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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 07.03.2008

Lars und die Frauen von Craig Gillespie
Anna Tremper

Dem Werbefilmregisseur ist hier ein zauberhaftes Spielfilmdebut gegl├╝ckt. Eine Tragikom├Âdie, nach allen Regeln der Kunst. Man wei├č einfach nie, ob man lachen oder weinen soll oder beides zugleich.



Mit dem Drehbuch zu "Lars und die Frauen" hat Nancy Oliver eine h├Âchst ungew├Âhnliche Vorlage f├╝r einen Spielfilm geliefert. Den Ansto├č f├╝r die Story um einen in eine Silikonpuppe verliebten Einzelg├Ąnger gab f├╝r sie eine Zufallsbegegnung im Internet: "Diese Puppen waren so bizarr, dass ich sie einfach nicht mehr vergessen konnte.". Dass aus diesem Stoff kein purer Klamauk geworden ist, sondern eine hinrei├čende Geschichte, die mit viel Humor eine einsame Seele durch eine harte Zeit begleitet, ist sicherlich ihrem schreiberischen Talent zu verdanken.

Der Film
Lars Lindstrom (Ryan Gosling) f├╝hrt ein Einsiedlerdasein. Er lebt zwar T├╝r an T├╝r mit seiner Schw├Ągerin Karin (Emily Mortimer) und seinem Bruder Gus (Paul Schneider), doch er meidet vehement den Kontakt mit ihnen und mit allen anderen Menschen, die tagt├Ąglich seinen Weg kreuzen. Selbst seine Arbeitskollegin Margo (Kelli Garner), die offensichtlich sehr an ihm interessiert ist, l├Ąsst Lars einfach stehen, sobald sie versucht mit ihm in Kontakt zu treten.
Eines Tages ist Lars jedoch wie ausgewechselt. Er erz├Ąhlt Karin und Gus, dass er eine Freundin zu Besuch h├Ątte, die er im Internet kennen gelernt hat. Karin und Gus freuen sich f├╝r ihn, doch als sie Lars┬┤ neue Freundin Bianca treffen, schl├Ągt ihre Stimmung schnell ins Gegenteil um, denn bei Bianca handelt es sich um eine lebensgro├če Sexpuppe aus Silikon. Karin und Gus sind mit der Situation ├╝berfordert und suchen Rat bei Dr. Dagmar Berman (Patricia Clarkson). Diese diagnostiziert eine Wahnvorstellung und erkl├Ąrt, dass man da zun├Ąchst nichts weiter machen k├Ânne. So bleibt Gus, Karin und den BewohnerInnen von Lars Heimatstadt nichts weiter ├╝brig, als sich mit der neuen Situation zu arrangieren.

Von Silikonpuppen und Menschen
Die ├╝brigen StadtbewohnerInnen sind zwar zun├Ąchst leicht geschockt, bis pikiert, doch Lars liegt ihnen am Herzen und so lassen sie sich auf eine kleine Scharade ein. Sie beginnen, Bianca St├╝ck f├╝r St├╝ck in das soziale Leben zu integrieren. Und gerade das macht "Lars und die Frauen" so unglaublich spannend und witzig. Die Reaktion der Gemeinde, die so v├Âllig den eigentlichen Erwartungen entgegenl├Ąuft, ist einfach grandios. Auch wenn man dem Menschen anmerkt, dass sie die Situation mehr als eigenartig finden, lassen sie sich so manches einfallen, um Lars das Gef├╝hl zu geben, alles sei in bester Ordnung.

Im Verlauf des Films wird aber auch mehr und mehr deutlich, warum es mit Lars ├╝berhaupt so weit gekommen ist. In seinem Leben ist zuviel passiert, das ihn an den Menschen zweifeln und sein Vertrauen zu ihnen schwinden lie├č. Dieses Gef├╝hl der Isolation und K├Ąlte spiegelt sich auch in den Filmbildern wider. Der gesamte Film spielt im tiefsten Winter vor der Kulisse einer kalten, schneebedeckten Stadt im Mittleren Westen. Doch mit dem nahenden Fr├╝hling findet auch Lars langsam wieder zu einem neuen Selbst.

Dass dieser Film so gut funktioniert, verdankt er vor allem seinen gro├čartigen DarstellerInnen. Allen voran dem charismatischen Hauptdarsteller Ryan Gosling, der so ├╝berzeugend mit seiner leblosen Lebensabschnittspartnerin spricht, dass man irgendwann erwartet, dass sie es ihm gleichtut.
Ryan gab 2000 sein Kinofilmdeb├╝t in "Gegen jede Regel", den meisten d├╝rfte er jedoch eher durch den Liebesfilm "Wie ein einziger Tag" (2004), in dem er an der Seite von Rachel McAdams brillierte, in guter Erinnerung sein.

AVIVA-Tipp: "Lars und die Frauen" ist ein absolut sehenswerter und urkomischer Film. Craig Gillespie liefert hier eine herrlich skurrile Geschichte, die den ZuschauerInnen ein Wechselbad der Gef├╝hle beschert. Ein Film, der von Isolation und Einsamkeit erz├Ąhlt, aber auch von der Hoffnung, dass sich mit menschlicher Zuneigung viele Wunden wieder heilen lassen.

Lars und die Frauen
Originaltitel: Lars and the Real Girl
Regie: Craig Gillespie
Drehbuch: Nancy Oliver
DarstellerInnen: Emily Mortimer, Ryan Gosling, Paul Schneider, Kelli Garner, Lauren Ash, Patricia Clarkson, R.D. Reid, Nancy Beatty, Doug Lennox, Joe Bostick, Liz Gordon, Nicky Guadagni
Verleih: Centralfilm
106 Minuten, FSK ab 12 Jahren
Kinostart: 13. M├Ąrz 2008
www.lars.centrafilm.de

Kultur Beitrag vom 07.03.2008 AVIVA-Redaktion 





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