Liste der verlorenen BürgerInnen an Yad Vashem - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Juedisches Leben



AVIVA-BERLIN.de 11/16/5781 - Beitrag vom 24.10.2008


Liste der verlorenen BürgerInnen an Yad Vashem
AVIVA-Redaktion

Die Bundesregierung und die Stiftung EVZ übergeben das "Verzeichnis der jüdischen EinwohnerInnen Deutschlands 1933-1945" als erste Institution an die Gedenkstätte in Israel




Eine Datensammlung mit persönlichen Angaben von insgesamt rund 600.000 jüdischen EinwohnerInnen, die zwischen 1933 und 1945 in Deutschland wohnten, wurde am 23. Oktober 2008 der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem (Jerusalem, Israel) von Kulturstaatsminister Bernd Neumann und dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung EVZ, Dr. Martin Salm, übergeben. In Empfang nimmt sie der Direktor der Gedenkstätte, Avner Shalev.

Ort der Übergabe ist die "Halle der Namen", in der an die während des Nationalsozialismus ermordeten Juden gedacht wird. Die Dokumentation gibt Auskunft über Namen und Wohnorte jüdischer EinwohnerInnen, ihre Emigration, Inhaftierung oder Deportation sowie über Todesdaten und -orte.
"Diese Liste ist mehr als eine Namensliste oder ein EinwohnerInnenverzeichnis. Sie ist ein Denkmal für die Ermordeten und für diejenigen, die ins Exil getrieben wurden. Die Scham für die Verbrechen, die von Deutschen verübt wurden, mischt sich mit der Trauer über den Verlust, den sich Deutschland selber zugefügt hat", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", Dr. Martin Salm. "Die MörderInnen wollten die jüdischen Menschen und die jüdische Identität auslöschen. Das haben sie nicht erreicht. Die Gedenkstätte Yad Vashem steht für das `Seht her – wir leben!´".

Erstellt wurde das "Verzeichnis der jüdischen EinwohnerInnen Deutschlands in der Zeit von 1933 bis 1945" im Auftrag der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" in vierjähriger Arbeit durch das Bundesarchiv. Aus über eintausend verschiedenen Quellen wurden ca. 2,5 Mio. Datensätze zusammengetragen. Die Initiative zu ihrer Erstellung geht auf jüdische Institutionen und Interessensvertretungen zurück. Bereits im September 2008 erfolgte die Übergabe an die Bundesregierung. Sie wird das Verzeichnis weiteren Archiven zur Nutzung zur Verfügung stellen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.stiftung-evz.de
www.yadvashem.org

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:
NS-ZwangsarbeiterInnenentschädigung durch die bundeseigene Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft".


Jüdisches Leben

Beitrag vom 24.10.2008

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