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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2018 - Beitrag vom 05.03.2008

Das Tal von Elah. In The Valley Of Elah
Constanze Geißler

Von Regisseur Paul Haggis gedreht, erteilt der Film eine deutliche Absage an den Irakkrieg und setzt sich mit den psychisch traumatisierten Befindlichkeiten der Soldaten auseinander.



Der amerikanische Film ist in der politischen Gegenwart angekommen. Der Irakkrieg als Thema bestimmt das Kino und setzt sich mit den jüngsten politischen Ereignissen, die immer auch gesellschaftliche Ereignisse sind, auseinander. Während Robert Redfords "Von Löwen und Lämmern" (2007) die hintertriebene Agitation der amerikanischen Regierung durchleuchtet, geht Paul Haggis´ Film "Im Tal von Elah" (2007) allerdings einen anderen Weg der Aufarbeitung: Er erzählt die Geschichte eines zurückgekehrten Soldaten aus dem Irakkrieg.

Es ist das Thema des Kriegsheimkehrers, das den Regisseur ("L.A. Crash") beschäftigt. Dabei leuchtet Paul Haggis die Charaktere seiner Figuren psychologisch genau aus.

Soldat Mike Deerfield (Jonathan Tucker) ist gemeinsam mit seiner Einheit nach achtzehn Monaten zurück zum Armeestützpunkt in New Mexico gekehrt, bleibt aber unauffindbar.
Niemand weiß etwas über sein Verschwinden! Von den Behörden nicht sehr wohlwollend unterstützt, macht sich der Vater Hank Deerfield (Tommy Lee Jones), der selbst ein Kriegsveteran ist, nahezu allein auf die Suche nach seinem vermissten Sohn. Viel Zeit investiert der Film, um diesen Vater auf dem Weg der Recherche und des Sprechens mit Kameraden von Mike Deerfield zu zeigen. Der Film begleitet ihn auf seinen Erkundigungstouren in der Nähe des Stützpunktes und wie der Mann in ständigem Telefonkontakt mit seiner Ehefrau Joan (Susan Sarandon) steht.

"Im Tal von Elah" entwickelt auch Nebenhandlungen, die, so scheint es, zunächst nicht viel mit dem Thema der Kriegsheimkehr zu tun haben. Detective Emily Sanders (großartig unglamourös: Charlize Theron) muss unter den sexistischen Anspielungen ihrer Kollegen leiden. Sie ist allein erziehende Mutter und lebt mit ihrem kleinen Sohn in der Nähe ihres Arbeitsplatzes. Doch dann lernt sie Hank Deerfield kennen und hilft ihm fortan bei der Suche. Eines Abends erzählt der Kriegsveteran "Das Tal von Elah" als eine Gutenachtgeschichte für den kleinen Sohn der Polizistin: Es ist der Kampf des kaum bewaffneten David gegen den Riesen Goliath.

Der Film von Paul Haggis nähert sich ohne reißerische Aditüten an die Situation der Kriegsheimkehrer an, um dann am Ende allerdings die Form einer radikalen Aufklärung zu gewinnen. "Im Tal von Elah" zeigt einen jungen Soldaten, der sich - wie schon so viele vor ihm - völlig unbedarft dem Krieg verschrieben hat. Nach Außen smart und verständnisvoll wirkend, bewegt er sich nach seiner Rückkehr jedoch fernab von allem Vertrauten und Menschlichen. Er kann sich aus der Spirale von Gewalt nicht befreien, sondern macht sie zu eigenen Mitteln des Handels.

AVIVA-Tipp: Ein ländliches und friedliches Amerika hat Regisseur Paul Haggis als Setting für seinen Film gewählt. Doch er zeigt die Narbe auf, die der Krieg in diesem Land hinterlassen hat. Und er setzt am Ende ein deutliches Zeichen, was den Zustand Amerikas betrifft. Unbedingt ansehen! Denn eines bringt "Im Tal von Elah" klar auf den Punkt: Krieg kann nicht moralisch reflektiert werden, sondern wirft den Menschen völlig zurück in die Isolation.

Im Tal von Elah
OT: In The Valley Of Elah
USA 2007
Regie und Drehbuch: Paul Haggis
DarstellerInnen: Tommy Lee Jones, Charlize Theron, Susan Sarandon, u.a.
Spielzeit: 124 Minuten
FSK: 12 Jahre
Kinostart: 6. März 2008
www.inthevalleyofelah.com

Kultur Beitrag vom 05.03.2008 AVIVA-Redaktion 





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