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AVIVA-BERLIN.de 11/21/5778 - Beitrag vom 15.06.2012

26. J├╝dische Kulturtage vom 16. ÔÇô 26. August 2012
AVIVA-Redaktion

Die j├╝dische Kultur feiert in all ihrer Vielfalt. Mit Jazz, Soul, Pop, Rock, Weltmusik, Synagogaler Musik, Klassik, Comic, Literatur, Vortr├Ągen, ├Âffentlichen G`ttesdiensten und einem gro├čen Fest...



... bieten die zehn Festivaltage eine wunderbare Gelegenheit so tief in die j├╝dische Kultur einzutauchen, wie auf keinem anderen Festival in Deutschland.

Es wird miteinander getanzt, gelacht, gelernt, gefeiert, sinniert, gegessen, geguckt, gelesen, diskutiert und gelauscht. Kurzum: miteinander gelebt. Und so wird aus blo├čen Begegnungen ein miteinander teilen.

Die Musik

Avishai Cohen gilt als einer der gr├Â├čten Jazz-Bassisten nach Charles Mingus, Dave Holland und Charlie Haden. Der, aus der N├Ąhe von Jerusalem stammende, Musiker hat bereits im Schatten von Chick Corea und Herbie Hancock gearbeitet. Dann zog er von New York zur├╝ck nach Israel und gr├╝ndete sein eigenes Trio, das in k├╝rzester Zeit zu den gefragtesten Formationen der Szene avancierte. Seine unverwechselbare musikalische Sprache ist tief emotional und virtuos. Er ist nicht nur ein begnadeter Bassist, ein vision├Ąrer Arrangeur und ein B├╝hnentalent, sondern auch ein begnadeter S├Ąnger.

Die Zusammenarbeit des RIAS Kammerchores mit dem israelischen Dirigenten Ud Joffe entwickelte sich in den letzten Jahren zu einer neuen Tradition im Bereich der synagogalen Musik. Sie kn├╝pft an die gro├čen Konzerte des Chores mit dem unvergessenen Kantor Estrongo Nachama an. In diesem Jahr wird die Begr├╝├čung der K├Ânigin Schabbat mit einer Freitagabendliturgie des Komponisten Jakob Dymont gefeiert. ├ťber 75 Jahre nach seiner ersten Auff├╝hrung kehrt eines der bedeutendsten Werke eines der Erneuerers der liturgischen Musik der 1930er Jahre, an den Ort seiner Urauff├╝hrung zur├╝ck.

Yemen Blues ist die Neuentdeckung der israelischen Musikszene des letzten Jahres. In kurzer Zeit spielte die Band auf renommierten Festivals in aller Welt und errang in Windeseile internationale Beachtung. Yemen Blues ist eine einzigartige Begegnung von traditionellen jemenitischen Melodien, Blues, Jazz und Funk. Auf westafrikanischen Wurzeln aufbauend und mit modernen Kompositionen gemischt, entsteht ein schier atemberaubendes Musikerlebnis aus komplexen Grooves gespielt in einer ungew├Âhnlichen Instrumentierung. So entsteht aus einer F├╝lle von Kl├Ąngen eine Musikoase zwischen den Welten. Bei diesem Konzert trifft Yemen Blues erstmals auf die aus dem Senegal stammende Rapperin Sister Fa.

Im Rahmen des Themenjahres 250 Jahre Familie Mendelssohn veranstalten die J├╝dischen Kulturtage gemeinsam mit der Mendelssohn-Gesellschaft ein Kammerkonzert im ehemaligen Stammhaus der Mendelssohn-Bank. In den Klavierquartetten Felix Mendelssohn Bartholdys und Robert Schumanns begegnen sich Werke dieser Komponisten-Freunde aus jeweils unterschiedlichen Phasen ihrer k├╝nstlerischen Laufbahn. Mit Judith Ingolfsson, Stefan Fehlandt, Stephan Forck und Vladimir Stoupel.

In Israel genie├čen Red Orbach und seine flauschigen Musikerfreunde Lefty, Poncho und Philip Kultstatus und haben ihre eigene TV-Show. Sie sind eine israelische Mischung aus den Muppets und South Park ÔÇô haarig, bissig und derb. Die Puppen der Red Band stehen einer "normalen" Rockband in nichts nach ÔÇô sie sind geboren f├╝r die B├╝hne. Ihre Live-Shows, die sie bisher schon nach Costa Rica, Spanien, die USA und Indien f├╝hrten, sind gro├če Unterhaltung ÔÇô eine Mischung aus Rock`n`Roll-Geschichte und exzellenter Comedy.

Herrjemine! Potzblitz! Da schau her! Donnerwetter! All dies sind Umschreibungen f├╝r den jiddischen Ausdruck Oi Va Voi. Der Stilmix der Londoner Band ist so einzigartig wie wagemutig: Klezmer kombiniert mit coolen Clubsounds, traditionelle osteurop├Ąische Musik und globale Rhythmen fusionieren mit Jazz, Rock, Hip Hop und Drum`n`Bass. Ein Abend voller musikalischer ├ťberraschungen: tr├Ąumerisch-melancholisch und mitrei├čend-groovend zugleich.

J├╝dische KomponistInnen in Berlin ÔÇô gestern und heute. In den 1920er Jahren, galt Berlin als die Hauptstadt der Musik ÔÇô die Stadt zog KomponistInnen und MusikerInnen aus aller Welt an und wurde so zu einer Hochburg des kreativen Schaffens. Mit Macht├╝bernahme der NationalsozialistInnen und dem Beginn der Verfolgung, verlie├čen viele j├╝dische KomponistInnen das Land, wurden deportiert oder ermordet. Kolja Lessing stellt in diesem besonderen Konzert, St├╝cke j├╝discher KomponistInnen aus fast 100 Jahren nebeneinander und zeigt damit die gro├če ├Ąsthetische Vielfalt in der Musik j├╝discher KomponistInnen, die allesamt in Berlin lebten und leben.

Das diesj├Ąhrige Abschlusskonzert der J├╝dischen Kulturtage ist ein bislang einmaliges Zusammentreffen dreier Ausnahmek├╝nstler. Mit Omer Klein, Yaron Herman und Maurice El M├ędioni stehen erstmals drei der gefragtesten Crossover-Pianisten gemeinsam auf der B├╝hne. Gemeinsam mit einer hochkar├Ątigen Band und S├Ąngerin Karen Malka, steht das Konzert an zwei Konzertfl├╝geln im Zeichen ineinanderflie├čender Spielweisen zwischen arabischer Poesie, modernem Jazzpiano, der warmen Stimme Karen Malkas und mit atemberaubenden Instrumentalisten.

Begegnungen und gesprochene Worte

Zum zweiten Mal widmen sich die J├╝dischen Kulturtage einem Aspekt, der immanenter Teil j├╝discher Kultur ist: dem Aspekt des Lehrens und Lernens. Mit der Vermittlung von Grundlagen, aber auch von speziellem Wissen, werden j├╝dische Kultur, Traditionen und ihre Wirkungen verst├Ąndlicher. In diesem Jahr ist der weltweit lehrende Gelehrte David Solomon f├╝r zwei Vortr├Ąge zu Gast. Um die Menschen f├╝r das Lernen und den Lernstoff zu begeistern, hat David Solomon einen dynamischen Lehrstil entwickelt, der dem Zuh├Ârer innerhalb von nur einer Stunde eine Gesamt├╝bersicht und grundlegendes Verst├Ąndnis ├╝ber ein umfangreiches oder komplexes Thema gibt. Achtung: hier wird Wissensdurst geweckt!

Die J├╝dischen Kulturtage 2012 f├╝hren den bereits begonnenen israelisch-iranischen Dialog von 2011 (Asher Reich / Said) fort. In diesem Jahr liegt mit den Ron Leshem (Israel) und Hamed Eshrat (Iran) der Fokus auf der j├╝ngeren Generation der 20-40j├Ąhrigen. Was bewegt diese Generation in beiden L├Ąndern? Wovor haben junge Menschen in Israel und dem Iran Angst? Welche Interessen haben sie? Wie gehen junge Menschen mit dem rigiden System der Mullahs um, welche Formen w├Ąhlen sie, um Verbote zu umgehen? Wie reagieren junge Menschen in Israel auf Milit├Ąr und den allt├Ąglichen ├ťberlebenskampf im modernen Israel? Wie stehen sie zueinander ÔÇô Israelis und Iraner? Der Abend wird von Shelly Kupferberg moderiert.

Am 12. Juni 1942, vor 70 Jahren, bekam Anne Frank ein Tagebuch geschenkt. Es machte sie sp├Ąter weltber├╝hmt und z├Ąhlt heute zu den meist gelesenen B├╝chern der Weltliteratur. In Erinnerung an sie lesen die Autorin Mirjam Pressler und Co-Autorin Gerti Elias, gemeinsam mit Anne Franks Cousin Buddy Elias im Anne Frank Zentrum, aus ihrem Buch "Gr├╝├če und K├╝sse an alle".

Die Ausstellung

"Der Gelbe Schein. M├Ądchenhandel 1860 bis 1930" ist ein Ausstellungsprojekt, das in einer Kooperation der Stiftung Neue Synagoge Berlin ÔÇô Centrum Judaicum mit dem Deutschen Auswanderhaus Bremerhaven entsteht. Es greift ein bislang ungeschriebenes und weitgehend unbekanntes Kapitel der europ├Ąischen Massenauswanderung auf. "Der Gelbe Schein", ein umgangssprachlicher Ausdruck f├╝r den Prostituierten-Ausweis im vorrevolution├Ąren Russland, ist auch ein Symbol f├╝r die Zwangslage vieler junger Frauen in jener Zeit: Ein Umzug vom Schtetl in St├Ądte wie Moskau oder St. Petersburg war J├╝dinnen in Russland offiziell nur erlaubt, wenn sie sich als Prostituierte registrieren lie├čen.

Das Fest

Wegen des gro├čen Erfolges in den vergangenen Jahren kommt wieder der "Shuk Ha` Carmel" in all seiner Vielfalt von 11-18 Uhr in die Fasanenstra├če nach Berlin: berauschender Duft von exotischen Gew├╝rzen und frischem Brot, ein Meer von Farben soweit das Auge reicht und mitrei├čende Musik ÔÇô der "Shuk Ha` Carmel" ist der gr├Â├čte Markt in Tel Aviv. Hier wird mit Obst und Gem├╝se gehandelt, mit Kleidung, Kunst und Judaika. Hier wird gegessen und getrunken, hier trifft mensch FreundInnen und tauscht Neuigkeiten aus. Es wird ein rauschendes Fest, und alle sind herzlich eingeladen!

Offene T├╝ren

BerlinerInnen und ihre G├ĄstInnen sind in der Langen Nacht der Synagogen wieder eingeladen, das religi├Âse Leben in den Synagogen kennen zu lernen, an der Hawdala-Zeremonie zum Schabbat-Ausgang teilzunehmen und ein vielf├Ąltiges Programm zu entdecken. Bei F├╝hrungen, Konzerten oder Gespr├Ąchen mit Gemeindemitgliedern bieten sich interessante Gelegenheiten, einen Einblick in den j├╝dischen religi├Âsen Alltag in Berlin zu gewinnen.

Au├čerdem laden die Berliner Synagogen wieder herzlich ein, am 24. August an den Schabbat-G`ttesdiensten teilzunehmen.

Weitere Informationen und das vollst├Ąndige Programm finden Sie unter:

www.juedische-kulturtage.org und auf Facebook

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

25. J├╝dische Kulturtage. 8. - 18. September 2011

24. J├╝dische Kulturtage - 26. August bis 5. September 2010

22. J├╝dische Kulturtage - Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft

J├╝dische Kulturtage 2009


Jüdisches Leben Beitrag vom 15.06.2012 AVIVA-Redaktion 





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