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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 20.03.2008

Juno. Drehbuch von Diablo Cody
Anna Tremper

Nach dem Erfolgsfilm "Thank you for smoking" meldet sich Jason Reitman mit einer phĂ€nomenalen Coming-of-Age Komödie zurĂŒck, die ohne die gĂ€ngigen Teeny-Stereotypen auskommt. Mit Ellen Page



"Juno" ist ein Film, der mit viel Witz und tollen Dialogen den Prozess des Erwachsenwerdens fernab der ausgetrampelten Pfade beschreibt. Die Protagonistin marschiert mit frecher Schnauze durch den Film und liefert einen irren Spruch nach dem anderen. Dieses kleine, unschuldig dreinblickende MĂ€dchen redet von Fleischpeitschen und Strullerteilen, wie es ihr gerade einfĂ€llt. Ihr Baby wĂŒrde sie gerne in alttestamentarischer Weise einfach in ein Körbchen packen und abgeben, doch ganz so locker lĂ€uft die ganze Geschichte dann doch nicht ab...

Im Mittelpunkt des Geschehens steht die clevere 16-jĂ€hrige Juno MacGuff (Ellen Page). Sie lebt in einer typischen amerikanischen Kleinstadt in Minnesota in einer Patchwork-Familie. Ihre Mutter ist vor vielen Jahren einfach gegangen und so lebt Juno jetzt mit ihrem Vater (J:K: Simmons), ihrer Stiefmutter (Allison Janney) und ihrer jĂŒngeren Halbschwester (Sierra Pitkin). Der Film beginnt fĂŒr Juno mit einer Erkenntnis, die sie sich erst nach mehrmaligem ÜberprĂŒfen eingesteht - sie ist schwanger. Diese Feststellung löst bei ihr keine BegeisterungsstĂŒrme aus und sie möchte das Kind abtreiben lassen. Doch bei der Frauenhilfe entscheidet sie sich ĂŒberraschend gegen ihr Vorhaben und plant stattdessen, ihr Kind auszutragen und ihm gute Eltern zu suchen. Mit der UnterstĂŒtzung ihrer Freundin Leah (Olivia Thirlby) ist schnell ein passendes Ehepaar gefunden. Mark (Jason Bateman) und Vanessa Loring (Jennifer Garner) scheinen die perfekten Eltern fĂŒr Junos Nachwuchs zu sein und so werden sie und Juno sich auch schnell einig. Doch bis zur Geburt des Kindes geht noch einige Zeit ins Land. Zeit in der Juno sich endlich mit ihren GefĂŒhlen fĂŒr den Kindsvater auseinandersetzt und auch die Lorings ihre Beziehung neu ĂŒberprĂŒfen mĂŒssen.

Ein Plot, der sich zunÀchst einmal nicht nach einem Schenkelklopfer anhört. Doch weit gefehlt und Schenkelklopfer sei hier nur im positivsten Sinne gemeint.
"Juno" ist eine Komödie, die vor allem wegen der genialen Hauptdarstellerin, Ellen Page, die Lacher auf ihrer Seite hat. Juno streift durch die Stadt und durch die Dancing Elk High und macht dabei ihr eigenes Ding. Sie ist ein Original - keine stĂ€ndig kichernde Cheerleader-Elfe und auch kein Nerd mit dicker Hornbrille. Sie ist einfach Juno und schert sich wenig, um die Meinung der anderen. Auch als ihr Bauch immer dicker wird, trĂ€gt sie die Blicke der MitschĂŒler mit Fassung und macht ihre eigenen Witze ĂŒber ihre nicht ganz glĂŒckliche Situation.

Der Film hat auch seine leisen Momente, in denen man Juno anmerkt, dass sie ihre Situation zwar mit dem nötigen Galgenhumor nimmt, aber nicht alles an ihr abprallt. Mit 16 bereits soviel Verantwortung zu tragen ist nicht einfach fĂŒr sie. Aber von ihren Eltern, die Juno in ihrer Schlagfertigkeit um nichts nachstehen, bekommt sie die nötige, bisweilen sehr humorige, UnterstĂŒtzung


Zur Hauptdarstellerin: Ellen Page wurde am 21. Februar 1987 in Kanada geboren. Sie begann ihre Schauspielkarriere im Alter von zehn Jahren mit der kanadischen Serie "Pit Pony". Seither hat sie immer wieder Preise fĂŒr ihre besondere schauspielerische Leistung erhalten. 2003 bekam sie die Hauptrolle in dem Film "Mouth to Mouth". Außerdem spielt sie im gleichen Jahr bei "Wilby Wonderful" mit. International bekannt wurde sie 2005/06 mit dem Film "Hard Candy" und ihrer Rolle der Kitty Pryde im letzten Teil der "X-Men" Trilogie.


AVIVA-Tipp: Juno ist kein 08/15 Teeny, wie man ihn sonst in amerikanischen Komödien Ă  la "American Pie" und Konsorten vorgesetzt bekommt. Den Spagat zwischen lustig und nicht völlig inhaltslos schaffen die wenigsten Filme dieser Gattung. Regisseur Jason Reitman ist es mit "Juno" geglĂŒckt. Zu Recht hat dieser Film zwei Nominierungen fĂŒr die Golden Globes in den Kategorien Bester Film und Beste Hauptdarstellerin erhalten.

Juno
Regie: Jason Reitman
Drehbuch: Diablo Cody
DarstellerInnen: Ellen Page, Michael Cera, Jennifer Garner, Jason Bateman, Allison Janney, Olivia Thirlby, J.K. Simmons, Eileen Pedde
USA/Kanada/Ungarn 2007
FBW: Besonders wertvoll
Produktion: Fox Searchlight Pictures
96 Minuten, FSK: ab 6 Jahren
Kinostart: 20. MĂ€rz 2008
Weitere Informationen zum Film finden Sie unter: www.foxsearchligth.com/juno.de

Kultur Beitrag vom 20.03.2008 AVIVA-Redaktion 





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