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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 28.10.2008

Eröffnung der neuen Gedenkstätte Stille Helden
Alexandra Kasjan

Die Dauerausstellung dokumentiert und erinnert an diejenigen Menschen, die zur Zeit des Nationalsozialismus in vielf√§ltiger Form der Zivilcourage j√ľdischen Verfolgten halfen, um diese...



...vor der Deportation in die Konzentrationslager zu bewahren.

Am 27. Oktober 2008 wurde die neue Gedenkst√§tte Stille Helden in der Rosenthaler Stra√üe 39 feierlich er√∂ffnet. Andr√© Schmitz, Staatssekret√§r f√ľr Kultur und Prof. Dr. Johannes Tuchel, Leiter der Stiftung Gedenkst√§tte Deutscher Widerstand, nahmen unter gro√üem Medieninteresse teil.

Die Ausstellung will verdeutlichen, dass deutscher Widerstand m√∂glich war und diejenigen w√ľrdigen, die ihr Leben f√ľr andere riskierten..
Gezeigt werden Originaldokumente und Gegenstände wie Fotos, Objekte, Briefe oder auch Spielzeug - diese stummen Zeugen erinnern an das (Über)Leben in Nazideutschland.

In der 1. Etage erh√§lt man mithilfe von elektronischen Medien eine Einf√ľhrung √ľber das Leben und der Motive von HelferInnen aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten und Altersgruppen, aber auch das der Verfolgten, so dass man nachvollziehen kann, wie diese gerettet wurden. In der 2. Etage befinden sich in neun Vitrinen Originalgegenst√§nde und Fotografien von verfolgten Personen und ihren RetterInnen. Dar√ľber hinaus kann man unter Verwendung von Kopfh√∂rern, die vor Bildschirmen platziert sind, mehr √ľber das Leben und Handeln von unterschiedlichsten Pers√∂nlichkeiten, wie etwa Oscar Schindler, erfahren. In der 2. Etage befindet sich noch ein weiterer Raum. Hier stehen den AusstellungsbesucherInnen Computer f√ľr Recherchearbeiten zur Verf√ľgung.

Die Rosenthaler Stra√üe 39 ist √ľbrigens ein authentischer Ort des Widerstands. So er√∂ffnete hier der Nazi-Gegner und Held Otto Weidt http://www.blindes-vertrauen.de Anfang der 1940er Jahre eine Besen- und B√ľrstenbinderei. Durch Bestechung und Passf√§lschung gelang es ihm, vielen j√ľdischen Mitb√ľrgerInnen, die haupts√§chlich bei ihm arbeiteten, das Leben zu retten. So etwa der deutsch-israelischen Journalistin Inge Deutschkron. Auf ihre Initiative hin wurde 1993 am Haus in der Rosenthaler Stra√üe Otto Weidt zu Ehren eine Gedenktafel angebracht.

Nicht nur in Deutschland, sondern √ľberall in Europa gab es Menschen, die durch ihre Hilfsaktionen Menschenleben retteten. Die israelische Holocaust-Gedenkst√§tte Yad Vashem hat diese Menschen als "Gerechte unter den V√∂lkern" geehrt. Bis heute sind es mehr als 22.000 Frauen und M√§nner, 422 davon sind Deutsche.

Die genaue Anzahl der HelferInnen kann jedoch bis heute nicht eindeutig festgelegt werden. Es waren vermutlich viel mehr, als bisher angenommen wurde. Tatsache ist, dass sie aus den unterschiedlichsten Motivationen gehandelt haben. Es waren "Stille Helden", da diese Menschen insgeheim und bei st√§ndiger Gefahr des Verrats und der Entdeckung, andere Leben retteten. So konnten etwa 5.000 "Untergetauchte" √ľberleben, davon √ľber 1.700 in Berlin.

Die Dauerausstellung "Stille Helden" soll um die europäische Komponente erweitert werden, so dass auch Namen von HelferInnen und Verfolgten außerhalb Deutschlands bekannt werden können. Bisher hat die Gedenkstätte 250 Fotografien und 3.000 Namen von RetterInnen und "Untergetauchten" veröffentlicht.

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitkatalog, der ab 28. Oktober 2008 in der Gedenkst√§tte Stille Helden f√ľr 5 Euro erh√§ltlich ist.

Die Gedenkst√§tte Stille Helden und der Katalog wurden finanziert durch Mittel des Beauftragten der Bundesregierung f√ľr Kultur und Medien und kofinanziert von der Europ√§ischen Union, Europ√§ischer Fonds f√ľr Regionale Entwicklung (EFRE), und vom Land Berlin.

Weitere Infos zur Gedenkstätte Stille Helden und Fotos der Exponate finden Sie unter: www.gdw-berlin.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:
Liste der verlorenen B√ľrgerInnen an Yad Vashem.
Als J√ľdin versteckt in Berlin. Margot Friedlander mit Malin Schwerdtfeger.
Lisa Holländer, die Retterin von Inge Deutschkron.


Gedenkstätte Stille Helden
in der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Eröffnung: Montag, den 27. Oktober, 19.00 Uhr
Rosenthaler Straße 39
10178 Berlin
√Ėffnungszeiten: Mo ‚Äď So 10.00 ‚Äď 20.00 Uhr
Eintritt frei
Verkehrsverbindung: S-Bahnhof Hackescher Markt, U-Bahnhof Weinmeisterstraße

Kultur Beitrag vom 28.10.2008 AVIVA-Redaktion 





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