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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 09.05.2007

Frida a los 100 a├▒os
Clarissa Lempp

Am 6.Juli 1907 wurde Frida Kahlo geboren. Hundert Jahre sp├Ąter fasziniert sie noch immer durch ihr Werk und ihr Leben. Das Haus am Kleistpark feiert die K├╝nstlerin mit einer besonderen Ausstellung.



Am 6. Juli 1907 wurde Frida Kahlo im Blauen Haus in Coyoac├ín, einem alten Viertel im S├╝den von Mexiko Stadt, als Tochter der katholischen Mestizin Matilde Calder├│n und des aus Pforzheim stammenden Fotografen Wilhelm Kahlo geboren. Durch einen tragischen Unfall in der Stra├čenbahn wurde sie 1925 schwer verletzt. Immer wieder musste sie sich Operationen unterziehen und litt ihr Leben lang unter Schmerzen. Mit nur 47 Jahren starb sie am 13. Juli 1954. Schon zu Lebzeiten wurde sie durch ihre eigenartige Sch├Ânheit, die stilisierte Selbstinszenierung und Lebenslust, aber eben auch durch die tragischen Umst├Ąnde ihres Lebens zu einem Mythos. Ihre Energie und ihre Liebschaften faszinierten ebenso, wie das ungew├Âhnliche Oeuvre, das sie geschaffen hat.

Mit einer Ausstellung und einem Begleitprogramm sollen im Haus am Kleistpark unterschiedliche Aspekte der Rezeption des Lebens und Werks Frida Kahlos beleuchtet werden. Renommierte mexikanische als auch deutsche WissenschaftlerInnen und K├╝nstlerInnen gehen dem Ph├Ąnomen Frida nach. Im Kunstkontext unter anderem durch die Medien Fotografie und Film, aber auch ihren Einflu├č auf die Volkskunst, wie auch in der internationalen feministischen Bewegung sind Gegenstand des umfangreichen Programms.

Ein besonderer Fokus ist die fotografische Darstellung, die auch Einblick in die kreative Tradition der K├╝nstlerfamilie Kahlo gibt. Es wird eine Auswahl von Fotografien von Wilhelm (Guillermo) Kahlo aus den Best├Ąnden des Ibero-Amerikanischen Instituts zu sehen sein. Au├čerdem Fotos von Frida Kahlos Neffen Antonio Kahlo und die Serie seiner Tochter Christina Kahlo "Noviembre dos "(kost├╝mierte Kinder am Tag der Toten). Dar├╝ber hinaus zeigt das Gis├Ęle Freund Archiv Aufnahmen von Frida Kahlo, die zwischen 1950 und 1952 im Blauen Haus in Coyoac├ín entstanden.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung ist die Hommage an Frida Kahlo, der K├╝nstlerinnen Renate Reichert (Italien), die hundert Variationen ├╝ber Frida Kahlos Bild "Die beiden Fridas " aus ihrer Arbeitsserie "Frida mi Vida "zeigt. Gisela Weimann (Berlin), stellt unter dem Kahlo-Zitat "Wozu brauche ich F├╝├če, wenn ich Fl├╝gel zum Fliegen habe?" hundert Aquarelle aus ihrem "Tepoztlaner Tagebuch" vor.

Den Abschluss bildet eine festliche Geburtstagsfeier am 6. Juli 2007 im babylon:mitte mit dem Film "Frida, naturaleza viva" von Paul Leduc, mit Mariachi Musik und einem ├ťberraschungsgast, veranstaltet von der Mexikanischen Botschaft und dem Instituto Cervantes.

Die Ausstellung beginnt mit einer Vernissage am Donnerstag, 24. Mai 2007, 19:00 Uhr im Haus am Kleistpark.

Begleitprogramm:
Dienstag, 29. Mai 2007, 19.00 Uhr
Emma Cecilia Garc├şa (Fotohistorikerin, Koordinatorin der Fundaci├│n Cultural Mariana Yampolsky, Mexiko Stadt) stellt die mexikanische Portr├Ątfotografie zwischen 1920 und 1955 vor und zeigt den Blick auf Frida Kahlo durch das Objektiv der Kamera, sowohl von deutschen Emigranten wie dem Maler Juan Guzm├ín und ihrem Vater Guillermo Kahlo als auch von den gro├čen mexikanischen Fotografen der Zeit.
Professor Dr. John Mraz (Kunstwissenschaftler, Universidad Aut├│noma de Puebla) analysiert zwei Filme ├╝ber Frida Kahlo und ihre Beziehung zu Diego Rivera, vergleicht dabei Wirklichkeit und Fiktion sowie die Unterschiede zwischen der US-amerikanischen und der mexikanischen Darstellung: Frida, naturaleza viva (Paul Leduc, 1983) und Frida (Julie Teymor, 2002).
In spanischer Sprache mit deutscher Simultan├╝bersetzung.
Ort: Ibero-Amerikanisches Institut, Sim├│n-Bol├şvar-Saal, Potsdamer Str. 37, 10785 Berlin

Donnerstag, 31. Mai 2007, 19.00 Uhr
Professor Dr. Eli Bartra (Philosophin und Spezialistin f├╝r weibliche ├ästhetik, Universidad Aut├│noma Metropolitana, Mexiko Stadt) zeigt und analysiert Metamorphosen von Frida Kahlos Werk, das in der mexikanischen Volkskunst in Form von "Friditas" (kleinen Fridas), Nachbildungen ihrer Bilder aus Ton, und in der zeitgen├Âssischen bildenden Kunst in Europa und Mexiko in vielf├Ąltiger Weise wieder aufersteht.
"Irradiaciones de Frida Kahlo" (├ťber Frida Kahlos Ausstrahlung). In englischer Sprache.
Ort: Haus am Kleistpark, Grunewaldstra├če 6-7, 10823 Berlin

Dienstag, 12. Juni 2007, 19.00 Uhr
Dr. Annette Seemann (freie Autorin, Weimar) betrachtet Religion und Kunst im Leben von Frida Kahlo unter vier Aspekten: Die eigenen Wurzeln in Katholizismus und Judentum; ihr Verh├Ąltnis zur alt-mexikanischen Religion und dem Totenkult; ihre Selbststilisierung zur Heiligen und der Marxismus als Religionsersatz und Frida Kahlo als linke Feministin "avant la lettre"?
"Ich habe mich in eine Heilige verwandelt"
Ort: Haus am Kleistpark, Grunewaldstra├če 6-7, 10823 Berlin

Donnerstag, 28. Juni 2007, 19.00 Uhr
Professor Dr. Gaby Franger (Sozialwissenschaftlerin, Fachhochschule Coburg) untersucht die Hintergr├╝nde f├╝r den kometenhaften Aufstieg Frida Kahlos zur Kultfigur der feministischen Bewegung seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts, der weite R├Ąume der Interpretationen ihrer Wurzeln, ihres Lebens und Leidens und ihres Liebens ├Âffnete.
Eine Spurensuche nach skurrilen Details und aufgeregten Spekulationen ├╝ber das Leben einer einzigartigen K├╝nstlerin "Frida - eine Legende" Ort:Haus am Kleistpark, Grunewaldstra├če 6-7, 10823 Berlin

Ausstellungsdauer: 25. Mai - 8. Juli 2007, ├ľffnungszeiten: Di - So: 14.00 bis 18.00 Uhr
Ort: HAUS am KLEISTPARK, (Kommunale Galerie des Bezirks Tempelhof-Sch├Âneberg), Grunewaldstra├če 6-7, 10823 Berlin

Mehr Informationen unter:
www.hausamkleistpark-berlin.de

Ein Projekt des Haus am Kleistpark Berlin in Zusammenarbeit mit dem mexikanischen Au├čenministerium, der Botschaft von Mexiko, dem Instituto Cervantes, dem Ibero-Amerikanischen Institut Berlin, der Senatskanzlei Berlin / St├Ądtepartnerschaft Berlin-Mexiko Stadt, der Senatsverwaltung f├╝r Wirtschaft, Technologie und Frauen, dem babylon berlin:mitte, der F├Ârderband Kulturinitiative Berlin sowie dem Franz├Âsischen Kulturinstitut, dem Gisele Freund Archiv und der Galerie Bode in Karlsruhe.

Lesen Sie auch unser Interview mit Gisela Weimann.

Abbildung: Anne Jud, Meine amerikanischen Souvenirs, 2002/2004


Kultur Beitrag vom 09.05.2007 Clarissa Lempp 





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