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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 04.03.2005

Ausgelesen. Interview mit Jenny Erpenbeck
Sabine Grunwald

Jenny Erpenbeck wurde 1967 in Ost-Berlin geboren. Sie studierte Theaterwissenschaft und Musiktheaterregie. Beim Eichborn Verlag erschien im Februar 2005 ihr Roman "W├Ârterbuch"



Die Thematik Ihres Buches ist sehr speziell. Es handelt von Folter und Mord in S├╝damerika. Was hat Sie dazu veranlasst, sich mit diesem Stoff zu befassen?
Jenny Erpenbeck: Es geht um eine Frau, die unter dem Zeichen der L├╝ge aufw├Ąchst. Mich hat interessiert, ob und wie so jemand erwachsen werden kann, und ob diese Frau nach der Aufdeckung der Wahrheit den Verlust ihrer eigenen Geschichte ├╝berlebt. Folter und Mord geh├Âren in diese Geschichte, stehen aber nicht im Zentrum des Buches.

AVIVA-Berlin: Isabel Allende hat sich ebenfalls mit diesem Thema auseinandergesetzt. Hat diese Schriftstellerin Sie in irgendeiner Weise beeinflusst?
Jenny Erpenbeck: Nein.

AVIVA-Berlin: Sie haben bereits mit Erfolg ein St├╝ck auf die B├╝hne gebracht. K├Ânnten Sie sich vorstellen, "W├Ârterbuch" auch f├╝r das Theater zu inszenieren?
Jenny Erpenbeck: Nein. Das eine hat ja nichts mit dem anderen zu tun. "W├Ârterbuch" ist kein Theaterst├╝ck, sondern ein Prosatext. Die Entscheidung f├╝r ein Genre passiert ja nicht zuf├Ąllig.

AVIVA-Berlin: In Ihrem Roman spielt die Suche nach der Vergangenheit und der Identit├Ąt eine existenzielle Rolle. Haben Sie dabei auf eigene Erfahrungen zur├╝ckgegriffen?
Jenny Erpenbeck: F├╝r mich ist es sehr wichtig zu wissen, wo ich herkomme, wer meine Vorfahren waren, aus wie vielen und welchen Geschichten ich zusammengesetzt bin. Deshalb haben mich Berichte ├╝ber Menschen, denen der Zugang zu ihrer eigenen Herkunft verwehrt wird, immer sehr ersch├╝ttert und besonders interessiert. Einen autobiographischen Hintergrund gibt es f├╝r meinen Text nicht.

AVIVA-Berlin: Was lesen Sie zur Zeit und warum?
Jenny Erpenbeck: Ich lese gerade Ter├ęzia Moras Buch "Alle Tage", weil ich finde, da├č sie eine wunderbare Autorin ist, und ich dar├╝ber hinaus mit ihr befreundet bin.

AVIVA-Berlin: Auf welche Neuerscheinung von welcher Autorin oder von welchem Autor sind Sie gespannt? Was w├╝rden Sie gerne als N├Ąchstes lesen?
Jenny Erpenbeck: Einen weiteren Roman der ├Âsterreichischen, schon lange verstorbenen Autorin Marlen Haushofer, deren Roman "Die Wand" mich sehr beeindruckt hat.

AVIVA-Berlin: Welches Buch verborgen Sie niemals?
Jenny Erpenbeck: Die "Metamorphosen" von Ovid mit den Illustrationen von Picasso.

AVIVA-Berlin: Stellen Sie sich vor, Sie bek├Ąmen heute 1 Million Euro f├╝r Berlin. Welches Projekt w├╝rden Sie sofort retten oder in┬┤s Leben rufen?
Jenny Erpenbeck: Ich w├╝rde es meinem Freund Dirk Kummer f├╝r sein n├Ąchstes Filmprojekt geben.

AVIVA-Berlin: Wer ist f├╝r Sie der absolute Shooting-Star (im Kulturleben, weltweit) und wen halten Sie f├╝r untersch├Ątzt?
Jenny Erpenbeck: Das kann ich nicht einsch├Ątzen. "Shooting Star" ist f├╝r mich eine vollkommen uninteressante Kategorie.

AVIVA-Berlin: Ihr n├Ąchstes Projekt?
Jenny Erpenbeck: Ein Theaterst├╝ck schreiben.

AVIVA-Berlin: Verraten Sie uns Ihr Credo?
Jenny Erpenbeck: Ich glaube, da├č manche Einrichtungen der Menschheit verbesserungsbed├╝rftig sind.

Lesen Sie auch unsere Rezension von Jenny Erpenbeck┬┤s "W├Ârterbuch" auf AVIVA-Berlin.

Interviews Beitrag vom 04.03.2005 Sabine Grunwald 





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