Gedenktafel zu Ehren Eva Kemleins wird am 25. August 2014 eingeweiht - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Juedisches Leben



AVIVA-BERLIN.de 4/18/5782 - Beitrag vom 22.08.2014


Gedenktafel zu Ehren Eva Kemleins wird am 25. August 2014 eingeweiht
Sarah Ross, Laura Fricke

Gewidmet wird sie der 2004 verstorbenen Fotojournalistin als Anerkennung für ihre Werke: 300.000 Negative umfasst das Vermächtnis der Charlottenburgerin. Sie dokumentieren den Wiederaufbau und das..




... Kulturleben von Ost- und Westberlin nach dem Zweiten Weltkrieg sowie ihre Arbeit als Theaterfotografin.

Als Tochter jüdischer Eltern wurde Eva Kemlein 1909 in Berlin-Charlottenburg geboren. Dort wuchs sie auf, heiratete und starb im Alter von 95 Jahren. Ihre tiefe Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt trotz oder wegen deren wechselvollen Geschichte sollte stets ihre künstlerischen und journalistischen Fotoarbeiten bestimmen. Den Weg dorthin fand Kemlein über das Fach der wissenschaftlich-medizinischen Fotografie im Rahmen ihrer Ausbildung zur Medizinisch-technischen Assistentin am Lette-Verein in Schöneberg.

Ihr Ehemann Herbert Kemlein inspirierte sie dazu, sich auf die Suche nach etwas Neuem zu machen. So veröffentlichten sie während der gemeinsamen Jahre in Griechenland von 1933-1937 Reportagen über Land und Leute. Im Zuge der "Nürnberger Rassengesetze" wurden beide 1937 des Landes verwiesen. Um den Problemen, die mit der Mischehe einhergingen, zu entkommen, ließen Eva und Herbert sich scheiden. Eva kehrte nach Berlin zurück, wo sie den Schauspieler Werner Stein kennen lernte, der später ihr Lebensgefährte wurde. Gemeinsam lebten sie ab 1942 im Untergrund und arbeiteten aktiv im Widerstand gegen die Nazidiktatur.

Ab 1945 dokumentierte Kemlein fotografisch den Wiederaufbau und das Kulturleben in Ost und West. Immer auf der Suche nach guten Reportagethemen durchstreifte sie die Stadt, pendelte zwischen West- und Ostberlin, und machte zahlreiche Fotoreportagen über die Berliner Nachkriegsgeschichte. Berühmt aus der Zeit wurde unter anderem ein Foto, das den Schauspieler Ernst Busch mit seiner Exfrau Eva Busch in inniger Umarmung zeigt. Im Mai 1945 wurde ihr erstes Foto in der Berliner Zeitung gedruckt, an deren Renaissance sie beteiligt war. Zu diesem Zeitpunkt lebte sie bereits mit Werner Stein in der Künstlerkolonie Wilmersdorf.

Nachdem Eva Kemlein 1950 ihre Festanstellung beim Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienst aufgab, legte sie den Fokus ihrer freiberuflichen Tätigkeit auf die Theaterfotografie. In den kommenden 40 Jahren bestimmten KünstlerInnenportraits und schauspielerische Inszenierungen ihre Arbeit.

Ihr fotografischer Nachlass von 300.000 Negativen wird in der Stiftung Stadtmuseum verwahrt. Neben Theaterszenen, Portraits Berliner Persönlichkeiten des kulturellen Lebens, gehören auch Berliner Stadtansichten und Reportagen über alltägliche und politische Ereignisse zu Kemleins Vermächtnis.

Die Gedenktafel zu Ehren der Fotografin Eva Kemlein wird am 25. August 2014 um 16 Uhr im Haus Steinrückweg 7, in 14197 Berlin (in der Nähe des U-Bahnhofes Breitenbachplatz) durch Staatssekretärin Hella Dunger-Löper enthüllt.

VeranstalterInnen sind die Senatskulturverwaltung und das Aktive Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V.. Es sprechen die Staatssekretärin Hella Dunger-Löper und die Schriftstellerin Jenny Erpenbeck, deren Großvater, Fritz Erpenbeck, Eva Kemlein einst fotografierte. Die Laudatio hält die Regisseurin und Drehbuchautorin Dagmar Wittmers.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Berliner Gedenktafel für Eva Kemlein

Künstlerkolonie Wilmersdorf

Eva Kemlein, Theaterfotografin - Interview

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Eva Kemlein (1909-2004) - Ein Leben mit der Kamera, eine Ausstellung der fotografischen Arbeiten Eva Kemleins im Jahr 2005 in der Stiftung Stadtmuseum Berlin

Magdalena Kemper - Als Kind wünschte ich mir goldene Locken. Gespräche mit Überlebenden der Shoah

Als Jüdin versteckt in Berlin. Margot Friedlander mit Malin Schwerdtfeger

2010 - Berliner SchülerInnen finanzierten drei neue Stolpersteine


Jüdisches Leben

Beitrag vom 22.08.2014

AVIVA-Redaktion 






AVIVA-News bestellen
  AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter



PLAN A – Was würdest du tun? Ab 9. Dezember 2021 im Kino

. . . . PR . . . .

PLAN A – Was würdest du tun?
1945 plant eine Gruppe Holocaust-Überlebender die größte Racheaktion der Geschichte: Für jeden jede/n ermordete/n Jüdin/Juden soll ein/e Deutsche/r sterben. Doch kurz bevor der erste Giftanschlag ausgeführt werden kann, wird der Plan aufgedeckt.
Mehr zum Film, Kinotour mit Filmgespräch, den teilnehmenden Kinos und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/plan-a

KINDER DER HOFFNUNG. Kinostart 4. November 2021

. . . . PR . . . .

KINDER DER HOFFNUNG von Yael Reuveny
Seit zehn Jahren lebt die israelische Regisseurin Yael Reuveny (SCHNEE VON GESTERN) in Berlin. In Super-8-Aufnahmen aus ihrer Kindheit und Kurzporträts ihrer Mitschüler*innen in Israel heute dokumentiert sie, was aus den Träumen und Idealen ihrer Generation geworden ist. KINDER DER HOFFNUNG kommt zum Jahrestag der Ermordung von Jitzchak Rabin im Jahr 1995 ins Kino.
Mehr zum Film, der Trailer und Kinotour unter: www.filmkinotext.de/kinder-der-hoffnung.html

Never forget. 9. November 1938

9. November 1938
Der 9. November 1938 war erst der Anfang... Zentralrat der Juden: 9. November soll Schoa-Gedenktag werden

Esther Dischereit - Mama, darf ich das Deutschlandlied singen. Politische Texte

. . . . PR . . . .

Esther Dischereit - Mama, darf ich das Deutschlandlied singen. Politische Texte
Jüdisch. Solidarisch. Antirassistisch. Der Essayband mit einem Vorwort von Aleida Assmann knüpft an die beiden Aufsatzbände "Übungen jüdisch zu sein" und "Mit Eichmann an der Börse" an.
Mehr zur Autorin, zum Buch, sowie Bestellung unter: www.mandelbaum.at

Walter Kaufmann – Welch ein Leben! Bundesweiter Kinostart am 30.9.21

. . . . PR . . . .

Walter Kaufmann. Welch ein LebenDie Lebensgeschichte des jüdischen Schriftstellers und Korrespondenten Walter Kaufmann vom Kindertransport nach Großbritannien über die DDR und um die ganze Welt erzählt dieser berührende Film.
Alle Infos, der Trailer und Termine unter: www.walterkaufmannfilm.de

Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

. . . . PR . . . .

Das Glück zu leben - The euphoria of being
Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

Es war einmal ein Töpfchen

. . . . PR . . . .

Es war einmal ein Töpfchen
Alona Frankels "Sir haSirim" (Hebr., der Topf der Töpfe) gilt als erstes Kleinkinderbuch zum Thema "Töpfchentraining". Der israelische Kinderbuchklassiker aus dem Jahr 1975 ist jetzt auf Deutsch erschienen!
Mehr Infos zu den Büchern und zum Ariella Verlag unter:
www.ariella-verlag.de

Hila Amit - Hebräisch für Alle. Von der Sprache zur Vielfalt.

. . . . PR . . . .

Hila Amit - Hebräisch für Alle
Das erste queere und feministische Hebräisch-Lehrbuch in Deutschland. Das Arbeitsbuch enthält zahlreiche lebensnahe Beispiele und Übungen, um den Wortschatz direkt anzuwenden und zu verinnerlichen.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.edition-assemblage.de

Rosh HaShana 5782 - Shana tova u-metuka!

AVIVA wishes you a sweet, healthy and happy Rosh HaShana!
AVIVA wünscht ein süßes, glückliches, friedliches und gesundes Neues Jahr 5782!

Online: Die Videoaufzeichnung der Panel-Diskussion "Fragmented Narratives"

Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
Mit Dr. Lea Wohl von Haselberg, Veronika Kracher, Dr. Ingrid Strobl, Dr. Michal B Ron. Moderiert von Sharon Adler. Im Rahmen der Ausstellung mit Werken von Elianna Renner und Sharon Paz bei alpha nova & galerie futura

Ich bin noch nie einem Juden begegnet …

. . . . PR . . . .

Ich bin noch nie einem Juden begegnet
»Das Geschichtenerzählen ist Teil der jüdischen DNA«, meint Peninnah Schram, Literaturprofessorin und eine der Protagonistinnen in Haase-Hindenbergs neuem Buch. In einem außergewöhnlichen literarischen Stil erzählt er von den Lebensgeschichten jüdischer Menschen in Deutschland.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellungen unter: www.edition-koerber.de

Wir leben in Wohnungen mit Vergangenheit


Kooperationen

HentrichHentrich
Jewish Womens Archive
Jüdisches Museum Berlin
JVHS
Bet Debora
Hagalil
Ohel Hachidusch