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AVIVA-BERLIN.de 11/20/5778 - Beitrag vom 01.07.2008

Sonderausstellungen und Kulturprogramm des J├╝dischen Museums im Sommer 2008
AVIVA-Redaktion

Im Juli werden im J├╝dischen Museum Berlin zwei neue Sonderausstellungen er├Âffnet. Im Rahmen des Kultursommers gibt es wieder viele Konzerte und Veranstaltungen im Garten des Museums.



Die historische Kabinettausstellung "Total Manoli? - Kein Problem!" besch├Ąftigt sich mit dem Aufstieg der Zigarette im 20. Jahrhundert am Beispiel j├╝discher ZigarettenunternehmerInnen und Reklamek├╝nstlerInnen.

Die zweite Ausstellung widmet sich dem Ph├Ąnomen des Spiegelns: Inspiriert durch Archivalien zur deutsch-j├╝dischen Kultur aus dem Leo Baeck Institute New York haben Studierende der Universit├Ąt der K├╝nste raffinierte und wahrhaft doppelsinnige Installationen entwickelt. Unter dem Titel "Reflex - Design | in | vor | zwischen | Spiegeln" stellen sie ihre Arbeiten ab dem 4. Juli bis zum 31. August 2008 in der Eric F. Ross Gallery aus.

Der Kultursommer wird im Juli und August fortgesetzt mit einem spannenden und vor allem entspannenden Programm im Museumsgarten und im Glashof. Im Rahmen der Konzertreihe "Jazz in the Garden" spielen an vier Sonntagen verschiedene Jazz-Formationen im Museumsgarten. H├Âhepunkt des Kultursommers ist das Sommerfest mit Tag der offenen T├╝r und einem Auftritt der ┬┤Pfister Sisters┬┤ aus New Orleans im Juli. Zum Abschluss des Kultursommers werden die BesucherInnen bei der Langen Nacht der Museen auf eine Entdeckungsreise in den Garten des Museums eingeladen.

Im August besucht au├čerdem der s├╝dafrikanische Satiriker Pieter-Dirk Uys mit seiner Show erneut das J├╝dische Museum und der weltbekannte Dirigent Daniel Barenboim wird sein neues Buch vorstellen.

Sonderausstellungen:

typisch! Klischees von Juden und Anderen
Sind Schwarze die besseren AthletInnen? Haben Schwule einen ausgepr├Ągten Sinn f├╝r Kunst? Sind Pfeifenraucher gem├╝tlich und haben Juden lange Nasen? Die Ausstellung unternimmt eine Reise in die Welt der Bilder, mit Hilfe derer wir uns tagt├Ąglich orientieren. Sie zeigt Gegenst├Ąnde, Fotografien und audiovisuelle Objekte, die Menschen darstellen oder etwas ├╝ber sie aussagen sollen, und untersucht, wie popul├Ąrkulturelle Objekte, Nippes und historische Sammlerst├╝cke stereotype Botschaften verbreiten. Im Zentrum der Ausstellung steht das Ph├Ąnomen, dass Stereotype und Klischees alle Bereiche des Lebens durchdringen und immer wieder aufs Neue affirmiert und popularisiert werden. Die Ausstellung konfrontiert Kunst, die selbst zur Typenbildung beitr├Ągt, mit Objekten aus der Trivialkultur. Sie stellt ihnen Arbeiten gegen├╝ber, die sich kritisch mit den dargestellten Themen auseinandersetzen. "typisch! Klischees von Juden und Anderen" regt die BesucherInnen zum Hinschauen und zum Nachdenken ├╝ber eigene Denkmuster an. Sie sensibilisiert f├╝r deren allt├Ągliche Gegenwart, aber auch f├╝r ihre Brutalit├Ąt. Denn nicht zuletzt sind Stereotype ein N├Ąhrboden f├╝r Rassismus und Menschenfeindlichkeit.
Wann: 20. M├Ąrz bis 3. August 2008
Wo: Altbau 1. OG
Eintritt: 4 Euro, erm├Ą├čigt 2 Euro
Eine Ausstellung des J├╝dischen Museums Berlin und des J├╝dischen Museums Wien. www.jmberlin.de/typisch
F├╝hrungen f├╝r Gruppen nach Terminabsprache unter Tel. 030 - 25993 305 oder fuehrungen@jmberlin.de

Weitere Sonderausstellungen:

Total Manoli? - Kein Problem!
J├╝dische Unternehmer in der deutschen Zigarettenindustrie.
Die Kabinettausstellung thematisiert am Beispiel deutsch-j├╝discher Unternehmer den rasanten Aufstieg der Zigarette im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Die Rolle von Berlin und Dresden als wichtigste Zentren der deutschen Zigarettenindustrie wird ebenso beleuchtet wie Familien- und Unternehmensgeschichte. Die Ausstellung gew├Ąhrt Einblick in die innovativen Werbestrategien der Branche - die Firmen "Manoli", "Problem" und "Massary" besch├Ąftigten namhafte Reklamek├╝nstler wie Lucian Bernhard, Ernst Deutsch oder Leonhard Fries.

Die Ausstellung veranschaulicht sowohl den Wandel der Vermarktungsstrategien im Ersten Weltkrieg als auch den wirtschaftlichen Konzentrationsprozess in den 1920er Jahren und die "Arisierung" der wenigen noch verbliebenen Firmen im Nationalsozialismus.
Wann: 3. Juli 2008 bis 18. Januar 2009
Wo: Rafael Roth Learning Center, Libeskind-Bau UG
Eintritt: mit dem Ticket der Dauerausstellung (5 Euro, erm├Ą├čigt 2,50 Euro)

Reflex - Design | in | vor | zwischen | Spiegeln
Dass es im Auge der Betrachterin liegt, was ein Objekt darstellt, ist eine Binsenweisheit. Wie grundverschieden aber ArchivarInnen und ProduktdesignerInnen mit einem Objekt umgehen und wie sie es darbieten, zeigt die Ausstellung "Reflex - Design | in | vor | zwischen | Spiegeln", die neun Studierende der Universit├Ąt der K├╝nste Berlin in Kooperation mit dem Leo Baeck Institute New York erarbeitet haben. Auf witzige und raffinierte Weise setzen sich die angehenden ProduktdesignerInnen mit dem Ph├Ąnomen des Spiegelns auseinander. Inspirationsquelle sind Archivalien zur deutsch-j├╝dischen Kultur aus dem Leo Baeck Institute. Einige Entw├╝rfe greifen sehr direkt die optischen Eigenschaften des Spiegels auf - mit Irritationen und Sinnest├Ąuschungen. So sieht sich die Betrachterin beispielsweise unvermittelt selbst als Teil eines historischen Dokumentes. Andere Arbeiten widmen sich dem Widerspiegeln von Gedanken, Ideen und Erinnerungen.

Wann: 4. Juli bis 31. August 2008
Wo: Eric F. Ross Gallery, Libeskind-Bau EG
Eintritt: mit dem Ticket der Dauerausstellung (5 Euro, erm├Ą├čigt 2,50 Euro)

Veranstaltungen

Filmsymposium zum 60. Staatsjubil├Ąum
Die Gegenwart einer vergangenen Zukunft ÔÇô Zwei Filme von Chris Marker und Dan Geva ├╝ber und aus Israel Im Abstand von fast einem halben Jahrhundert haben der franz├Âsische Filmk├╝nstler Chris Marker und der israelische Filmemacher Dan Geva Israel und seine EinwohnerInnen portr├Ątiert. Chris Marker zeichnet in seinem 1960 entstandenen Filmessay "Description d┬┤un Combat" ein subjektives Bild des jungen Staates im Aufbruch. Der 1964 geborene Dan Geva geht 2006 in "Description of a Memory" den Ver├Ąnderungen Israels seit Markers Film nach.

Im Anschluss diskutieren die FilmwissenschaftlerInnen Gertrud Koch (Berlin), Raymond Bellour (Paris), Christa Bl├╝mlinger (Paris) und der Regisseur Dan Geva. Die Filme werden im Original mit englischen Untertiteln gezeigt. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Bundespresseamt, dem Kino Arsenal und dem Jewish Film Festival Berlin.
Wann: Freitag, 4. Juli um 19 Uhr
Wo: Kino Arsenal, Kino 2, Potsdamer Str. 2, 10785 Berlin
Eintritt: 2 Euro
Anmeldungen (f├╝r Nicht-JournalistInnen) unter Tel. 030 - 26955 100

Back by Popular Demand:
Pieter-Dirk Uys-Show

South African satirist Pieter-Dirk Uys will present a chorus-line of his characters in A (Jewish) Boer in Berlin", reflecting his background as a Jewish/Afrikaner - "and so belonging to both chosen people!" His Jewish mother from Charlottenburg gave him "eine kleine Berliner Schnautse" and his experience fighting apartheid and the Aids pandemic in South Africa has proved that humour goes a long way to neutralise fear. Laughter is his "weapon of mass distraction". The show will be in English.
Wann: Sonntag, 24. August um 16 Uhr
Wo: Glashof EG
Eintritt: 15 Euro, erm├Ą├čigt 10 Euro
Karten (f├╝r Nicht-JournalistInnen) unter Tel. 030 - 25993 488 oder reservierung@jmberlin.de

Daniel Barenboim: Klang ist Leben
Die Macht der Musik

Klang und Stille, Rhythmus und Improvisation, pianissimo und forte ÔÇô zwischen diesen Gegens├Ątzen spielen sich nicht nur die Musik, sondern auch unser t├Ągliches Leben und die gro├če Politik ab. In "Klang ist Leben" beschreibt der ber├╝hmte Dirigent und Pianist Daniel Barenboim, wie wir unser Geh├Âr nicht nur f├╝r Musik, sondern auch f├╝r die dr├Ąngenden Probleme unserer Zeit sch├Ąrfen k├Ânnen. Daniel Barenboim stellt sein Buch im Gespr├Ąch mit Thea Dorn, Autorin und Moderatorin von "Literatur im Foyer", vor. In Zusammenarbeit mit der Literaturhandlung und dem Siedler Verlag.
Wann: Dienstag, 26. August um 20 Uhr
Wo: Glashof EG
Eintritt: 15 Euro, erm├Ą├čigt 7 Euro
Kartenreservierung (f├╝r Nicht-JournalistInnen) unter Tel. 030 - 88 24 250

Kultursommer 2008
Igal Avidan: Israel. Ein Staat sucht sich selbst
Lesung und Gespr├Ąch mit Igal Avidan und Maria Schrader

Der Journalist und Politikwissenschaftler Igal Avidan verdeutlicht in seinem 2008 erschienenen Buch die drei Problemfelder der israelischen Gesellschaft: den Konflikt zwischen j├╝dischen und arabischen Israelis, zwischen Israelis und Pal├Ąstinensern sowie zwischen orthodoxen und s├Ąkularen Juden. Auf der Grundlage von ├╝ber 60 Interviews mit PolitikerInnen, WissenschaftlerInnen, LiteratInnen und AktivistInnen skizziert Avidan eine Roadmap f├╝r den Staat, der sich auch am 60. Jahrestag seiner Unabh├Ąngigkeit im st├Ąndigen Ausnahmezustand befindet. In Zusammenarbeit mit dem Heinrich Hugendubel Verlag.
Wann: Donnerstag, 10. Juli um 19 Uhr
Wo: Glashof EG
Eintritt frei

Sommerfest
Das Museum l├Ądt zum Tag der offenen T├╝r mit Blick hinter die Kulissen ein. Mit einem bunten Familienprogramm im Garten und F├╝hrungen rund um die Welt der Zahlen bezieht sich das Museum auf das diesj├Ąhrige Wissenschaftsjahr zur Mathematik und l├Ądt zum Experimentieren im Garten ein. F├╝r die musikalische Unterhaltung sorgen mit einer Mischung aus Klezmer und Balkan-Pop die ┬┤Bakshish Brass Band┬┤. Die au├čergew├Âhnlichen ┬┤Pfister Sisters┬┤ aus New Orleans pr├Ąsentieren ihr Jazz-Programm aus der "Bar jeder Vernunft". Und auch f├╝r die kulinarischen Gen├╝sse ist mit einem Sommerbrunch, Eiswagen und allerlei Leckereien vom Grill gesorgt. Eine Kooperation mit der Bar jeder Vernunft.
Wann: Sonntag, 13. Juli von 11 bis 18 Uhr.
Wo: Museumsgarten. Der Garten bleibt bis zur Schlie├čung des Museums um 20 Uhr ge├Âffnet. (Bei schlechtem Wetter im Glashof)
Eintritt frei

Lange Nacht der Museen
Das Motto der diesj├Ąhrigen Langen Nacht der Museen, "Schl├Âsser, Parks und G├Ąrten", bietet Gelegenheit den einzigartigen, vom Architekten Hans Kollhoff entwickelten Garten des Museums aus verschiedenen Perspektiven kennen zu lernen. Wer sich auf die Entdeckungsreise durch die Gartenlandschaft des Museums begibt, kann neben Vortr├Ągen, F├╝hrungen und einem k├╝nstlerischen Rahmenprogramm auch an der Einweihung des Brunnens teilnehmen. Am sp├Ąten Abend wird der Garten in festlichem Licht erstrahlen und seinen Zauber bis tief in die Nacht entfalten.
Wann: Samstag, 30. August von 18 bis 2 Uhr
Wo: Museumsgarten und Glashof
Eintritt: mit dem Ticket der Langen Nacht der Museen

"Jazz in the Garden"
Die beliebte Matinee-Konzertreihe "Jazz in the Garden" wird im Juli und August fortgesetzt: Verschiedene Formationen spielen zweimal im Monat Live-Jazz im Museumsgarten. Kinder lernen im Steinofen Mazze backen und alle, die gerne drau├čen essen, k├Ânnen Picknickk├Ârbe im Museumsrestaurant Liebermanns erwerben.
Wann: jeweils Sonntags 20.07./ 27.07./ 10.08./ 24.08. von 11 bis 13 Uhr
Wo: Museumsgarten (bei schlechtem Wetter im Glashof)
Eintritt frei
Bestellung der Picknickk├Ârbe unter Tel.: 030 - 25939 760 (bis 24 Stunden vorab)

Es spielen:
Subtone
Das Berliner Jazz-Quintett Subtone pr├Ąsentiert mit Gesp├╝r f├╝r Form, Spannung und Balance innovativen und sehr sinnlichen Jazz. Die junge Formation besticht in ihren Eigenkompositionen durch Klarheit und kompositorische Brillanz und l├Ąsst viel Raum f├╝r Improvisation.
Besetzung: Magnus Schriefl (Trompete), Malte D├╝rrschnabel (Altsaxophon), Florian H├Âfner (Piano), Benjamin Hiesinger (Bass), Peter Gall (Schlagzeug)
Wann: Sonntag, 20. Juli von 11 bis 13 Uhr

Arne Jansen Trio
Der Berliner Gitarrist Arne Jansen l├Ąsst mal rockig, mal jazzig die Herzen der Zuh├Ârer schneller schlagen. Seine vielversprechenden Eigenkompositionen zeichnen sich durch musikalische Offenheit und unb├Ąndige Experimentierfreude aus. Am E-Bass und am Schlagzeug wird er von zwei deutschen Jazzgr├Â├čen begleitet.
Besetzung: Arne Jansen (Gitarre), J├Ârg Holdinghausen (E-Bass), Eric Schaefer (Schlagzeug)
Wann: Sonntag, 27. Juli von 11 bis 13 Uhr

Iris Romen und die Ballhausband
Die geb├╝rtige Niederl├Ąnderin pr├Ąsentiert unbek├╝mmerten Swing, verruchte Chansons und deutsche Schlager ebenso wie Jazz, Latin und Pop. Diese beeindruckende Vielseitigkeit bringt sie mit einer Stimme auf die B├╝hne, die Herz und Gem├╝t ber├╝hrt.
Besetzung: Iris Romen (Gesang), Thomas B├╝chel (Gitarre), Michael Waterstradt (Kontrabass), Kay L├╝bke (Schlagzeug)
Wann: Sonntag, 10. August von 11 bis 13 Uhr

Takabanda eXtended
Die sechs Musiker um den italienischen Schlagzeuger Paolo Eleodori pr├Ąsentieren eigene Kompositionen. Der Wechsel von durchkomponierten Passagen und freier Improvisation geht in den St├╝cken der internationalen Jazz-Gruppe Takabanda eXtended eine spannungsreiche Liason ein.
Besetzung: Paul Schwingenschl├Âgl (Trompete, Fl├╝gelhorn), Roland Komitow (Tenor, Bariton Saxophon), Jan von Klewitz (Altsaxophon), Antonello Marafioti (Klavier), Nesin Howhannesijan (Kontrabass), Paolo Eleodori (Schlagzeug)
Wann: Sonntag, 24. August von 11 bis 13 Uhr

Weitere Infos:
J├╝disches Museum Berlin:
Lindenstr. 9 ÔÇô 14
10969 Berlin
Kartenreservierung: 030 / 25 993 488 oder reservierung@jmberlin.de
www.jmberlin.de

Jüdisches Leben Beitrag vom 01.07.2008 AVIVA-Redaktion 





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