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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 14.03.2008

Die Welle
Stefanie Denkert

Die Verfilmung des gleichnamigen Jugendbuchklassikers wurde auf die heutige Zeit ├╝bertragen und erschreckt mit seiner realistischen Darstellung des Faschismus-Experiments, das au├čer Kontrolle ger├Ąt.



Rainer Wenger (J├╝rgen Vogel), Ex-Hausbesetzer und mittlerweile anti-autorit├Ąrer Gymnasiallehrer, freut sich auf die Projektwoche zum Thema "Staatsformen", weil er sein gelebtes Wissen im Kurs ├╝ber "Anarchie" weitergeben kann. Im letzten Moment wird ihm jedoch der "Autokratie"-Kurs zugeteilt - und als w├Ąre das nicht ├Ąrgerlich genug, ist auch noch seine Wasserballschulmannschaft auf Verliererkurs. Am ersten Tag der Projektwoche stellt sich heraus, dass die Sch├╝lerInnen vom zweiten Weltkrieg gelangweilt sind und ein Wiederaufleben des Faschismus f├╝r l├Ącherlich halten.

"Ihr seid also der Meinung, dass ┬┤ne Diktatur heute in Deutschland nicht mehr m├Âglich w├Ąre?" fragt Rainer seinen Kurs. "Auf keinen Fall", daf├╝r sei man zu aufgekl├Ąrt, sind sich die Sch├╝lerInnen einig. Daraufhin wagt Rainer ein Experiment: er gr├╝ndet eine Gemeinschaft, l├Ąsst sich zu deren Leitfigur ernennen und will von der Klasse ab sofort Herr Wenger genannt werden. Mit fadenscheinigen Argumenten versucht der Ex-Punk nun die Disziplin seiner Sch├╝lerInnen zu trainieren, so m├╝ssen diese aufstehen, wenn sie etwas sagen wollen, weil es besser f├╝r den Kreislauf ist. Um den Teamgeist und das Zusammengeh├Ârigkeitsgef├╝hl seiner Gefolgschaft zu f├Ârdern, soll sich der Kurs in wei├čen T-Shirts uniformieren, eine Internetseite wird eingerichtet und das Projekt bekommt den passenden Namen "Die Welle". Diese entwickelt bereits innerhalb der ersten zwei Projekttage eine Eigendynamik, rei├čt Sch├╝lerInnen aus anderen Kursen mit und weitet sich auf die Theatergruppe und Rainers Wasserballteam aus. Ob Au├čenseiterIn, Pausenclown, oder Sportfreak, alle m├Âchten dabei sein, f├╝hlen sich gewollt und gebraucht in der Gemeinschaft.

Alle au├čer Karo und Mona, die die Gefahr der Welle erkennen und nun mit Flugbl├Ąttern bewaffnet, den Kampf antreten. Auch Rainers Frau Anke (Christiane Paul), ist mehr als besorgt, doch kann ihn zun├Ąchst nicht zur Vernunft bringen. Denn selbst Anarcho-Rainer hat die Distanz zu und die Kontrolle ├╝ber sein Werk verloren. Beim gro├čen Wasserballturnier am Ende der Schulwoche eskaliert die Situation zwischen Welle-Anh├ĄngerInnen und Andersdenkenden. Doch erst als Marco seiner Freundin Karo gegen├╝ber gewaltt├Ątig wird, weil sie sich gegen "Die Welle" positioniert, erkennt Rainer, dass er das Projekt stoppen muss. Aber wie?

Ist das nicht etwas ├╝bertrieben? Innerhalb einer Schulwoche soll eine faschistoide Welle eine ganze Schule ├╝berschwemmen k├Ânnen? SkeptikerInnen sollten sich ins Ged├Ąchtnis rufen, dass im April 1967 der Geschichtslehrer Ron Jones in Kalifornien mit seinen Sch├╝lerInnen tats├Ąchlich ein Experiment durchf├╝hrte, um ihnen zu demonstrieren wie faschistische Bewegungen funktionieren. Bereits am vierten Tag musste Jones die von ihm initiierte Bewegung "Die dritte Welle" abbrechen, weil sie ihm entglitt. 14 Jahre sp├Ąter ver├Âffentlichte Morton Rhue "Die Welle", das auf dem kaum dokumentierten Highschool-Experiment basierte. Nach einer ABC-Verfilmung (1984) folgten mehrere Theateradaptionen des mittlerweile zum Kultbuch avancierten Kurzromans. 2006 schockierte eine Highschool in Florida mit einem ├Ąhnlichen Experiment zur Erinnerung an die Schrecken des Holocaust.

AVIVA-Tipp: Gro├čes Lob an J├╝rgen Vogel und an die talentierten JungschauspielerInnen, die das Experiment ├╝berzeugend, weil erschreckend realistisch darstellen. Die Probleme und Konflikte der Jugendlichen sind gut nachvollziehbar - nicht auschlie├člich, aber besonders junge Menschen sind empf├Ąnglich f├╝r Gruppenzwang, weswegen es wichtig ist, dass sie die Mechanismen durchschauen. Sp├Ątestens beim gemeinsamen Welle-Gru├č bekommen die ZuschauerInnen eine G├Ąnsehaut: Nazi-Deutschland reloaded. Der Film "Die Welle" sollte, nicht zuletzt weil er im Gegensatz zum Buch in der Jetztzeit spielt, ab sofort auf dem Lehrplan stehen!

Die Welle
Deutschland, 2008
Film-L├Ąnge: 100 Min.
Regie: Dennis Gansel
Drehbuch: Dennis Gansel, Peter Thorwarth
Produzent: Christian Becker
Verleih: Constantin Film
DarstellerInnen: J├╝rgen Vogel, Christiane Paul, Maren Kroymann, Jennifer Ulrich, Frederick Lau, Max Riemelt, Elyas MÔÇÖBarek, Cristina Do Rego, Jacob Matschenz, Maximilian Mauff, Ferdinand Schmidt-Modrow
Filmstart: 13. M├Ąrz 2008
Die Welle - der Film: www.welle.film.de

Kultur Beitrag vom 14.03.2008 AVIVA-Redaktion 





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