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AVIVA-BERLIN.de 4/7/5782 - Beitrag vom 29.01.2009


Ergänzte Ausstellung - Wir waren Nachbarn
AVIVA-Redaktion

Die Intervall-Ausstellung "Wir waren Nachbarn" stellt Biografien jüdischer ZeitzeugInnen vor. Vom 26. Januar bis 26. April 2009 werden neue Familien-Alben im Rathaus Schöneberg gezeigt.




Zum fünften Mal eröffnete die Ausstellung "Wir waren Nachbarn" am 25. Januar 2009, zwei Tage vor dem internationalen Holocaust Gedenktag, im Rathaus Schöneberg. Die nunmehr auf 126 Biografische Alben angewachsene Ausstellung über die ehemaligen jüdischen Nachbarn aus dem Bayerischen Viertel und dem gesamten Bezirk Tempelhof-Schöneberg, gibt eine Vorstellung von dem Leben in Berlin vor 1933 und von den Schritten der Ausgrenzung und Entrechtung, Vertreibung, Deportation und Ermordung von Berliner Juden.
In diesem Jahr werden acht neue Biografische Alben in die Ausstellung integriert.

Bekannte Namen liegen neben unbekannten, um die Vielfalt des Jüdischen Lebens in Berlin exemplarisch aufscheinen lassen: Neben dem späteren Hollywood Filmemacher Billy Wilder wird die Geschichte der medizinisch-technischen Assistentin Antonie Kann vorgestellt, die nach England fliehen konnte, während ihre Eltern aus Verzweiflung Suizid begingen, um ihrer bevorstehenden Deportation zu entgehen.

Das Schweigen und das Vergessen in beiden deutschen Gesellschaften und das Schweigen und Vergessen in den Familien ist in diesem Jahr Schwerpunkt der Ausstellung. Denn auch in der DDR wollte man zum Beispiel lange nicht wahrhaben, dass die renommierten Keramik-Werkstätten Bollhagen (HB-Werkstätten) bei Velten ein "arisierter Betrieb" waren. Für Margarete Heymann-Loebenstein, war es deshalb schwer, nach dem Krieg eine annähernd angemessene Entschädigung für die von ihr aufgebauten Werkstätten zu bekommen und auch die öffentliche Anerkennung ihrer innovativen künstlerischen Arbeit blieb lange aus.

Neben den Biografischen Alben sind drei weitere Elemente der Ausstellung zu sehen: Die Ländertafeln über die Situation in den wichtigsten Exilländern und der Interviewfilm "Geteilte Erinnerungen". In einem großen Archivschrank sind außerdem zahlreiche neue "Erinnerungssplitter" zu entdecken, die von Besucherinnen und Besuchern hinzugefügt wurden, darunter auch Hintergrundinformationen zu den "Stolpersteinen" des Künstlers Gunter Demnig, die in den letzten Jahren verlegt wurden.


"Wir waren Nachbarn"
26. Januar bis 26. April 2009, Sa – Do 10 bis 18 Uhr
Ausstellungsort: Rathaus Schöneberg
John - F. - Kennedy – Platz
10825 Berlin
U4 Rathaus Schöneberg, U 7 Bayerischer Platz, Bus M46, 104

Eintritt frei

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin: Die Ausstellung "Wir waren Nachbarn - 120 Biografien Jüdischer Zeitzeugen" in 2008.


Jüdisches Leben

Beitrag vom 29.01.2009

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