Tanz mit der Zeit - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kultur
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

WOHNE LIEBER UNGEWÖHNLICH
AVIVA-Berlin > Kultur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   JĂŒdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 26.03.2008

Tanz mit der Zeit
Britta Leudolph

Vier ehemalige klassische BalletttĂ€nzerInnen im Alter zwischen 63 und 79 Jahren tanzen fĂŒr ein großes Publikum ihre Lebensgeschichte und berichten aus ihrer eigenen, wechselvollen Biografie.



Die Karriere von klassischen BalletttĂ€nzerInnen endet normaler Weise spĂ€testens im Alter von Mitte dreißig. Doch fĂŒr das TanzstĂŒck "Zeit – tanzen seit 1927" der Leipziger Choreografin Heike Hennig wagten sich vier ehemalige Ensemblemitglieder der Oper in Leipzig noch einmal auf die BĂŒhne: Ursula Cain und Christa Franze, beide 1927 geboren, Siegfried Prölß, Jahrgang 1934, und Horst Dittmann, geboren 1943, tanzten 2006 im Rahmen eines ganz besonderen Projekts vor einem großen Publikum.

Trevor Peters zeigt in "Tanz mit der Zeit" das ungewöhnliche Ergebnis dieses Projekts: Die vier ProtagonistInnen tanzen ihre persönliche Lebensgeschichten. Neben den tÀnzerischen Darbietungen berichten die DarstellerInnen aus ihrem langen Leben, das, geprÀgt von den Wirren und Wendungen des zwanzigsten Jahrhunderts, sehr wechselhaft verlief.
So berichtet Horst Dittmann davon, wie er zunĂ€chst eher zufĂ€llig zum klassischen Ballett fand und sich nach seiner aktiven Karriere entschied, einen neuen Beruf, den des Töpfers, zu erlernen. Nach der Wiedervereinigung 1990 entschloss er sich dann, noch einmal von vorn zu beginnen, und wurde Sozialarbeiter fĂŒr geistig Behinderte und physisch kranke Menschen, fĂŒr ihn die erfĂŒllendste TĂ€tigkeit.

Die Bewegungen der TÀnzerInnen haben sich mit der Zeit sicherlich verÀndert, doch haben sie an Ausdruckskraft vielleicht sogar dazu gewonnen. Ihre Darstellung ist anmutig und ergreifend, das Alter der TÀnzerInnen ist bedeutungslos.

Trevor Peters setzt sich in diesem Film kĂŒnstlerisch mit dem Alter und dem Altern auseinander und beweist, dass AktivitĂ€t nicht an das Erreichen eines bestimmten Alters gebunden sein muss.

2007 hat der Erfolg des TanzstĂŒckes "Zeit – tanzen seit 1927" zu einer weiteren AuffĂŒhrung des Quartetts mit dem Titel "ZeitSprĂŒnge" gefĂŒhrt. Hier agierte es gemeinsam mit jungen ProfitĂ€nzerInnen und prĂ€sentierte so außergewöhnliche Begegnungen zwischen den Generationen.

Zu den TĂ€nzerInnen:

Ursula Cain
wurde1927 in Dresden geboren. Sie wurde mit 10 Jahren in die Kinderklasse der Mary-Wigman-Schule aufgenommen, dort und an der Tanz-Akademie des Konservatoriums erfolgte die Ausbildung als TĂ€nzerin und PĂ€dagogin "Moderner Tanz". Nach Kriegsende folgte der Abschluss am Dore-Hoyer-Studio Dresden, war Mitglied der Dore Hoyer Gruppe, hatte Engagements als SolotĂ€nzerin in Rostock und Dessau, absolvierte ihr Klassisch-Studium bei Gertrud Steinweg und Tajana Gsovsky. Ab 1952 war sie erste SolotĂ€nzerin der Leipziger Oper. 1964 musste sie ihren Beruf infolge eines BĂŒhnenunfalls aufgeben, spĂ€ter war sie 22 Jahre PĂ€dagogin an der Ballettschule der Oper, seit 1993 ist sie Leiterin der Gruppe "Tanzkaleidoskop", sowie Ehrenmitglied der Oper Leipzig.

Christa Franze, geboren 1927 in Zittau, absolvierte 1943 ihre Ausbildung bei Ballettdirektor Walter Kreideweiß, Staatsoper Dresden, ab 1946 war sie TĂ€nzerin, zuletzt SolotĂ€nzerin am Stadttheater Zittau, sie war neun Jahre TĂ€nzerin mit Soloverpflichtung am Opernhaus Leipzig, danach wirkte sie an Kammertanzabenden in religiöser Thematik mit. SpĂ€ter ließ sie sich zur BuchhĂ€ndlerin ausbilden, schreibt und rezitiert ihre eigenen Werke. Franze tanzt außerdem in der Reihe oper unplugged no. 4

Siegfried Prölß wurde 1934 in Dresden geboren. Nach einer Ausbildung als Maschinenschlosser und der Arbeit als technischer Zeichner 1949 – 1953 besuchte er eine Volkstanzgruppe und eine private Ballettschule. Anschließend absolvierte er ein fĂŒnfjĂ€hriges Studium an der Palucca Schule Dresden. Es folgte ein Engagement am Opernhaus Leipzig unter Emmy Köhler-Richter, spĂ€ter entwickelte er sich vom GruppentĂ€nzer zum Solisten. Er beendete seine Theaterlaufbahn im Jahr 1972, danach nahm er das Studium an der Hochschule fĂŒr Grafik und Buchkunst mit Abschluss als Diplom-Fotografiker auf, seit 1977 ist er freischaffender Fotografiker mit den Hauptgebieten: Ballett-, Mode-, Naturfotografie, er gestaltete zahlreiche Fotoausstellungen im In- und Ausland
Er ist wahrscheinlich der Ă€lteste noch bĂŒhnenaktive PaluccaschĂŒler. Der Dokumentarfilm "Tanz mit der Zeit" zeigt Originalaufnahmen von Proben mit Gret Palucca und Siegfried. Siegfried Prölß tanzt außerdem in der Reihe oper unplugged no. 4.

Horst Dittmann, geboren 1943 in Breslau, absolvierte eine vierjĂ€hrige Ballettausbildung in Leipzig, bis 1979 war er TĂ€nzer am Opernhaus Leipzig. Danach begann er eine Töpferlehre und wurde freischaffender Keramiker beim Verband Bildender KĂŒnstler der DDR. Seit 1992 ist er Sozialarbeiter. Auch Dittmann tanzt in der oper unplugged no. 4.

AVIVA-Tipp: "Tanz mit der Zeit" ist eine anrĂŒhrende, bewegende Dokumentation. Trevor Peters nĂ€hert sich seinen DarstellerInnen mit viel Respekt und Empathie, lĂ€sst sie selbst erzĂ€hlen. Der Tanz der KĂŒnstlerInnen spricht fĂŒr sich und bedarf keiner zusĂ€tzlichen Kommentare. Ein warmes PlĂ€doyer fĂŒr ein aktives, wĂŒrdevolles Leben in reiferen Jahren.

Tanz mit der Zeit
Buch und Regie: Trevor Peters
DarstellerInnen: Ursula Cain, Christa Franze, Siegfried Prölß, Horst Dittmann, Heike Hennig
Deutschland 2007
Kamera: Niels Bolbrinker
LauflÀnge:103 Minuten
Farbe u. S/W
Verleih: Ventura Film
Kinostart: 27. MĂ€rz 2008

Kultur Beitrag vom 26.03.2008 Britta Leudolph 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken