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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 18.03.2008

Absurdistan von Veit Helmer
Anna Tremper

Ein skurriles Märchen mit derbem Humor und einer jungfräulichen Liebesgeschichte, die das bunte Treiben zusammenhält. Veit Helmer mit großartigem Schauspiel-Ensemble und innovativer Erzählweise.



Inspiriert wurde Veit Helmer zu "Absurdistan" von einer wahren Begebenheit, die so absurd scheint, wie der Film selbst. 2001, in einem s√ľdt√ľrkischen Dorf, versuchten Frauen ihre M√§nner durch einen Sexstreik dazu zu bewegen, sich um die Reparatur der maroden Wasserleitungen zu k√ľmmern. Veit Helmer hat diesen Vorfall aufgegriffen, um eine Liebesgeschichte und einige absonderliche Figuren erg√§nzt, und so eine originellen Spielfilm kreiert.

Der Film
Es war einmal ein Dorf irgendwo im Nirgendwo. Wo das Dorf liegt wei√ü keiner so genau, es ist auf keiner Landkarte zu finden und f√ľr die Au√üenwelt scheinbar nicht existent. Hier leben Aya (Krist√Ĺna Mal√©√łov√°) und Temelko (Maximilian Mauff).
Gemeinsam aufgewachsen, ist f√ľr sie schon immer klar, dass sie zusammen geh√∂ren. Anhand der Sterne bestimmt Ayas Gro√ümutter den Zeitpunkt f√ľr ihre erste Liebesnacht. Als die entsprechende Sternenkonstellation eintritt, ist das Dorf jedoch ohne Wasser und die Herren der Sch√∂pfung machen keinerlei Anstalten, an diesem Zustand etwas zu √§ndern. Aya beschlie√üt kurzerhand, Temelko dazu zu bringen, die Wasserversorgung des Dorfes wieder herzustellen indem sie ihm die erste gemeinsame Nacht verweigert. Als die √ľbrigen Frauen des Dorfes davon Wind bekommen schlie√üen sie sich Aya an und beginnen einen Sexboykott, der ihre faulen M√§nner, die sich sonst nur im Teehaus verlustieren, endlich dazu motivieren soll, sich um das Wasserproblem zu k√ľmmern.

Eine ganz eigene Welt entsteht
Nicht nur die skurril anmutende Optik der DarstellerInnen und der Szenerie unterscheiden diesen Film von seinen cineastischen Zeitgenossen. Auch die Art und Weise, wie erz√§hlt wird, ist sehr eigen. Als dialoglastig ist dieser Film nun wirklich nicht zu bezeichnen! Unterhaltungen kommen nur sehr sp√§rlich vor. Die Geschichte wird haupts√§chlich √ľber die Bilder des Films transportiert. √úber die Geschehnisse und das sich Gebaren der SchauspielerInnen wird die Erz√§hlung stetig vorangetrieben. Von Zeit zu Zeit ert√∂nen die Stimmen der Liebenden, Aya und Temelko, aus dem Off und erg√§nzen das Gezeigte um ihre Sicht der Dinge.

Durch diese unkonventionelle Erz√§hlweise und die schlichtweg schr√§gen DorfbewohnerInnen hat der Film seine ganz eigene Atmosph√§re, die im Gro√üen und Ganzen zu verzaubern wei√ü. Vor der W√ľstenkulisse Aserbaidschans verk√∂rpern die aus aller Herren L√§nder stammenden SchauspielerInnen sehr treffend die bizarren BewohnerInnen dieser Fantasiewelt und schaffen es auch ohne gro√üe Worte universal verst√§ndlich zu machen, was in ihren krausen K√∂pfen vor sich gehen mag.


AVIVA-Tipp: Was unbedingt f√ľr "Absurdistan" spricht, ist die originelle Art des Erz√§hlens. Veit Helmer hat sich seine ganz eigene Welt mit sehr eigent√ľmlichen BewohnerInnen geschaffen. Es ist aber auch eine Welt der Zoten und des "krachledernen" Humors, in der sich ein Mann mal eben mit falschem Melonendekollete unter die feindlich gesonnene Frauenfront mischt. Wer alleine bei dem Gedanken an diese Szene schmunzeln muss, findet sicherlich gro√üen Gefallen an Helmers Leinwandwahnsinn. Allen anderen sei dieser Film nur bedingt empfohlen.

Zum Regisseur: Veit Helmer drehte im Alter von 14 Jahren seinen ersten Film. Der Autor, Regisseur und Filmproduzenten studierte Film an der Hochschule f√ľr Film und Fernsehen in M√ľnchen. Sein erster Spielfilm "Tuvalu" wurde vielfach auf Filmfestivals eingeladen und kam 2000 in die Kinos. 2003 folgte "Tor zum Himmel". Sein Dokumentarfilm "Behind the couch - Casting in Hollywood" wurde im Oktober 2005 auf den Hofer Filmtagen der Welt√∂ffentlichkeit vorgestellt.
Weitere Infos zu Veit Helmer finden Sie unter:
www.veithelmer.de

Zur Schauspielerin: Krist√Ĺna Mal√©√łov√°, geboren 1985 in der tschechischen Republik, studierte Schauspiel am Konservatorium von Janacek-Ostrava. Seit ihrem Abschluss tritt sie regelm√§√üig beim Stadttheater von Cesky Tesin auf. Dort spielte sie bereits die Rolle der Jeanne d¬īArc in Jean Anouilhs "Jeanne und die Lerche" oder die Rolle der Jill Tanner in Leonard Gershes "Schmetterlinge sind frei". In "Absurdistan" gibt sie ihr Filmdebut.

Absurdistan
Regie: Veit Helmer
Drehbuch: Gordan Mihic, Zaza Buadze, Ahmet Golbol, Veit Helmer
DarstellerInnen: Krist√Ĺna Mal√©√łov√°, Maximilian Mauff, Nino Chkheidze
Deutschland 2008
FBW: besonders wertvoll
Produktion: Veit Helmer Produktion
Verleih: farbfilm verleih
87 Minuten, FSK ab 12 Jahren
Kinostart: 20. März 2008

Kultur Beitrag vom 18.03.2008 AVIVA-Redaktion 





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