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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 13.10.2006

Dark Horse - jetzt auf DVD
Chrizzi Heinen

Dagur K√°ri schafft einen fantasievollen Film, der durch die Besonderheit seiner ProtagonistInnen bezaubert. AVIVA-Berlin verlost 3 DVDs und 2 M√ľtzen



NEWSDark Horse ab dem 20. Oktober 2006 auf DVD
Originaltitel: Voksne Mennesker, Regie: Dagur K√°ri, Label: Neue Visionen, Anbieter: good!movies, EAN (Retail): 4015698810288, Bestell-Nr. (Retail): 881028, Laufzeit Film: 100 Minuten
Sprachen Original: Dänisch, Deutsch, Sprachen Untertitel Deutsch, Englisch
Tonformat: Dolby Digital 5.1, Bildformat: 1:1,85, DVD Disc-Type: 9
Länder-Code: 0
FSK: ohne Altersbeschränkung
Empfohlener VK: 19,99 Euro
Special Features: Kinotrailer
Verkaufsstart: 20. Oktober 2006

Der d√§nische Regisseur Dagur K√°ri wollte in Dark Horse "einen bestimmten Typen Mensch portr√§tieren (...), der niemals Verantwortung √ľbernimmt, in keine Gemeinschaft passt." Sein Ausgangspunkt war hierbei "zu zeigen, was passiert, wenn dieser gezwungen wird oder selbst beschlie√üt, Verantwortung zu √ľbernehmen."
Diese Rolle √ľbernimmt im Film der √úberlebensk√ľnstler Daniel (Jakob Cedergren), der seinen Lebensunterhalt verdient, indem er f√ľr andere Leute Liebeserkl√§rungen in Form von Graffitis an W√§nde spr√ľht.
In einer der ersten Szenen sieht man Daniel mit Hilfe einer Schablone einen M√§dchennamen auf eine Mauer spr√ľhen. Er tr√§gt Kopfh√∂rer und scheint bei seiner Arbeit wie in Trance. Durch die Musik seines Walkman in diesem kontemplativen Zustand gehalten, f√§hrt er in seinem kleinen Auto weiter zu einer Tankstelle. Die Zuschauerin h√∂rt nur das, was Daniel durch seine Kopfh√∂rer h√∂rt und wird dadurch f√ľr kurze Zeit eingesogen in die Welt der Hauptfigur. Bis er die Kopfh√∂rer nicht abgenommen hat nimmt er auch nicht wahr, dass die Polizei auf ihn aufmerksam geworden ist und ihn schon lange anspricht. Seine Wahrnehmung scheint sich mit der Wirklichkeitsebene der Polizisten nur zu √ľberlappen aber nie zu decken.

Graffitis fungieren als Verständigungsmittel sichtbar gemachter Gedanken.

Erscheint Daniels Lebenswelt unwirklich und weltfremd, so wirken seine gespr√ľhten Botschaften umso plakativer und heben sich klar vom Untergrund der stabilen W√§nde ab. Doch sind die Liebesbotschaften, die Daniel auf die Mauern spr√ľht, nur Auftragsarbeiten, die mit seinem Leben nichts zu tun haben.

Umso sch√∂ner ist es deshalb, mit anzusehen, wie Daniel eine Liebesbotschaft spr√ľht, die eigens seiner Freundin Franc (Tilly Scott Pedersen) gilt.
Dadurch beweist er zwar nicht ohne Worte - jedoch still - seine Liebe zu seiner Freundin. √Ąhnlich stumm und unbeteiligt wirkt er, als Franc ihn zum ersten Mal k√ľsst.

Sein finanzieller Notstand holt Daniel auf den Boden der Tatsachen zur√ľck. Da er seine Miete nicht rechtzeitig zahlen kann, verkaufen die Kinder seines Wohnungsvermieters seine Einrichtungsgegenst√§nde vor Daniels Trailer. Er selbst ist gegen die Kinder seines Vermieters hilflos, die erwachsener scheinen als Daniel.
Die Spanne zwischen Kind- und Erwachsensein wird noch deutlicher, als seine Freundin ihm erzählt, dass sie schwanger ist. Er antwortet seiner Freundin darauf mit den Worten: "Wie soll ich Papa werden, wenn ich nicht einmal den Namen unseres Staatsministers weiß?"

Dagur K√°ri und sein Filmteam entschieden sich, "Dark Horse" in schwarz-wei√ü zu drehen. Dies und die stilvoll-originellen Innenr√§ume des Films schaffen eine ergiebige B√ľhnenbildsprache, die in den einzelnen Sequenzen kaum vollst√§ndig zu erfassen ist. Harte Kontraste werden auch in der Gegen√ľberstellung der ProtagonistInnen deutlich.

So fungiert die zweite Hauptfigur Opa (Nicolas Bro) als Antagonist zu Daniel. Während Daniel in einer ständigen Grauzone zu leben scheint, in welcher kein fester Standpunkt zum eigenen Leben bezogen werden kann, sind Opas Ansichten von einem ausgeprägtem schwarz-weiß-Denken geprägt.
Brillant plakativ und anschaulich wird dies in den Szenen, in denen man ihn als Schiedsrichter auf dem Fußballfeld sieht. Mag der Film sich nur in zwei Farben zu unterteilen, so können an vielen Stellen eindeutige Anspielungen an die Farbigkeit des Lebens entdeckt werden.

Regisseur Dagur K√°ri "mag Filme, die eher wie ein Katalog von Ideen sind, als dass sie von einer dramatischen Handlung vorangetrieben werden (...) wir haben damit begonnen, Ideen zu sammeln (...) und am Ende hatten wir eine Geschichte."
Durch diese Arbeitsweise werden auch abrupte Übergänge einzelner Sequenzen deutlich. Die fragmentarischen Episoden behalten eine Zwanglosigkeit und bezaubern jedes mal aufs neue an einem neuen Schauplatz mit neuen lakonischen Dialogen.

Den Soundtrack zu Dark Horse lieferte Dagur K√°ris sympathisches Indie-Musikprojekt Slowblow. Ruhig-fl√ľsternder Gesang blendet den Film im Song "Dark Horse" aus und verleiht dem Film eine melancholische Endnote.

"To be a dark horse" bedeutet so viel wie "ein stilles Wasser sein".
Zwar bezieht sich der Titel vermutlich prim√§r auf Daniels Charakter, doch schwingt eine stille Tiefe im gesamten Film mit, da er mit wenig Worten und vielen Gesten auskommt. Von der Tiefsinnigkeit dieses Filmes kann man sich ab 12.01.2006 in ausgew√§hlten Kinos √ľberzeugen.


AVIVA-Berlin verlost 3x die DVD "Dark Horse", Label: Neue Visionen, sowie 2 Original "Dark Horse" - M√ľtzen. Bitte nennen Sie uns einen weiteren Filmtitel des Regisseurs Dagur K√°ri und senden Sie bis zum 17.11.2006 eine eMail an folgende Adresse: gewinnspiel@aviva-berlin.de

Dark Horse
Originaltitel: Voksne mennesker
Dänemark / Island, 2005
s/w. 100 Minuten. OmU. DF. 35mm
Regie: Dagur K√°ri
DarstellerInnen: Jakob Cedergren, Tilly Scott Pedersen, Nicolas Bro, Morten Suurballe, Nicolaj Kopernikus, Bodil J√łrgensen, Anders Hove, Kristian Halken
Produktion: Birgitte Skov und Morten Kaufmann / Nimbus Film
Kinostart: 12. Januar 2006
Mehr √ľber den Film erfahren Sie unter: www.neuevisionen.de

http://www./?r=aviva-berlin90008115&artiId=5949676&nav=5239"

Gewinnspiele Beitrag vom 13.10.2006 AVIVA-Redaktion 





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