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AVIVA-BERLIN.de 11/19/5778 - Beitrag vom 21.06.2009

J├╝dische Kulturtage 2009
AVIVA-Redaktion

Vom 29. August bis 6. September 2009 finden vielf├Ąltige und spannende Veranstaltungen, darunter Lesungen, Konzerte, ein Stra├čenfest, Ausstellungen, F├╝hrungen, 90 Jahre Bauhaus, die ...



...Lange Nacht der Synagogen, 200 Jahre Felix Mendelssohn Bartholdy, j├╝dische Stars aus aller Welt, faszinierende Ausstellungen oder der Schwerpunkt "J├╝dische Literaturen" ÔÇô das Programm ist breitgef├Ąchert und bietet f├╝r jede/n etwas.



Was ist j├╝dische Kultur? J├╝dische Identit├Ąt ÔÇô die Suche danach oder die Selbstverst├Ąndlichkeit darin ÔÇô ist ein immer wiederkehrendes Thema, das sich vor allem in den K├╝nsten widerspiegelt. Dieser Frage stellen sich die diesj├Ąhrigen J├╝dischen Kulturtage mit gro├čer Lust auf Neuentdeckungen ÔÇô mit der Gewissheit, sie wahrscheinlich nie endg├╝ltig beantworten zu k├Ânnen.

Mit synagogaler Musik aus der ganzen Welt werden die J├╝dischen Kulturtage feierlich er├Âffnet. Diese ├╝ber die Jahrhunderte ├╝berlieferten St├╝cke sind ein wesentlicher Bestandteil der G┬┤ttesdienste in Synagogen aller religi├Âsen Richtungen. In der gr├Â├čten Synagoge Deutschlands, in der Rykestra├če im Prenzlauer Berg, erklingt unter der Leitung von Ud Joffe eine erlesene Auswahl synagogaler Musik der letzten Jahrhunderte.

Auf die feierliche Er├Âffnung folgt ein gro├čes Stra├čenfest vor dem Gemeindehaus in der Fasanenstra├če. F├╝r einen Tag holen die VeranstalterInnen den Shuk Ha┬┤ Carmel in all seiner Vielfalt aus Tel Aviv nach Berlin

Zuhause in der ganzen Welt, offen f├╝r die Kulturen der L├Ąnder in denen sie leben und doch mit einem starken Bewusstsein f├╝r die kulturellen Wurzeln. Die Pop- und Weltmusikkonzerte zeigen die Vielseitigkeit, Spielfreude und Offenheit einer jungen Generation j├╝discher MusikerInnen.

Keren Ann ist wohl eine der au├čergew├Âhnlichsten K├╝nstlerinnen, die die Musikszene im Grenzbereich zwischen Chanson, Folk, Pop und Rock in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Die Tochter eines aus Russland stammenden Israeli und einer Niederl├Ąnderin mit indonesischen Wurzeln wuchs in Paris auf, lebt inzwischen in New York und ist somit von Haus aus Kosmopolitin. Ihre israelischen Wurzeln hat sie nie vergessen und so spielt sie in einer Europapremiere gemeinsam mit den beiden herausragenden israelischen Musikern Shlomi Shaban und Avishai Cohen ein Konzert mit ihren gr├Â├čten Hits und ganz eigenen Versionen gro├čer israelischer Songs.

Weltmusikstar Yasmin Levy l├Ądt zu einer au├čergew├Âhnlichen Reise ins Ladino ÔÇô die Musik und Sprache der spanischen Juden ÔÇô ein. Die in Jerusalem geborene K├╝nstlerin wuchs mit dieser heute nur noch von wenigen gesprochenen Sprache auf. Mit ihrem spirituellen und leidenschaftlichen Gesang bewahrt und entwickelt sie die sephardischen Lieder, die ├╝ber 500 Jahre von Generation zu Generation weitergegeben wurden.

Der Stilmix der Londoner Band Oi Va Voi ist so einzigartig wie wagemutig: Klezmer kombiniert mit Clubsounds, traditionelle osteurop├Ąische Musik und globale Rhythmen fusionieren mit Jazz, Rock, Hip Hop und Drum`n`Bass. Eine wilde Reise durch Welten und Zeiten, Rhythmen und Sounds. Ein Abend voller musikalischer ├ťberraschungen: tr├Ąumerisch melancholisch und mitrei├čend groovend.

Mit Variationen ├╝ber Felix Mendelssohn Bartholdy widmen sich die Kulturtage einem der vielseitigsten K├╝nstler seiner Zeit. Vor 200 Jahren als Jude geboren und fr├╝h christlich getauft, spielte er mit seinen Identit├Ąten: einerseits feierte er den Schabbat mit Freunden, andererseits schuf er gro├če christlich-sakrale Kompositionen. Er wurde von den Nationalsozialisten als Jude verfemt und verboten.

Als H├Âhepunkt der Langen Nacht der Synagogen f├╝hrt das Mendelssohn Kammerorchester Leipzig zwei Kompositionen Mendelssohns auf: seine im Alter von 15 Jahren komponierte 1. Sinfonie sowie das popul├Ąre Violinkonzert e-Moll mit der isl├Ąndischen Geigerin Judith Ingolfsson als Solistin. Mit diesem Konzert unterst├╝tzen die J├╝dischen Kulturtage die Rekonstruktion des Turmes der Parochialkirche. Nach der umfassenden Sanierung der Synagoge Rykestra├če in den vergangenen Jahren m├Âchte die J├╝dische Gemeinde auf diese Weise nun ihrerseits interkonfessionell ein wichtiges Vorhaben in Berlin f├Ârdern.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.denk-mal-an-berlin.de

Mit dem Schwerpunkt J├╝dische Literaturen stellen die J├╝dischen Kulturtage f├╝nf SchriftstellerInnen vor, die sich auf sehr unterschiedliche Art und Weise mit dem Thema Identit├Ąt befassen. Einige sehr provozierend und radikal, andere mit gro├čem Einf├╝hlungsverm├Âgen und Witz.

Das moderne Israel mit seinen Gegens├Ątzen bildet den Hintergrund f├╝r die spannungsgeladenen Geschichten zweier israelischer Literaturstars, deren Deb├╝ts gro├čes Aufsehen erregten. In seinem Roman "Vier H├Ąuser und eine Sehnsucht" schildert Eshkol Nevo das Zusammenleben zwischen Juden und Pal├Ąstinensern. Und nachdem Assaf Gavron mit seinem Erstling "Ein sch├Ânes Attentat" f├╝r einen Skandal sorgte, weil er einen pal├Ąstinensischen Attent├Ąter als sympathischen Charakter darstellte, erz├Ąhlt er in "Hydromania" vom m├Ârderischen Kampf um Wasser und von einem Israel, in dem die Pal├Ąstinenser die Macht ├╝bernommen haben.

Die Suche nach der eigenen Lebensgeschichte, nach der Vergangenheit in der Gegenwart steht im Mittelpunkt des zweiten Literaturabends. Zwei Menschen, die miteinander alt geworden sind, beschlie├čen, sich gemeinsam das Leben zu nehmen. Diskret und liebevoll rekonstruiert Johanna Adorj├ín die Geschichte ihrer Gro├čeltern und montiert sie zu ihrer eigenen Identit├Ątsgeschichte. Auch im Roman "Chuzpe" von Bestsellerautorin Lily Brett geht es um Familie. Ruth begreift nicht, dass ihr gerade zu ihr nach New York gezogener munterer 87-j├Ąhriger Vater weit davon entfernt ist, einen ruhigen Lebensabend zu verbringen. Ein Roman ├╝ber V├Ąter und T├Âchter, polnische K├╝che und New Yorker Neurosen ÔÇô erz├Ąhlt mit genau der Mischung aus Witz, W├Ąrme und Verstand, die Lily Bretts B├╝cher so unverwechselbar machen.
Am dritten Abend der j├╝dischen Literaturen liest Viola Roggenkamp aus ihrem aktuellen Roman "Die Frau im Turm". Eine kunstvoll gewobene Geschichte zweier Frauen aus zwei Epochen: F├╝rstenmaitresse, die eine, nach ihren Wurzeln suchende J├╝din, die andere ÔÇô so verschieden und doch seltsam verwandt.

Streiflicht 90 Jahre Bauhaus. Ausstellung vom 30.08. - 18.10.2009 im Centrum Judaicum

Lotte Cohn
(1893ÔÇô1983) war eine Pionierin und Zionistin. In Berlin geboren, geh├Ârte sie zu den ersten Architekturabsolventinnen der TH Charlottenburg. 1921 ging sie in das Mandatsgebiet Pal├Ąstina, wo sie als erste graduierte Architektin des Landes ma├čgeblich am architektonischen Aufbau des modernen Israel beteiligt war. Erstmalig in Deutschland widmet sich eine Einzelausstellung dieser au├čergew├Âhnlichen Frauenbiographie des 20. Jahrhunderts. In Fotografien, Pl├Ąnen und den pers├Ânlichen Alben Lotte Cohns wird ihr erst in den letzten Jahren wiederentdecktes Werk auf eindrucksvolle Weise erlebbar.

Mehr als 300 j├╝dische ArchitektInnen gab es bis zum Berufsverbot der Nazis 1933 in Berlin. Einem Gro├čteil gelang es zu emigrieren, viele wurden in Konzentrationslagern ermordet. Als ├╝berzeugte VertreterInnen der Moderne bauten viele im Stil der Neuen Sachlichkeit und des Bauhauses. Die vielf├Ąltigen Zeugnisse dieser j├╝dischen Baukunst zu entdecken und zugleich die Lebensgeschichten der ArchitektInnen kennen zu lernen, dazu laden drei speziell f├╝r die J├╝dischen Kulturtage zusammengestellte Architekturf├╝hrungen ein.
Weiterlesen auf AVIVA-Berlin: "Deutsche j├╝dische Architekten vor und nach 1933"

Ausstellungen

Seit einem halben Jahrhundert ist das j├╝dische Gemeindehaus in der Fasanenstra├če der zentrale Ort f├╝r Juden in Berlin: gro├čes politisches Parkett und Gemeindewohnzimmer in einem. Ein klassisches St├╝ck F├╝nfziger-Jahre-Architektur, das gleichwohl die neoromanisch-byzantinischen Elemente des in der Pogromnacht zerst├Ârten Vorg├Ąngerbaus zitiert und zum Symbol des wiedererstandenen j├╝dischen Lebens im Nachkriegsdeutschland geworden ist. Die Ausstellung dokumentiert anhand einer umfangreichen Sammlung von Fotografien und Dokumenten die zentralen Momente des j├╝dischen Gemeindelebens der letzten 50 Jahre.
Erstmalig widmet sich eine Ausstellung in Berlin dem Werk des fast vergessenen in Berlin geborenen K├╝nstlers Heinz Koppel, dem in den 1930er Jahren die Flucht von Deutschland nach England gelang.

Offene T├╝ren
BerlinerInnen und ihre G├Ąste sind in der Langen Nacht der Synagogen eingeladen, das religi├Âse Leben in den Synagogen kennen zu lernen, an der Hawdala-Zeremonie zum Schabbat-Ausgang teilzunehmen und ein vielf├Ąltiges Programm zu entdecken. Bei F├╝hrungen, Konzerten oder Gespr├Ąchen mit Gemeindemitgliedern bieten sich interessante Gelegenheiten, einen Einblick in den j├╝dischen religi├Âsen Alltag in Berlin zu gewinnen.
Au├čerdem laden die Berliner Synagogen herzlich ein, an den Schabbat-G┬┤ttesdiensten teilzunehmen.

Das detaillierte Programm, alle Spielorte, Eintrittspreise sowie die Online-Bestellung und Informationen zu den teilnehmenden K├╝nstlerInnen finden Sie unter: www.juedische-kulturtage.org und www.ticketonline.de

Service J├╝dische Kulturtage

Zentrale Tickethotline

01805-57 00 00 (14 Cent/Min aus dem Netz der T-Com)
Vorverkaufsstellen
Tickets erhalten Sie bei den bekannten Vorverkaufsstellen sowie in der Literaturhandlung, Joachimstaler Stra├če 13, 10719 Berlin, Telefon 030-882 42 50

Die Abendkasse ├Âffnet jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.
Erm├Ą├čigte Eintrittspreise erhalten gegen Vorlage eines entsprechenden Nachweises Sch├╝lerInnen, StudentInnen, SeniorInnen, Arbeitslose, Schwerbehinderte und Sozialhilfeempf├ĄngerInnen.
Erworbene Karten k├Ânnen nicht zur├╝ckgenommen werden. F├╝r vers├Ąumte Vorstellungen kann kein Ersatz geleistet werden. Der Preis versteht sich zuz├╝glich 2,- Euro Buchungsgeb├╝hr je Karte.
Einlass
Gebeten wird um fr├╝hzeitiges Erscheinen und Ihr Verst├Ąndnis f├╝r besondere Sicherheitskontrollen, die leider etwas Zeit in Anspruch nehmen. Einlass nach Veranstaltungsbeginn ist nur dann m├Âglich, wenn die Veranstaltung dadurch nicht gest├Ârt wird.

Spielst├Ątten
Synagoge Rykestra├če, Rykestra├če 53
Stiftung Neue Synagoge Berlin ÔÇô Centrum Judaicum, Oranienburger Stra├če 28-30
Gemeindehaus der J├╝dischen Gemeinde zu Berlin, Fasanenstra├če 79-80
Bauhaus-Archiv / Museum f├╝r Gestaltung, Klingelh├Âferstra├če 14
J├╝disches Museum Berlin, Lindenstra├če 9-14
Anne Frank Zentrum e.V., Rosenthaler Stra├če 39

Veranstalter
J├╝dische Gemeinde zu Berlin | J├╝dische Kulturtage
Oranienburger Stra├če 28-30
10117 Berlin
Telefon 030-88 02 82 54
Fax 030-88 02 82 59
organisation@jg-berlin.org
www.juedische-kulturtage.org
Vorsitzende: Lala S├╝sskind
Kulturdezernent: Aharon Risto T├Ąhtinen
K├╝nstlerischer Leiter: Dr. Hermann Simon
Festivalleitung: kulturdienst: GmbH
F├╝r die gro├čz├╝gige Unterst├╝tzung danken die VeranstalterInnen der Senatskanzlei Berlin sowie allen F├Ârderern und Sponsoren.


Jüdisches Leben Beitrag vom 21.06.2009 AVIVA-Redaktion 





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