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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 24.05.2007

How To Cook Your Life
Tatjana Zilg

Doris D├Ârrie portr├Ątiert den kalifornischen Zen-Priester Edward Espe Brown. Durch die Kombination von Kochen, Philosophieren und Meditieren vermittelt er buddhistisches Denken auf spielerische Weise



Das Sein im Hier und Jetzt. - Ein grundlegender Gedanke der buddhistischen Philosophie, die seit ihrer Verbreitung in Europa und den USA w├Ąhrend der zweiten H├Ąlfte des letzten Jahrhunderts viele westliche Menschen sehr schnell begeistert hat. Die Erkenntnis, sich ganz der Gegenwart widmen zu k├Ânnen, dabei die Freude an kleinen Dingen wiederzufinden, nicht immer nach dem Morgen, der Zukunft streben zu m├╝ssen lie├č viele Stre├čgeplagte in die Meditationszentren str├Âmen, wo sie die ├Âstliche Spiritualit├Ąt in ihrer ganzen Tiefe kennen lernen konnten.

Die Regisseurin Doris D├Ârrie, Wegbereiterin f├╝r die deutsche Beziehungskom├Âdie, gab in dem Zen-Zentrum Tassajara in den Bergen bei San Francisco einen Film-Workshop, als sie dort einen au├čergew├Âhnlichen Koch-Lehrer begegnete. Geschickt, feinsinnig und mit viel Humor zeigt er seinen TeilnehmerInnen, wie sie leckere Speisen mit bewusst ausgesuchten Zutaten zubereiten und dabei gleichzeitig mit sich selbst im Hier und Jetzt in Kontakt kommen k├Ânnen.
Der Brotback-Meister und Gem├╝semesser-Akrobat Edward Espe Brown praktiziert Zen seit 1965. Mit Yoga begann er 1980. Neben seinen Meditations- und Kochkursen, die ihn durch die USA, aber auch durch Deutschland, ├ľsterreich, Spanien und England f├╝hrten, lehrt er an drei Zen-Zentren in San Francisco : Tassajara, Green Gulch und das City Center.
Er selbst wurde von Suzuki Roshi zum Zen Priester geweiht.
Ganz bei dem zu sein, was gerade getan wird, ist die wichtigste Zen-Lehre, die sich beim Kochen vermittelt. "Als ich mit dem Kochen anfing, fragte ich Suzuki Roshi um Rat. Er sagte: Wenn du den Reis w├Ąschst, dann wasch┬┤ den Reis. Wenn du Karotten schneidest, schneid┬┤ Karotten. Und wenn du die Suppe umr├╝hrst, r├╝hr┬┤ die Suppe um."
Aber auch die umsichtige Behandlung und Auswahl der verwendeten Zutaten ist von gro├čer Bedeutung. Nichts zu verschwenden, nichts ├╝bereilt wegzuwerfen sind Grunds├Ątze, die Edward Brown mit viel Humor seinen TeilnehmerInnen aus aller Welt vermittelt.

Doris D├Ârrie beobachtet den Zen-Priester, der in der K├╝che seine Erf├╝llung fand, mit viel Feingef├╝hl und gekonntem Blick f├╝r die Momente, in denen sich seine weltgewandte Lebensweisheit am sch├Ânsten offenbart. Besondere Bedeutung misst er dem Brotbacken bei. Mit t├Ąnzerischer Hingabe knetet er den Teig, und bedauert, dass seine Landsleute das Brot fast nur noch aus Supermarktregalen holen, deshalb gar nichts mehr von den Eigenheiten der Hefe wissen.

Die Reflektion der Fast Food Gewohnheiten der US-amerikanischen Gesellschaft ist ein wichtiger Nebenstrang des Dokumentarfilmes. Durch die unz├Ąhligen Fertigprodukte und die chemischen Bestandteile findet eine Entfremdung vom nat├╝rlichen Prozess des Essens statt. Der beste Beweis daf├╝r ist der Geschmack. Die TeilnehmerInnen der Kochkurse berichten begeistert von dem Sinneserlebnis beim Genuss der zubereiteten Speisen.

AVIVA-Tipp: Ein Dokumentarfilm, der zum Nachsinnen ├╝ber eine der allt├Ąglichsten Sachen der Welt anregt, die doch sooft zur Nebens├Ąchlichkeit ger├Ąt, und dort ansetzt, wo "We Feed The World" aufh├Ârt: Bei der Frage, wie es gelingen k├Ânnte, wieder einen bewussteren Bezug zum Essen und zur Nahrungsmittelproduktion zu gewinnen.

How To Cook Your Life
Wie man sein Leben kocht
Die Zen-Kochkunst des Edward Espe Brown

Deutschland 2007, 93 Minuten
Buch und Regie: Doris D├Ârrie
DarstellerInnen: Edward Espe Brown u. a.
Verleih: MFA FilmDistribution
Kinostart: 10.05.2007

Der Film im Web: www.hoehnepresse.de


Kultur Beitrag vom 24.05.2007 AVIVA-Redaktion 





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