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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 26.03.2008

Frida Kahlo - farbiges Band um eine Bombe
AVIVA-Redaktion

Offensiv und sensibel wird die mexikanische Malerin von Regisseurin Anja Gronau im Theater unterm Dach in das Bild ihres emotionalen, k├╝nstlerischen und politischen Schaffens ger├╝ckt.



"Sobald sie mich wieder auf die Stra├če hinauslassen, gehe ich zu ┬┤El Universal┬┤ und gebe eine Anzeige auf: Spannende lang anhaltende Beziehung gesucht. Junger K├╝nstlergroupie mit abenteuerlicher Krankengeschichte sucht beeindruckenden Mann. Alt genug um nicht zu langweilenÔÇŽ ohne ├Ąu├čerliche Verblendung ÔÇô ausdauernd. Lust am Fremdgehen, Leben, Liebe, Arbeit und Kunst ungetrennt und unerm├╝dlich im Mittelpunkt bewahren. Hobbies: Pr├Ąkolumbianisch.
Wenn du der bist den ich suche, gebe ich dir mein ganzes Leben. Treffen unter Stalin B├╝ste (Punkt). Ich habe ein Portrait von mir dabei (Punkt). F (Punkt)."


Frida l├Ąsst sich das Leben nicht nehmen. Nur mit Gl├╝ck ├╝berlebt sie einen schweren Unfall, trotz gebrochenen K├Ârpers begehrt die Kahlo immer wieder auf. Ihr eiserner Lebenswille ist st├Ąrker als ihr Stahlkorsett. "Holzbein Frida", wie sie bereits zu Schulzeiten genannt wurde, bleibt aufrecht. Die K├╝nstlerin, heute l├Ąngst Legende und Mythos, malte um ihr Leben: Leid, Schmerz, Liebeskummer und Lebens├╝berdruss bannte Frida mit bedingungsloser Aufrichtigkeit in ihre Bilder. Zerrissenheit und Qual werden mit farbenpr├Ąchtiger Sch├Ânheit und tiefer Hingabe an die Seele des Menschen verbunden. Als K├╝nstlerin hat sich Frida Kahlo dagegen gewehrt, dem Surrealismus zugeordnet zu werden.

"Ich male meine eigene Wirklichkeit".
Und das ist gerade das Besondere an dieser Frau, die immer im Kampf war um das Bezwingen ihres versehrten K├Ârpers, um politische Ideale und Freiheit und um eine gr├Â├čere Idee der Liebe.

Die Regisseurin Anja Gronau widmet sich nach der "Trilogie der klassischen M├Ądchen" - Monologe (K├Ąthe-Johanna-Grete), nun einer "Trilogie der starken Frauen", in der jeweils drei Schauspielerinnen eine reale, epochale Pers├Ânlichkeit im politischen Raum des 20. Jahrhunderts erspielen (bisher entstand dazu: LENI ÔÇô eine Riefenstahl Subjektive).

"Wenn ich mir eine Aussage f├╝r den Abend FRIDA w├╝nsche, dann w├Ąre diese erreicht, wenn er zeigt, wie Leiden zu Kraft, Mangel zu F├╝lle und Dysfunktion zu Triumph werden kann. FRIDA als Mutmacherin f├╝r die Kunst, aber auch f├╝r jeden Menschen, der glaubt an seinem pers├Ânlichen Leid nicht anders als zerbrechen zu k├Ânnen." (Anja Gronau)

Termine von FRIDA [KAHLO] - farbiges Band um eine Bombe

Premiere: Donnerstag, 03. April 2008 um 20 Uhr
Weitere Vorstellungen: 04. - 06. und 18.- 20. April, 31. Mai, 01., 19. - 21. Juni, 05. und 06. sowie 12. und 13. Juli 2008, immer 20 Uhr
Im Theater unterm Dach, Danziger Stra├če 101, 10405 Berlin
Karten: 030 - 902 953 817
Kartenpreise: 8 Euro, erm├Ą├čigt 5 Euro
Regie und Konzept: Anja Gronau
Mit: Katharina Eckerfeld, Kristina van Eyck, Martina Schiesser
K├╝nstlerische Mitarbeit und Dramaturgie: Sabrina Glas
B├╝hnenraumidee: Mechthild Feuerstein
Kost├╝me: Olaf Habelmann
Technik & Licht: Dirk Lutz
Regiehospitanz: Angela Rottensteiner
Produktion: Bj├Ârn P├Ątz

Zur Regisseurin: Anja Gronau studierte an der Fachhochschule f├╝r Gestaltung in Hamburg Kost├╝mdesign und assistierte im Bereich Ausstattung am Schauspielhaus Hamburg und an den M├╝nchner Kammerspielen. Anschlie├čend studierte Anja Gronau Regie am Institut f├╝r Theater, Musiktheater und Film der Universit├Ąt Hamburg bei J├╝rgen Flimm und Christof Nel und Schauspiel bei Hildegard Schmahl. Sie inszenierte u. a. auf Kampnagel, an den Hamburger Kammerspielen, am Thalia Theater, am Staatstheater Stuttgart, am Berliner HAU und bei den Wiener Festwochen. F├╝r ihre Inszenierung "Grete" nach Goethes Faust aus ihrer Trilogie klassischer M├Ądchen erhielt sie den Friedrich-Luft-Preis f├╝r die beste Berliner Auff├╝hrung des Jahres 2004. Bei der RuhrTriennale 2007 inszenierte Anja Gronau die Urauff├╝hrung "Corpus delicti" von Juli Zeh.

FRIDA [KAHLO] ist eine Koproduktion des Theater unterm Dach Berlin, Societaetstheater Dresden, Forum Freies Theater D├╝sseldorf.
Gef├Ârdert durch den Fonds Darstellende K├╝nste e.V. und das Amt f├╝r Kultur und Denkmalschutz der Stadt Dresden.

Weiterlesen auf AVIVA Berlin:
Zum 100. Geburtstag von Frida Kahlo

Foto-Credits zu FRIDA [KAHLO]: Marc Engenhart

Kultur Beitrag vom 26.03.2008 AVIVA-Redaktion 





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