde, niemals Grundbass ihres Seins und Tuns, sei das Musizieren, schreibt Abraham seiner 15j├Ąhrigen Tochter. Auftrittsm├Âglichkeiten und Ver├Âffentlichungen bleiben ihr, im Gegensatz zu ihrem Bruder weitgehend verwehrt.

Das musikalische Wirken ist streng beschr├Ąnkt auf den h├Ąuslichen, wenn auch im Rahmen der Salonkultur halb├Âffentlichen Bereich. Mit gro├čem Erfolg engagiert sich Fanny als Dirigentin und Solistin, bei den von ihrem Vater initiierten "Sonntagsmusiken" im Hause Mendelssohn. Nach dem Fortgang des Bruders ├╝bernahm Fanny die Leitung. Mit Heinrich Heine, den Br├╝dern Humboldt, Rahel Varnhagen von Ense und Clara Schumann liest sich die G├Ąsteliste wie ein "Who is Who" des kulturellen Lebens im Berlin des fr├╝hen 19. Jahrhunderts.

In ihrer Rolle als Ehefrau des Malers Wilhelm Hensel, den sie 1829 heiratet, f├╝hlt sie sich unerf├╝llt und unerkannt, Depressionen rauben ihr in dieser Zeit jede Kreativit├Ąt. Anders als ihr Bruder Felix, zeigt sich Hensel aber von einer fortschrittlicheren Seite: er zeigt nicht nur Verst├Ąndnis f├╝r die Begabung seiner Frau, sondern f├Ârdert auch ihre musikalischen Ambitionen.

Ohne den Segen ihres Bruders traut sich Fanny jedoch lange nicht, ihre Werke zu publizieren. Obschon ein gro├čer Verehrer der Kunst seiner Schwester, stellt sich Felix quer: "...zu einer Autorschaft hat Fanny, wie ich sie kenne, weder Lust noch Beruf - dazu ist sie zu sehr eine Frau, wie es recht ist, sorgt f├╝r ihr Haus und denkt weder an das Publikum noch an die musikalische Welt."

Kurz vor ihrem Tod ringt er sich durch und erteilt "seinem liebsten Fenchel" in einem knappen Brief den "Handwerkssegen". Fanny Hensel darf ver├Âffentlichen. Sie hat nur wenig Zeit, am 14. Mai 1847 erleidet sie w├Ąhrend einer Probe einen Gehirnschlag und stirbt.

AVIVA-Tipp: Ein Dank an das kleine Label O-Ton f├╝r diese sch├Âne Produktion: Eingerahmt werden die Lieder von leicht und lebendig vorgetragenen Briefen, die ein facettenreiches Bild der K├╝nstlerin und ihrer Beziehung zu ihrem Bruder zeichnen. Und die Musik von Fanny Hensel geh├Ârt in die Kategorie "Es gibt noch so viel Wunderbares zu entdecken und das Leben ist so kurz."


AVIVA-Berlin verlost 3x "Nach S├╝den -Fanny Hensel, geb. Mendelssohnm, Komponistin - Dirigentin - Schwester - Ein Briefwechsel und 11 Lieder. Bitte nennen Sie uns weitere Titel aus dem Label "O-Ton-Produktion" und senden Sie uns bis zum 10.07.05 eine mail an folgende Adresse: gewinnspiel@aviva-berlin.de


Nach S├╝den
Fanny Hensel, geb. Mendelssohn
Komponistin - Dirigentin - Schwester
Ein Briefwechsel und 11 Lieder

L├Ąnge: 62 Minuten
ISBN: 39810256-1-X
Preis: 15,90 Euro

Besetzung:
Der Erz├Ąhler: Markus Hoffmann
Fanny Hensel: Beate Kurecki
Felix Mendelssohn Bartholdy: Andreas Hueck
Johanna Kinkel: Lale Yanick
Abraham Mendelssohn Bartholdy: Fran├žois Smesny
Klavier: Mechthild Winter
Gesang: Barbara Tisler
Textfassung: Aloysia Assenbaum

Erh├Ąltlich ├╝ber O-Ton-Produktion:
www.o-ton-produktion.de
kontakt@o-ton-produktion.de


Gewinnspiele Beitrag vom 20.06.2005 AVIVA-Redaktion 





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