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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 28.01.2008

Wir waren Nachbarn
Sharon Adler

120 Biografien j├╝discher ZeitzeugInnen zeigt die Intervallausstellung im Foyer des Rathaus Sch├Âneberg vom 28.01. bis 27.4.2008. Schwerpunkt des Rahmenprogramms: "Exil aus subjektiver Sicht"



Am internationalen Holocaust Gedenktag, dem 27. Januar 2008 um 18:00 Uhr, ├Âffnet, mit einer Gedenkveranstaltung im Foyer des Rathaus Sch├Âneberg, zum vierten Mal die Intervallausstellung Wir waren Nachbarn.
Als ein wichtiger Gedenkort in Berlin, bietet die mittlerweile 120 Familienalben umfassende Ausstellung am Beispiel von Tempelhof und Sch├Âneberg einen Einblick in das Leben ehemaliger j├╝discher NachbarInnen in Berlin vor 1933 sowie in die Schritte der "Ausgrenzung und Entrechtung, Vertreibung, Deportation und Ermordung Berliner Juden".

Mehr als 16.000 Juden und J├╝dinnen lebten vor 1933 in Sch├Âneberg, ├╝ber 2.000 in Tempelhof. Nur etwa 10.000 konnten fliehen und fanden Aufnahme in unterschiedlichsten L├Ąndern der Erde. In Kontinuit├Ąt einer ├╝ber 20-j├Ąhrigen Erinnerungsarbeit konnten auch in diesem Jahr elf neue Alben in die Ausstellung integrieren werden. Wieder haben sich ZeitzeugInnen, deren Nachfahren oder Interessierte gefunden, die bereit waren, pers├Ânliche Fotos und unver├Âffentlichte Dokumente zu ├╝berlassen und/oder Unterst├╝tzung bei den Recherchen in Archiven zu leisten.
Eines der neuen Alben besch├Ąftigt sich mit dem Gedenken an die Musiklehrerin Maria Leo, die ihrer Deportation durch Suizid zuvorkam. Ein weiteres erinnert an den Buchh├Ąndler Benedikt Lachmann vom Bayerischen Platz, der bereits sehr fr├╝h nach Lodz deportiert wurde.

Seit den 80er Jahren versuchen MitarbeiterInnen des Kunstamtes auch nicht-j├╝dische ZeitzeugInnen zu gewinnen, ihre Erinnerungen zu erz├Ąhlen, aufzuschreiben sowie Dokumente und Fotos zur Verf├╝gung zu stellen. Hieraus entstand 2005 der Interview-Film Geteilte Erinnerungen von Monika Wenczel, der in der Ausstellung zu sehen ist. Weiterhin sind seit 2006 in einem gro├čen Archivschrank zahlreiche neue "Erinnerungssplitter" zu entdecken, die von BesucherInnen hinzugef├╝gt wurden, darunter auch Beispiele von Familienerz├Ąhlungen aus der Perspektive der j├╝ngeren Generationen.

Inhaltlicher Schwerpunkt des diesj├Ąhrigen Rahmenprogramms ist das Thema Exil.
F├╝r viele j├╝dische EmigrantInnen bedeutet Exil aus heutiger Sicht zun├Ąchst das Gl├╝ck, Nazi-Deutschland entkommen zu sein. Gleichzeitig ist es f├╝r die meisten ebenfalls die Erinnerung an ein Leben in einem fremden Land mit einer unbekannten Sprache und Kultur, h├Ąufig ohne famili├Ąre Beziehungen und ohne ein Netzwerk von Freunden und Bekannten.
H├Ąufig waren sie Jugendliche, manche noch Kinder und als einzige der Familie ins rettende Ausland geschickt worden: Mit Kindertransporten nach England oder Schweden. Andere fanden durch eine B├╝rgschaft - oft von entfernten Verwandten - Aufnahme in den USA, Kanada oder in einem s├╝damerikanischen Land. Gerade sie, die h├Ąufig ihre gesamte Familie zur├╝cklassen mussten, besch├Ąftigt die Suche nach dem Leidens- und Todesweg naher Verwandten, sowie das Thema verlorene Heimat bis ins hohe Alter.

F├╝r viele BesucherInnen der Ausstellung ist es immer wieder ├╝berraschend, wenn sie aus den Familienalben erfahren, dass in vielen j├╝dischen Familien lange nicht ├╝ber die Zeit vor und w├Ąhrend der Emigration gesprochen wurde. H├Ąufig herrschte in den Familien "Scham" dar├╝ber, dass man selbst ├╝berlebt hatte und andere - nahe Familienmitglieder - oft nicht. In Selbstzeugnissen, die in der Ausstellung nachlesen werden k├Ânnen ÔÇô ist, wie auch in der Exilliteratur - h├Ąufig vom "Segen des Vergessen(k├Ânnen)s" die Rede.

Insgesamt pr├Ąsentiert sich die Ausstellung als ein unsch├Ątzbares, zunehmend wachsendes Archiv der Erinnerungen, das einen lebendigen Einblick in das Leben in den 30iger/40iger Jahren des vorherigen Jahrhunderts in Berlin bietet.

Anmeldung und Information
F├╝r Gruppen und Schulklassen (auch freitags)
Kunstamt: (030) 7560-6964

Wir waren Nachbarn
120 Biografien J├╝discher Zeitzeugen

28.01. bis 27.4.2008
Schwerpunkt des Rahmenprogramms in diesem Jahr: "Exil aus subjektiver Sicht"
Er├Âffnung am 27. Januar 2008 mit einer Gedenkfeier anl├Ąsslich des internationalen Holocaustgedenktages, zusammen mit der Gesellschaft f├╝r Christlich-J├╝dische Zusammenarbeit e.V. und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.

Ausstellungsort:
Rathaus Sch├Âneberg
John - F. - Kennedy - Platz
10825 Berlin
U4 Rathaus Sch├Âneberg, U 7 Bayerischer Platz, Bus M46, 104

├ľffnungszeiten
Mo. bis Do. von 10 bis 18 Uhr
Sa. und So. von 10 bis 17 Uhr
Freitags: F├╝r Gruppen ÔÇô und Schulklassen nach Anmeldung

Eintritt frei.

Kultur Beitrag vom 28.01.2008 Sharon Adler 





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